IoT-Netzwerke Erster nicht zellularer 5G-Technologiestandard anerkannt

Autor / Redakteur: Sandro Kipar / Nico Litzel

Das finnische Unternehmen Wirepas hat ein dezentralisiertes IoT-Mesh-Netz mit kurzen Übertragungsstrecken, geringerer Sendungsleistung und reduziertem ökologischen Fußabdruck entwickelt. Es soll nur einen Bruchteil des Preises von Mobilfunknetzen kosten.

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(Bild: Clipdealer)

Der Ausbau des 5G-Mobilfunknetzwerks hat gerade in Deutschland schon für viel Kopfzerbrechen gesorgt. Eine vernetzte und zukunftsfähige Industrie braucht das 5G-Netz jedoch dringend. Das finnische IoT-Unternehmen Wirepas könnte eine Lösung für dieses Problem gefunden haben: 5G vom Mobilfunknetz lösen und einen nicht zellularen 5G-Technologiestandard entwickeln. Dabei handelt es sich um eine infrastrukturlose und autonome Technologie, die für massive IoT-Netzwerke geeignet ist, so Wirepas in seiner Mitteilung. Wirepas Private 5G soll bereits 2022 verfügbar sein.

Die International Telecommunication Union im Sektor Funkkommunikation (ITU-R) hat den neuen Standard bereits anerkannt und als Teil der 5G-Standards in die Technologieempfehlung IMT-2020 aufgenommen, heißt es weiter. „Warum sollte modernste Konnektivität nur für einige wenige optimiert werden? Warum sollte nicht auch der Mittelstand und kleine Unternehmen von der Technologiebeherrschung profitieren und Gewinne erzielen? Wir glauben, dass modernste Technologie zu erschwinglichen Preisen die Grundlage für ein gleichberechtigtes Geschäftsumfeld und eine gleichberechtigte Welt ist“, sagt Teppo Hemiä, CEO von Wirepas.

Bessere Energieeffizienz

Der neue 5G-Standard unterstütze eine effiziente Nutzung verfügbarer Funk-Frequenzen. „Es wird viel über private Netzwerke gesprochen, aber dies ist die erste 5G-Technologie, die den Betrieb von gemeinsamem Spektrum und mehreren lokalen Netzwerken in mobilen Systemfrequenzen unterstützen kann“, sagt Jussi Numminen, Head of RF bei Wirepas. „Mit dem neuen Standard ist der sofortige Zugang zu einer freien, dedizierten 1,9-GHz-Frequenz auf internationaler Ebene möglich.“ Geeignet sei der neue Standard für Unternehmen, die etwa in Bereichen wie intelligente Messsysteme, Industrie 4.0, Gebäudemanagementsysteme, Logistik und Smart Cities tätig sind.

Einer der größten Unterschiede zum zellularen 5G-Netz ist laut Wirepas das dezentralisierte Netzwerk. Jedes Gerät sei hier ein Netzwerkknoten und könne zugleich Router sein. Die Implementierung eines neuen Gerätes funktioniere autonom. Dies hat laut der Universität Tampere auch ökologische Vorteile: Eine Studie hat ergeben, dass das Netz auf Systemebene eine um etwa 60 Prozent bessere Energieeffizienz aufweise als eine herkömmliche zellulare Struktur mit der selben Sendeleistung.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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