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Industrie 4.0 im Mittelstand Familienunternehmen Sanner macht den ersten Schritt

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Nico Litzel

Dass Industrie 4.0 nicht allein Thema der Großindustrie ist, zeigen die Sanner GmbH und sechs Partner mit dem von der IHK Darmstadt initiierten Projekt Cyplflex. Ziel des Projekts ist die prototypische Umsetzung eines Vorgehensmodells zur Entwicklung und Einführung von Industrie-4.0-Lösungen. Darin dient der Hersteller von Kunststoffverpackungen als Pilotprojekt.

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Als Vorbild für kleine und mittelständische Unternehmen arbeitet Sanner an der stärkeren Vernetzung der Produktionsanlagen untereinander, um die internen Prozesse nachhaltig zu optimieren.
Als Vorbild für kleine und mittelständische Unternehmen arbeitet Sanner an der stärkeren Vernetzung der Produktionsanlagen untereinander, um die internen Prozesse nachhaltig zu optimieren.
(Bild: Sanner)

Wenn kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland mit der Produktion in Billigländern Schritt halten wollen, müssen sie ihre Kapazitäten optimal nutzen. „Wir streben einen schonenden Umgang mit allen Ressourcen und noch mehr Effizienz in der Produktion an“, so Holger Frank, CEO bei Sanner. „Dies kann uns nur gelingen, wenn wir den Möglichkeiten von Industrie 4.0 offen begegnen und lernen, diese bestmöglich einzusetzen.“ Eine optimale Gelegenheit dazu bietet das von der Hessen Agentur GmbH geförderte Projekt Cyplflex, in dem Sanner als Pilotprojekt dient. „Damit sind wir Vorreiter im deutschen und internationalen Mittelstand“, betont Frank.

Um Industrie 4.0 möglichst effizient in die verschiedenen Abläufe von Sanner zu integrieren, arbeiten im Cyplflex-Projekt Partner aus allen Bereichen mit: Die Axxessio GmbH, die Eckelmann AG und die Software AG bringen ihre Expertise in den jeweiligen Fachgebieten in das Projekt mit ein. Die IHK Darmstadt mit ihren beiden Clustern IT For Work e.V. und Automatisierungsregion e.V. übernimmt den Transfer der Ergebnisse in die KMU der Region. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch den Fachbereich Datenverarbeitung in der Konstruktion (DiK) der TU Darmstadt.

Auf dem Weg zu intelligenten Produkten

Die Projektgruppe „IT und Prozesse“ erarbeitet Lösungen, um die einzelnen Produktionsanlagen stärker miteinander zu vernetzen. Der Initiator des Projekts, Sascha Peters von der IHK Darmstadt, beschreibt das hohe Optimierungspotenzial: „Typischerweise sind in Großunternehmen Produktions- und Logistikprozesse viel stärker vernetzt als in kleineren und mittelständischen Betrieben. Durch Industrie-4.0-Lösungen sollen Anlagen künftig nicht nur mit der Zentrale, sondern auch untereinander kommunizieren, um die innerbetrieblichen Prozesse nachhaltig zu optimieren. Sämtliche Parameter werden von den Maschinen erfasst und gesteuert. So lassen sich Ausschuss und Stillstandzeiten senken und gleichzeitig die Leistung steigern.“

Um die Vereinfachung und Automatisierung einzelner Prozessschritte geht es auch in der Projektgruppe „Intralogistik“. Ein Ziel besteht darin, Kartonagen und Holzpaletten aus der Produktion zu entfernen und den Warenfluss effizienter zu gestalten. Die verschiedenen Konzepte werden über eine dynamische Simulationssoftware auf ihre Wirksamkeit überprüft, was die Auswahl des besten Konzeptes erleichtert. Aufbauend auf den Ergebnissen des Industrie 4.0-Projektes denkt Sanner bereits über weitere Maßnahmen nach: Ein digitales Kundenportal etwa soll in Zukunft sämtliche Aufträge koordinieren und somit für kürzere Lieferzeiten und schnellere interne Abstimmungsprozesse sorgen.

Im Einklang mit der Unternehmenskultur

Selbstverständlich werden die Neuerungen im Unternehmen länger dauern als in der Simulationen von Cyplflex. Holger Frank rechnet mit mehreren Jahren für die Einführung von Industrie 4.0 bei Sanner: „Wir wollen keinen harten Schnitt, der alles verändert – die Technologie soll in und mit unserer Firmenkultur wachsen.“ Oberstes Ziel des Familienunternehmens ist der optimale Einsatz von Ressourcen und ein langfristiges Wachstum. Auf diese Weise kann sich Sanner mit Industrie 4.0 auch in Zukunft als wettbewerbsstarker Wirtschaftspartner und attraktiver Arbeitgeber in Deutschland behaupten.

Dieser Text stammt ursprünglich von unserem Schwesterportal Maschinenmarkt. Verantwortlicher Redakteur: Jürgen Schreier

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