Copernicus Masters gestartet

Erdbeobachtungsdaten kommerziell einsetzen

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Über die Raumstation ISS bieten sich neue Möglichkeiten der Erdbeobachtung.
Über die Raumstation ISS bieten sich neue Möglichkeiten der Erdbeobachtung. (Bild: ESA / NASA)

Die „Sentinel“-Satellitenflotte sowie Daten aus den Bodenstationen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus erzeugen täglich gigantische Mengen an Informationen. Der Wettbewerb Copernicus Masters sucht für diese Daten kommerzielle Einsatzmöglichkeiten.

Die umfangreichen Informationen ermöglichen zum Beispiel langfristige Untersuchungen von Umwelt- und Klimadaten. Zudem geben sie bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Überschwemmungen einen schnellen Überblick von oben. Durch neue Entwicklungen in den Bereichen Big Data und Cloud Computing werden die riesigen Datenmengen zunehmend für kommerzielle Produkte und Anwendungen aus verschiedenen Wirtschaftssektoren zugänglich.

ISS bietet neue Möglichkeiten

Als Ergänzung zu den Satellitendaten dient seit 2015 die Internationale Raumstation (ISS). Sie umrundet die Erde täglich 16 Mal, was neue Möglichkeiten für Erdbeobachtungsdienste bietet. Als Basis dient dabei der Instrumententräger MUSES („Multi-User-System for Earth Sensing“), der unter anderem Instrumente wie hochauflösende Digitalkameras, hyperspektrale Bildsensoren und andere Erdbeobachtungsgeräte unterbringt. Dank regelmäßiger Versorgungsflüge werden technische Neuerungen kontinuierlich integriert. In Kombination mit den Copernicus-Daten sind maßgeschneiderte Erdbeobachtungsdienste möglich, die zuvor wegen der Kosten für Entwicklung und Start eines Satelliten mit neuen Instrumenten nicht möglich waren.

Ideen gesucht

Bereits zum sechsten Mal gehen nun die Copernicus Masters an den Start. Im Rahmen des internationalen Wettbewerbs werden herausragende Ideen, Anwendungen und Geschäftskonzepte zum Einsatz von Erdbeobachtung im täglichen Leben gesucht. In sieben themenspezifischen Challenges werden Preise verteilt, darunter auch Zugang zu einem internationalen Netzwerk und Daten sowie Gründungsförderung im Gesamtwert von mehr als 300.000 Euro. Teilnehmen können Einzelpersonen und Teams aus Unternehmen, Forschung oder Universitäten. Außerdem werden bei der Astrosat End-to-End EO Challenge neue Anwendungen auf Basis der Kombination der ISS-Sensoren mit Copernicus-Datensets gesucht. Die Frist für eingereichte Beiträge endet am 18. Juli 2016.

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