OPC Foundation

Führende Automatisierer schließen sich für OPC-UA-Initiative an

| Autor / Redakteur: Katharina Juschkat / Nico Litzel

Die Initiative der OPC Foundation für OPC UA mit TSN auch in der Feldebene trifft auf große Unterstützung.
Die Initiative der OPC Foundation für OPC UA mit TSN auch in der Feldebene trifft auf große Unterstützung. (Bild: Siemens)

Vor wenigen Wochen kündigte die OPC Foundation ihre Initiative für OPC UA mit TSN auch in der Feldebene an. Auf der SPS IPC Drives verkündet die Foundation jetzt, dass sich schon zahlreiche große Automatisierer der Initiative angeschlossen haben – darunter auch Siemens.

Anfang November kündigte die OPC Foundation die Initiative OPC UA mit TSN auch in der Feldebene an – auf der SPS IPC Drives teilt die Foundation jetzt mit, dass sich bisher viele große Automatisierer der Initiative angeschlossen haben, darunter unter anderem ABB, Beckhoff, Bosch Rexroth, B&R, Kuka, Phoenix Contact, Pilz, Schneider Electric, Siemens und Wago.

Stefan Hoppe, der Präsident der OPC Foundation, zeigte sich begeistert: „Es ist erstaunlich, wie schnell die Automatisierungsanbieter ihr Interesse und ihre Bereitschaft gezeigt haben, an diesem spannenden Projekt mitzuwirken, das einzigartig in der Geschichte der Automatisierung scheint. Das zeigt, dass die Standardisierung einer der wichtigsten Treiber für die Digitalisierung und dem Industrial Internet of Things.“

Arbeitsgruppen beginnen in den nächsten zwei Monaten

Die Pressekonferenz der OPC Foundation war sehr gut besucht.
Die Pressekonferenz der OPC Foundation war sehr gut besucht. (Bild: S.Kunze/elektrotechnik)

Bei der Umsetzung der Initiative wurden bereits bedeutende Fortschritte gemacht, teilte die Foundation mit. Bisher wurden Arbeitsgruppen in die Organisationsstruktur der OPC Foundation integriert und ein Lenkungsauschuss gebildet. Der Ausschuss soll die Marketing- und technischen Arbeitsgruppen leiten.

Der Ansatz der OPC Foundation, gemeinsam mit mehreren Feldbus-Organisationen für die Initiative zusammenzuarbeiten, stieß auf positive Resonanz. Erste Einschätzungen der OPC Foundation zeigen, dass Best Practices der Organisationen kombiniert werden können, um kritische Funktionen wie Safety oder Connection Management umzusetzen.

Die technischen Arbeitsgruppen, die allen Mitgliedern offen stehen, nehmen innerhalb der nächsten zwei Monate ihre Arbeit auf. Die ersten Schritte konzentrieren sich auf die Kernfunktionen der Feldgerätekommunikation, die Entwicklung einer Architektur der nächsten Generation und eines allgemeinen Modells, das von Automatisierungsanbietern so einfach wie möglich übernommen werden kann. Diese Architektur und das allgemeine Modell sollen von spezialisierten Arbeitsgruppen um gerätespezifische Funktionen erweitert werden. Erweiterte OPC UA Standardisierungsdokumente mit Testszenarien und Zertifizierungsverfahren sollen zudem veröffentlicht werden, um sicherzustellen, dass die breite Öffentlichkeit konforme Geräte bauen kann.

Siemens unterstützt die Initiative

Auch Siemens begrüßt die Initiative, die Standardisierungs- und Harmonisierungsaktivitäten für OPC UA auch auf TSN-fähige Ethernet-Netzwerke für die Feldebene auszuweiten und will seinen Beitrag in den künftigen Arbeitsgruppen dazu leisten.

Anwendungsfälle, die in industriellen Kommunikationssystemen bisher noch nicht ausreichend berücksichtigt wurden, wie die herstellerübergreifende Kommunikation zwischen Steuerungen oder die vertikale Kommunikation von Geräten zu übergeordneten Systemen über OPC UA, werden sich laut Siemens zuerst im Markt etablieren. Daher wurden vor einigen Monaten gemeinsame Arbeitsgruppen zwischen Mitgliedern der PNO und OPC Foundation eingerichtet. Dort werden Themen wie Safety over OPC UA auf der Basis von Profisafe-Mechanismen für die Kommunikation zwischen Steuerungen oder die Abbildung von Profinet auf das OPC UA-Informationsmodell z. B. für Asset Management und Diagnose standardisiert.

Kunden sollen laut Siemens zeitnah von diesen Innovationen profitieren können, ohne auf TSN warten zu müssen, indem sie OPC UA einfach parallel in bestehenden Profinet-Netzwerkinstallationen betreiben. Die PNO bringt ihr technologisches Wissen in die OPC Foundation ein, z. B. durch Öffnen der Profisafe-Mechanismen für die Verwendung über OPC UA oder durch Erweiterung der entsprechenden Nutzerrechte auf die Mitglieder der OPC Foundation.

Siemens setzt auch weiterhin auf Profinet

Applikationen in der Feldebene wie die zyklische IO-Kommunikation, Motion Control und Safety erfordern ein etabliertes Ökosystem mit Stack-Providern, Zertifizierungsverfahren, Tools und vielem mehr. Organisationen wie PNO, ODVA oder andere legen viel Wert auf Vollständigkeit und Qualität der Spezifikationen, Konformitätsprüfungen oder die Pflege einer Hersteller- und Anwender-Community. Siemens erwartet einen ähnlichen Ansatz mit der neuen Ausrichtung der OPC Foundation.

Buchtipp Ohne eine herstellerunabhängige Vernetzung von Geräten und Anlagen ist Industrie 4.0 nicht umsetzbar. OPC UA ist genau dafür konzipiert – doch der Einstieg ist nicht immer einfach. Das Fachbuch "Praxishandbuch OPC UA" hilft weiter.

Siemens wird weiterhin auch die Profinet-Technologie vorantreiben, um die Investitionen seiner Kunden zu schützen und um weiteren Kundennutzen für Profinet auf der Basis von TSN zu generieren. Das konvergente TSN-Netzwerk und eine gemeinsame Hardwarebasis für Profinet und OPC UA sollen eine nahtlose Migration in die neue TSN-Welt ermöglichen. Zusätzlich will Siemens sicherstellen, dass mit OPC UA und TSN die Grundprinzipien der Feldgeräte-Kommunikation, Projektierung, Konformitätsprüfungen, Diagnosen, usw. beibehalten werden.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Elektrotechnik.

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