Kommentar von Matthias Lübko, Fieldcode Effizienzgewinn mit Predictive Maintenance im Außendienst

Von Matthias Lübko

Mit dem wachsenden Grad an Digitalisierung und Automatisierung über alle Wirtschaftszweige hinweg steigen auch die Ansprüche an die Verfügbarkeit technischer Anlagen und Geräte. Um diese Verfügbarkeit zu gewährleisten, müssen die entsprechenden Anlagen und Geräte möglichst störungsfrei funktionieren oder im Fall eines Defekts zügig wieder instandgesetzt werden. Im Idealfall werden Fehlerquellen jedoch schon entdeckt, bevor Nutzer betroffen sind und ein Notruf abgesetzt wird.

Anbieter zum Thema

Der Autor: Matthias Lübko ist CEO von Fieldcode
Der Autor: Matthias Lübko ist CEO von Fieldcode
(Bild: Marcin Biodrowski-alefoto.com.pl)

Die richtigen Ressourcen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen ist das A und O im Außendienst. In einem klassischen Field-Service-Szenario ohne Einsatz intelligenter Technologie haben die Servicetechniker des mit der Wartung und Instandhaltung beauftragten Unternehmens jedoch kaum eine Möglichkeit, Ausfälle vorherzusehen oder zu verhindern. Konkret bedeutete dies, dass die Techniker erst dann in Aktion treten können, wenn ein technischer Defekt schon zu einem Ausfall geführt hat und Betriebsabläufe bereits beeinträchtigt sind. Das ist nicht nur für die Nutzer der betroffenen Anlage ärgerlich, sondern kostet den Hersteller in der Regel ab der ersten Sekunde bares Geld.

Eine IoT-basierte Field Service Management Software kann hier der Game Changer sein. Sie ermöglicht nicht nur effizientere Einsatzplanung im Außendienst, sondern auch die sogenannte Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung von Maschinen und Anlagen, und bietet Herstellern und deren Mitarbeitern im Außendienst proaktive Unterstützung. Dadurch lassen sich im Idealfall sowohl Kosten für Reparaturen und Instandhaltung sparen als auch die Ausfallzeiten signifikant reduzieren – was sich wiederum positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirkt.

Mit Predictive Maintenance störungsfrei bis auf die Dachterrasse

Konkret veranschaulichen lässt sich dies unter anderem am Beispiel der Aufzugswartung. Die mit der Software verbundene Aufzug-Sensorik überwacht und erfasst verschiedene Parameter: Mit welcher Geschwindigkeit bewegt sich der Aufzug? Bleibt die Temperatur in der Kabine konstant auf einem Niveau? Verändert sich der Geräuschpegel in der Kabine? Die Sensoren erkennen darüber hinaus Vibrationen, Rauchentwicklung in der Kabine und Auffälligkeiten bei der Mechanik der Türen. Sie arbeiten auf stromsparender LoRa-WAN-Basis (Long Range Wide Area Network) und sind über ein Gateway mit der Field Service Management Software verbunden. Dieses wiederum löst über ein Standardprotokoll, welches mit einer App kommuniziert, automatisiert Befehlsketten aus.

Anhand von Schwellenwerten, die im Vorfeld individuell konfiguriert werden können, ist die Software in der Lage, Über- oder Unterschreitungen dieser Werte festzustellen. Die Software meldet die Störung über eine App auf das mobile Gerät desjenigen Technikers, der für das Problem zuständig ist und schnell am jeweiligen Aufzugstandort eintreffen kann, um die Störung zu beheben. Auf der App kann der Mitarbeiter seine Arbeitsaufträge online und offline verfolgen, den Lieferstatus von Ersatzteilen checken und auf wichtige Unterlagen wie Bedienungsanleitungen oder bestehende Wartungslogbücher zurückgreifen. Alle wichtigen Daten lassen sich in Echtzeit überwachen und werden in einem übersichtlichen Analyse-Dashboard zusammengefasst. Mithilfe von standardisierten Arbeitsabläufen (Workflow) werden die Mitarbeiter intelligent durch den Prozess geführt und können anhand der vorher erfassten Daten, Fehlerquellen zuverlässig evaluieren und das Problem schnellstmöglich beheben.

Die Zukunft wird proaktiv

Wer heutzutage einen Aufzug betreibt, hat viele rechtliche Pflichten und muss strenge Vorgaben erfüllen, um die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit der Fahrgäste zu gewährleisten. Folglich überrascht es nicht, dass die Bedeutung proaktiven Handelns auch in der Aufzugbranche wächst. So gaben 2019 fast zwei Drittel der befragten Aufzugbetreiber in Deutschland an, dass im Jahr 2029 Predictive Maintenance von großer oder sehr großer Bedeutung sein wird. Der Einsatz von IoT-basierter Aufzugüberwachung kann den Übergang vom reaktiven zum proaktiven Field Service Management beschleunigen. Die Informationen über eine Auffälligkeit gehen keinen Umweg über den Kunden, sondern werden direkt aus dem Aufzug übermittelt und ermöglichen, schnell zu handeln, sodass der Notrufknopf gar nicht erst betätigt werden muss.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:48093769)