Kommentar von Sergio Galindo, GFI Software Entwickelt sich das Internet der Dinge zum Internet der Probleme?

Autor / Redakteur: Sergio Galindo / Nico Litzel

Nahezu jedes Gerät im Haushalt oder im Unternehmen ist mit dem Internet verbunden und lässt sich fernsteuern. Das ist keine Science-Fiction mehr. Zwar haben wir noch nicht einen technologischen Gipfel wie in Star Trek erreicht, aber wir sind auf dem Weg dorthin. Tatsächlich sind wir heute auf viel mehr verschiedene Arten mit dem Internet verbunden, als wir uns das noch vor einem Jahrzehnt hätten vorstellen können.

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Der Autor: Sergio Galindo ist General Manager bei GFI Software.
Der Autor: Sergio Galindo ist General Manager bei GFI Software.
(Bild: GFI Software)

Die meisten Leute besitzen derzeit nur eine Handvoll Geräte, die mit dem Internet verbunden sind: PCs, Laptops, Tablets, Smartphones und Smart-TVs. Doch die Entwicklung schreitet rasant voran: Heizungen und Klimaanlagen, die sich von unterwegs aus per App auf dem Handy steuern lassen, intelligente Kühlschränke, intelligente Autos, Betten und Stühle: Alles, was es braucht, sind ein bisschen Kreativität und eine Internetverbindung.

Das ist das Internet of Things, kurz IoT. Aber wo Licht ist, gibt es auch Schatten und so stellt sich die Frage, ob das Internet der Dinge vielleicht zum Internet der Probleme werden könnte. Sollten wir uns Sorgen machen? Zu einem gewissen Grad ja! IT-Administratoren sind zurecht beunruhigt, dass die starke Zunahme von Geräten, die an das Internet angeschlossenen sind, zu einem neuen, größeren und schwieriger zu kontrollierenden Netz und zu einer leichteren Verbreitung von Malware führen könnte.

Rasantes Wachstum

Analysten erwarten, dass die Anzahl an Geräten – oder „Dingen“ – die mit dem Internet verbunden sind, bis zum Jahr 2020 drastisch ansteigen wird. Gartner schätzt, dass das IoT bis zum Ende dieses Jahrzehnts 26 Milliarden Geräte umfassen wird. IDC geht noch weiter und rechnet mit 212 Milliarden Geräten.

Langsam wächst das Bewusstsein dafür, dass die starke Zunahme von Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, nicht unproblematisch ist und man sich auf neue Bedrohungen vorbereiten sollte.

So hat eine von GFI Software in Auftrag gegebene Umfrage unter 202 IT-Entscheidungsträgern ergeben, dass die zunehmende Relevanz des IoT für Unternehmen mit wachsenden Sicherheitsbedrohungen, größeren Herausforderungen im Gerätemanagement und mit gesteigerten Kosten für das IT-Management einhergeht.

Milliarden von neuen, unsicheren Endpunkten

Die Gründe hierfür sind nachvollziehbar: Das IoT schafft Milliarden von neuen, unsicheren Endpunkten, die neue Angriffsvektoren erzeugen werden. Rund 97 Prozent der befragten IT-Entscheidungsträger gehen davon aus, dass das IoT zumindest einige negative Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben wird. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) rechnet damit, dass die stärkere Vernetzung zu neuen Sicherheitsbedrohungen führen wird und sich bereits vorhandene Bedrohungen auf eine Vielzahl von Geräten ausdehnen werden.

Weiterhin gaben 30 Prozent an, dass das IoT zu höheren IT-Kosten führen wird, während rund 27 Prozent der Meinung sind, dass die Geräteverwaltung als Folge der Zunahme des IoT außer Kontrolle geraten wird. 14 Prozent glauben, dass die Implementierung von Korrekturen auf unterschiedlichen Plattformen eine besondere Herausforderung darstellen wird und annähernd 13 Prozent sagten, das IoT werde die Geschwindigkeit und die Effizienz beeinträchtigen. Zudem befürchten rund sechs Prozent der Studienteilnehmer, dass sich das Internet der Dinge negativ auf das geistige Eigentum ihres Unternehmens auswirken könnte.

Sicherheitsmaßnahmen anpassen

Eine jede Innovation erfordert eine Anpassung an neue Technologien – nicht nur, um neue Gelegenheiten zu nutzen, sondern ebenfalls, um sich auf die neuen Probleme einzustellen, die sich zwangsläufig aus dieser ergeben. So verhält es sich mit dem Internet der Dinge, wenn über drei Viertel (78,6 Prozent) der IT-Administratoren davon ausgehen, dass sie ihre Sicherheitsmaßnahmen aufgrund des IoT ändern werden müssen. In Bezug auf diese Änderungen erwartet fast ein Drittel (30 Prozent), die Verbindungsrichtlinien am Arbeitsplatz überarbeiten zu müssen, um diese Anpassung handhaben zu können.

Möglicherweise können vorhandene Anti-Spam-, Anti-Virus-, und Anti-Malware-Infrastrukturen nicht die Aufgaben zum Schutz gegen die Vielzahl von Risiken erfüllen, die sich aus den Milliarden von unsicheren, neuen Endpunkten ergeben. 45 Prozent der befragten IT-Entscheidungsträger nannten Firewalls als deren oberste Priorität, während 35,7 Prozent die mobile Geräteverwaltung anführten. Antivirus wurde von weniger als einem Fünftel (18,7 Prozent) der Befragten als oberste Priorität angeführt.

Fast zwei Drittel der Befragten nehmen an, dass das IoT für ihr Unternehmen von Bedeutung ist, 24 Prozent untersuchen derzeit bereits mögliche Geschäftsvorteile. Obwohl 9,9 Prozent aussagen, dass das IoT keine Rolle in ihrem Unternehmen spielt, sagten 26,7 Prozent aus, dass das lediglich momentan so ist, das IoT aber langfristig aber von Bedeutung sein könnte.

Eine zweifache Bedrohung

Die Bedrohung durch das IoT ist zweifach. Geräte im Internet of Things können sowohl die Quelle als auch das Ziel von Angriffen sein. Es gibt einige Dinge, die Unternehmen ab sofort tun können:

  • Die Verbindungsrichtlinien am Arbeitsplatz ändern: Verfügt ein Unternehmen über Richtlinien bezüglich der Nutzung persönlicher Geräte, ist es nun an der Zeit, diese zu aktualisieren. BYOD ist der Vorläufer des IoT. Falls bisher noch nichts gegen BYOD unternommen wurde, ist es höchste Zeit, damit zu beginnen.
  • Firewalls verstärken: Für 45 Prozent der IT-Profis hat das oberste Priorität in ihrem Unternehmen.
  • Zugeben, dass es ein Problem geben könnte: Es ist empfehlenswert zu erkennen, dass das IoT sich zu einem Problem entwickeln könnte. Planungen im Hinblick auf das IoT müssen nicht gleich zu einem ganzjährigen Projekt ausarten. Allerdings kann es nicht schaden, das IoT schon heute im Blick zu haben und sich bereits jetzt Gedanken zu machen, wie es sich auf das eigene Unternehmen auswirken könnte.
  • Tools maximieren und ausschöpfen: Unternehmen sollten nicht an der Sicherheit sparen. Sicherheitssoftware ist wichtig, aber auch das Patch- und Risikomanagement müssen im Auge behalten werden. Insbesondere das Patch-Management wird im Hinblick auf das Internet der Dinge an Bedeutung gewinnen.
  • Ausschau nach neuen Werkzeugen halten: Auf IT-Sicherheit spezialisierte Anbieter können in zweifacher Hinsicht helfen: Zum einen können sie ihre Kunden informieren, wie man ihre Produkte, die bereits im Unternehmen vorhanden sind, am besten konfigurieren kann, um diese an das IoT anzupassen. Zum anderen können sowohl etablierte als auch neue Anbieter spezielle neue Wege zur Unterstützung des IoT ausarbeiten. Es lohnt, sich bei der Anschaffung von IoT-Werkzeugen oder -Apps zu vergewissern, dass der gewählte Geschäftspartner über eine gute Expertise auf dem Gebiet der IT-Sicherheit verfügt.

Fazit

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass sich das Internet der Dinge auf die IT-Sicherheit von Unternehmen auswirken wird. Selbst gewöhnliche Geräte von Angestellten können sich zu einer echten Gefahr für Unternehmen entwickeln, wenn diese ohne angemessene Sicherheitslösungen mit dem Internet verbunden werden.

Bereits in wenigen Jahren werden Unternehmen sich Milliarden von unsicheren, neuen Endpunkten ausgesetzt sehen, die das Netzwerk gefährden können. Die wichtigsten Punkte, hier entgegenzusteuern, sind klar: IT-Organisationen müssen wirksam planen und Betriebssysteme, Firmware und den Patch-Support für das IoT-Zeitalter fit machen.

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