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Uni Osnabrück und IBM Grippewellen über Twitter-Daten vorhersagen

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Das Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück ist eine Kooperation mit IBM eingegangen. Künftig kann die Einrichtung für ihre Forschungen auf das Watson-System von IBM zurückgreifen.

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Die Universität Osnabrück setzt auf IBMs Watson.
Die Universität Osnabrück setzt auf IBMs Watson.
(Bild: Universität Osnabrück / Uwe Lewandowski)

Im Rahmen der Kooperation zählt die Universität Osnabrück zu den ersten Hochschulen in Europa, die Watson nicht nur nutzen, sondern auch weiterentwickeln. Das Team um die Professoren Dr. Gordon Pipa und Dr. Kai-Uwe Kühnberger nutzt Watson beispielsweise, um auf Basis von Twitter-Daten Grippewellen vorherzusagen. Als Grundlage dienen rund 500 Millionen Tweets, die täglich weltweit abgesetzt werden. „Watson versteht den Inhalt von Nachrichten und geht damit weit über das Suchen von Schlüsselwörtern hinaus“, erklärt Dr. Pipa die Funktionsweise des kognitiven Systems.

Watson in der Praxis

Neben der eigentlichen Forschung setzt die Universität Watson auch ein, um Studenten mit Cognitive Computing in der Praxis vertraut zu machen. Dabei wird der Einsatz von Technologien an der Schnittstelle zwischen Informatik und Linguistik gelehrt, um Anwendungen zu entwickeln. „Im Kern geht es dabei um die statistische Modellierung der Bedeutung sprachlicher Ausrücke zur automatischen Analyse von Abhängigkeiten zwischen unseren Fragen und dem Überfluss von Wissen, das im Internet vorhanden ist“, erläutert Dr. Pipa. Riesige Mengen Text lassen sich dadurch von intelligenten Maschinen verarbeiten, verstehen und auswerten.

Bezüglich der Twitter-Daten zu Grippewellen muss Watson deshalb Sätze verstehen. Es macht einen Unterschied, ob jemand nur über seine Grippeimpfung twittert oder schreibt, dass er bereits an Krankheitssymptomen leidet. Erst auf dieser Basis lässt sich die Entwicklung von Grippewellen vorhersagen.

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