„Explainable Intelligent Systems“ (EIS) Fachübergreifende KI-Forschung erhält hohe Förderung

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Im Projekt EIS befassen sich Forscher aus Informatik, Philosophie, Psychologie und Rechtswissenschaft mit dem Entscheidungsverhalten von Künstlicher Intelligenz. Die Volkswagen-Stiftung unterstützt die Wissenschaftler nun mit einer Förderung.

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Projektleiterin und Philosophie-Juniorprofessorin Lena Kästner von der Universität des Saarlandes
Projektleiterin und Philosophie-Juniorprofessorin Lena Kästner von der Universität des Saarlandes
(Bild: Universität des Saarlandes)

Das Forschungsprojekt der Universität des Saarlandes und der TU Dortmund erhält rund 1,5 Millionen Euro über drei Jahre. Es widmet sich der Frage, inwieweit künstlich intelligente System und ihr Verhalten erklärbar sein sollten.

„Nur wenn wir verstehen, warum solche Systeme bestimmte Entscheidungen treffen, können wir ihnen vertrauen und nachvollziehen, ob sie unseren gesellschaftlichen, moralischen und rechtlichen Werten entsprechen“, erklärt Projektleiterin und Philosophie-Juniorprofessorin Lena Kästner von der Universität des Saarlandes. Die Projektergebnisse sollen für die zukünftige Forschung und Politikgestaltung im KI-Umfeld richtungsweisend sein.

Wurzeln in „Ethics for Nerds“

Das Projekt selbst auf die Vorlesung „Ethics for Nerds“ der Informatiker und Philosophen Holger Hermanns, Kevin Baum und Sarah Sterz zurück. Sie wurde erstmals 2016 angeboten und erhielt die Auszeichnung „Hochschulperle des Jahres 2019“ des Stifterverbands für Deutsche Wissenschaft.

„Im Rahmen der Vorlesung stellten wir schnell fest, dass Erklärbarkeit und Nachvollziehbarkeit zwar für eine ganze Reihe gesellschaftlicher Ansprüche an Künstliche Intelligenz wichtig erscheinen – aber inwiefern und wieso besteht dieser Zusammenhang zwischen Verständlichkeit und gesellschaftlichen Ansprüchen tatsächlich? Und können die Methoden, die das Feld der erklärbaren Künstlichen Intelligenz hervorbringt, dieser Rolle überhaupt gerecht werden?“, fragt Baum. Es herrsche deshalb großer Forschungsbedarf, der Expertise aus verschiedensten Fachrichtungen voraussetze.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Dementsprechend ist das Projekt EIS interdisziplinär angelegt. Es umfasst unter anderem zahlreiche internationale Kooperationen, beispielsweise mit Partnern aus Cambridge, Delft und Stanford. Zudem wird mit dem transregionalen Sonderforschungsbereich „Grundlagen verständlicher Softwaresysteme (CPEC)“ zusammengearbeitet.

„Mit dem Einsatz von KI sind häufig komplexe Fragen verbunden, die nur interdisziplinär und in enger Kooperation verschiedener Wissenschaftsdisziplinen beantwortet werden können. Genau hier setzt dieser innovative und zukunftsweisende Forschungsverbund an. Ich bin davon überzeugt, dass der fächerübergreifende Campus der Universität des Saarlandes den am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ideale Voraussetzungen hierfür bietet“, meint Universitätspräsident Manfred Schmitt.

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