Ansätze zur Standardisierung im Internet of Things

Ein Wildwuchs an Standards bremst das Internet der Dinge aus

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Es ist unüberschaubar und sieht also eher nach Chaos aus als nach Standards. Es gibt die aus der Telekommunikation stammenden Wireless-Techniken CDMA, GSM, LTE und DECT. Außerdem bieten sich Bluetooth und WiFi an. Weil die Geräte aber wenig Energie und Bandbreite beanspruchen sollen, sind da noch ZigBee, Z-Wave, Insteon, Bluetooth Low Energy (auch Bluetooth Smart) und Weightless. Und das ist noch längst nicht alles: Die Masse der Geräte wird eine kakofonische Masse an Daten produzieren, Big Data auf Haushaltsebene – samt der Notwendigkeit von Softwaretechniken wie Hadoop.

Ergebnisse lassen auf sich warten

Die oben genannten Standardisierungsgremien sind allesamt groß, ihre Prozeduren fein austariert. Der Effekt: Sie kommen im Verhältnis zur technischen Entwicklung und den sich dabei eröffnenden Märkten viel zu langsam zu Ergebnissen. Also organisieren sich die Anbieter in Herstellerkonsortien, ein probates Mittel, um De-facto- oder Industrie-Standards zu erzwingen. Dabei versuchen sie, möglichst viele Seiten in ihr Boot zu bekommen, die allesamt auch wieder Partikularinteressen haben: Hardware- und Software-Hersteller, Anbieter von Kommunikations-Infrastruktur sowie Service-Provider.

Der erste Ansatz in Richtung Internet der Dinge war die Internet Protocol for Smart Objects (IPSO) Alliance. Sie wurde 2008 gegründet und zählt inzwischen mehr als 50 Mitglieder. Die Bemühungen der Gruppe zielen darauf, Internet-Standards so anzupassen, dass sie sich auch für neuartige Geräte eignen. Dabei geht es nicht nur um Konsumgüter, sondern um einen sehr weiten Bereich von Industrie und Dienstleistungen. Die Gruppe ist insbesondere in der IETF und im IEEE engagiert.

Viele Industrieinitiativen und Organisation

Eine völlig neue Welle von Industrieinitiativen entstand 2013 und 2014. Inzwischen bestehen vier weitere Organisation, die explizit das Internet of Things auf der Tagesordnung haben.

Einen eindeutigen Fokus auf industrielle Anwendungsumgebungen hat das 2014 gegründete Industrial Internet Consortium (IIC) mit mehr als 50 Mitgliedern. Zu den Gründern und Schwergewichten dieser Vereinigung zählt mit General Electric (GE) immerhin ein Unternehmen, das auf Verankerung in der produzierenden Industrie jenseits der IT verweisen kann. Dem IIC geht es um die Vernetzung von Maschinen, Sensoren etc. mit den Menschen, die mit ihnen arbeiten. Die Koordinierung der Organisation obliegt der Object Management Group, welche sich in erster Linie um Standards für hersteller- und systemunabhängige objektorientierte Programmierung bemüht.

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