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Service Fabric, Notification Hubs & BizTalk Services Diese Big-Data- und BI-Dienste bietet Microsoft Azure

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Nico Litzel

Microsoft Azure verfügt über zahlreiche Funktionen und Dienste, mit denen Unternehmen Big-Data-Umgebungen aufbauen können. Mit HDInsight lassen sich Hadoop-Cluster in Microsoft Azure bereitstellen. Flankiert werden kann ein solcher Cluster durch zahlreiche weitere Dienste, die Daten senden, speichern, verarbeiten oder analysieren können.

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In Microsoft Azure gibt es einige Serverdienste, die dem Hadoop-Cluster zur Seite stehen können.
In Microsoft Azure gibt es einige Serverdienste, die dem Hadoop-Cluster zur Seite stehen können.
(Bild: Microsoft/T. Joos)

Im ersten Teil des Artikels haben wir bereits die Dienste Stream Analytics, Data Factory, Data Catalog und Event Hubs behandelt. Aber auch Service Fabric, Notification Hubs, BizTalk Services, Batch, DocumentDB und StorSimple bieten wichtige Möglichkeiten für Big Data.

Big Data-Umgebungen benötigen großen Speicherplatz für die Daten, die schnell verarbeitet, analysiert und zur Verfügung gestellt werden müssen. Die Daten kommen oft aus verschiedenen Quellen und es ist durchaus sinnvoll auch diese Quellen direkt an Microsoft Azure anzubinden. Durch die verschiedenen Schnittstellen lassen sich Daten mit Azure sammeln, verarbeiten und gleich im Big-Data-System verarbeiten.

Service Fabric – Microservice-basierte Anwendungen bereitstellen

Über Microsoft Azure Service Fabric können Unternehmen Clouddienste bereitstellen, die gleichzeitig Daten sammeln, um sie für Big Data weiter zu verarbeiten. Im Fokus der Service Fabric stehen Internet of Things (IoT)-Daten, die erfasst und weiterverarbeitet werden müssen. Viele Microsoft-Dienste bauen selbst auf Azure Service Fabric auf, zum Beispiel Skype for Business, Intune, Azure Event Hubs, Azure Data Factory, Azure DocumentDB, Azure SQL-Datenbank und Bing Cortana.

Der Vorteil der Umgebung ist die schnelle Bereitstellung des Dienstes, da weder eigene Server noch Infrastrukturen bereitgestellt werden müssen. Vorteil des Dienstes besteht im Aufteilen komplexer Dienste in einzelne Mikrodienste, die vor allem bei datenintensiven Anwendungen schneller sind und Daten skalierbarerer zur Verfügung stellen können. Dazu kommt, dass einzelne Dienste eine geringere Latenz haben und langsamere Dienste das System nicht ausbremsen.

Entwickelt werden die Dienste mit Visual Studio. Die Mikrodienste lassen sich darüber hinaus auch ausfallsicher betreiben. Dazu kommen Möglichkeiten zur Orchestrierung und zur Automatisierung.

Notification Hubs – Benachrichtigungen an Endgeräte senden und auswerten

Zur Auswertung von Big-Data-Informationen gehört auch das Messen von Texten und Informationen aus sozialen Netzwerken. Mit Notification Hubs lassen sich Push-Nachrichten an Endgeräte wie Android, iOS oder Kindle senden. Das ist vor allem für App-Entwickler interessant, welche die Verwendung ihrer App über Big Data messen und analysieren wollen.

Diese Nachrichten werden aber nicht nur gesendet, sondern lassen sich messen und mit Big Data weiterverarbeiten. Notification Hubs kann mit lokalen Diensten betrieben werden, aber auch mit Lösungen aus der Cloud. Im Fokus steht das Senden von Nachrichten an sehr viele Geräte gleichzeitig. Vorteil ist die sehr schnelle, und einfache Umsetzung.

Als Back-End lassen sich .NET, PHP, Java oder Node nutzen. Die Benachrichtigungen lassen sich mit dynamischen Markierungen einsetzen. Mit Tags können Entwickler Zielgruppen auf Basis von Aktivität, Interessen, Standort oder Präferenzen ansprechen. Diese Daten lassen sich auch entsprechend weiterverarbeiten.

BizTalk Services – EDI, B2B, Partner, EAI, IOT

BizTalk Services dienen vor allem der Zahlungsabwicklung, Supply Chain Management, B2B-Interaktionen, Entscheidungsfindung und Berichterstattung. Dabei lassen sich die Daten auch in Echtzeit analysieren, erfassen und verwenden.

BizTalk Services lassen sich auch über Azure App Service nutzen. BizTalk Services ermöglichen die Anbindung von Branchenanwendungen wie SAP, Oracle EBS, SQL Server und PeopleSoft anbinden und in der Cloud auswerten. Dazu kommt die Möglichkeit zahlreiche Datenquellen anzubinden. Speichern lassen sich Daten wiederum in Azure-SQL- oder in Blob-Datenbanken.

Verbinden lassen sich BizTalk Services auch mit Azure Websites oder Azure Mobile Services. Natürlich lassen sich nahezu beliebige Datenbanken oder Webdiensten anbinden.

Batch – Auftragsplanung und die Verwaltung in der Cloud

Betreiben Unternehmen mehrere Dienste und virtuelle Server in Microsoft Azure, die auch untereinander Daten austauschen müssen, kann es sinnvoll sein, verschiedene Aktionen zu automatisieren. Eine automatische Auftragsbearbeitung können Entwickler in Microsoft Azure integrieren. Dazu lässt sich zum Beispiel der Azure-Dienst Batch nutzen. Mit Batchdiensten können Unternehmen zum Beispiel Rechnungen oder Gehaltsabrechnungen automatisiert abwickeln und verarbeiten. Weiterer Möglichkeiten sind automatisierte Berechnungen oder das Verarbeiten bestimmter Daten, die mit Big Data analysiert werden sollen.

Alles was Unternehmen lokal mit Skripten und Batches automatisieren, kann mit Azure Batch komplett in die Cloud ausgelagert werden. Vorteil von Azure Batch ist die Skalierbarkeit. Benötigen Entwickler für einen Batch an einem Tag mehr Rechenleistung als an einem anderen, kann das in Azure Batch berücksichtigt werden.

Die Ausführung von Batches lässt sich zeitsteuern oder manuell und bedingungsabhängig starten. Batches lassen sich auch Benutzer zuweisen, die diese ausführen dürfen, zum Beispiel der Buchhaltung oder der Personalabteilung. Der entsprechende Anwender muss den Batch nur ausführen, nicht seine Funktion verstehen. Auch eine Überwachung- und Benachrichtigungsfunktion lässt sich integrieren.

StorSimple – hybride Speicherfunktionen für Big Data

Bei StorSimple handelt es sich um eine Storage-Appliance, die lokale Speicherkapazitäten bietet und parallel noch Datenspeicher in der Azure-Cloud. Zusätzlich bietet Microsoft Hardware-Appliances mit der Bezeichnung StorSimple an. Dabei handelt es sich um Hybrid-Storage-Lösungen. Diese bieten lokalen Speicher und gleichzeitig eine Anbindung an Azure Storage. StorSimple-Appliances verfügen über Daten-Deduplizierungs-Mechanismen für den lokalen Speicher und Skalierbarkeit in die Cloud. Die Appliance erkennt Daten, die selten benötigt werden, und kann diese in die Cloud auslagern. Das schafft Platz auf dem lokalen Speicher und erhöht die Geschwindigkeit von häufig verwendeten Daten.

Die Datensynchronisierung zwischen dem lokalen Speicher und der Cloud wird über eine AES-256-verschlüsselte Verbindung hergestellt. Die Verwaltung des Servers kann auch in der Cloud erfolgen. Dazu nutzen Sie den Microsoft Azure StorSimple Manager. Mit diesem können Administratoren auch mehrere Appliances zusammen verwalten.

In Microsoft Azure haben Unternehmen noch die Möglichkeit, eine Microsoft Azure StorSimple Virtual Appliance zu positionieren. Diese hat ebenfalls Zugriff auf den Cloud-Teil der lokal betriebenen StorSimple-Appliance. Auf die virtuelle Appliance in Microsoft Azure können dann wiederum die virtuellen Server und Dienste in Microsoft Azure zugreifen und Daten speichern. Einfach ausgedrückt: Unternehmen können auf diesem Wege auf ihre lokalen Server und die virtuellen Server in der Cloud über einen gemeinsamen Speicher zugreifen, den Administratoren einfach verwalten und skalieren können.

DocumentDB – JSON-Datenbanken in Microsoft Azure

Mit DocumentDB können Entwickler JSON-Datenbanken direkt in Microsoft Azure anlegen und produktiv nutzen. Der NoSQL-Datenbankdienst ist natürlich vor allem für den Big-Data-Bereich geeignet. Die Datenbanken ermöglichen umfangreiche Abfragen für schemafreie JSON-Daten.

JSON-Dokumente, die zur Datenbank hinzugefügt werden, kann der Dienst sofort indizieren. Die Abfrage der Informationen kann mit SQL-Syntax erfolgen. Die Datenbank kann auch als Grundlage für Apps und Webanwendungen genutzt werden. Microsoft stellt außerdem Connectoren zur Verfügung, mit denen sich die Inhalte von DocumentDB an Hadoop anbinden lassen. Die Daten werden im Azure-Rechenzentrum auf schnellem Datenspeicher (SSD) abgelegt. Daher ist die Datenbank sehr schnell und bietet eine geringe Latenz. Microsoft stellt SDKs für JavaScript, Java, Node.js, Python und .NET zur Verfügung.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist