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VDE-Studie sieht Industrie 4.0 auf dem Vormarsch Die Smart Factory wird in zehn Jahren real

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Bis spätestens 2025 ist die Smart Factory in Deutschland Realität. Davon sind in einer aktuellen Studie des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) fast drei Viertel der befragten Unternehmen und Hochschulen überzeugt.

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Frage: In welchem Zeitraum erwarten Sie Industrie 4.0 in einem volkswirtschaftlich bedeutenden Umfang?
Frage: In welchem Zeitraum erwarten Sie Industrie 4.0 in einem volkswirtschaftlich bedeutenden Umfang?
(Bild: VDE)

Laut der Studie befasst sich jedes dritte Unternehmen konkret mit Industrie 4.0. Rund 70 Prozent befinden sich noch in der Analysephase: Etwa ein Drittel der Firmen betreibt operative Einzelprojekte und rund ein Viertel der Unternehmen steckt in der Planungs- oder Testphase. Der Umfrage zufolge werden Automobil- und Maschinenbau am meisten von Industrie 4.0 profitieren, gefolgt von Elektrotechnik und Logistik.

Klassische Methoden bremsen

Jeder zweite Befragte glaubt, dass vor allem der Mittelstand durch Industrie 4.0 gewinnen wird. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer erwartet aber auch einen starken internationalen Wettbewerb um die Technologieführerschaft in der Produktion. Jedes vierte Unternehmen befürchtet, dass die deutsche Industrie zu lange an klassischen Produktionsmethoden festhält. Nur 40 Prozent glauben, dass Deutschland ein Leitanbieter für Industrie 4.0 wird. 30 Prozent sehen die USA an der Spitze, 25 Prozent Japan und nur 19 Prozent Deutschland. Vor allem Investitionen in den Mikroelektronikstandort Deutschland werden gefordert. „Statt die Produktion aus der Hand in Richtung Asien zu geben, muss die gesamte Innovationskette vom Chip-Design bis zur Fertigung vor Ort in Europa, vom Mikrochip über Embedded Systems bis zu cyber-physischen Systemen verfügbar sein“, fordert VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer.

Viele Hindernisse vorhanden

Das derzeit größte Hindernis für die Ausbreitung von Industrie 4.0 ist für sieben von zehn Befragten die IT-Sicherheit. Fast jeder zweite Befragte vermisst Normen und Standards und sieht Migrationsprobleme von klassischer Industrie zu Industrie 4.0 sowie unzureichende branchenübergreifende und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Hohe Investitionskosten und Komplexität sind für jeden dritten große Hindernisse, fehlende Anwendungsfälle sowie Geschäftsmodelle und die unzureichende IKT-Infrastruktur sieht etwa ein Viertel als Barriere an. Dennoch sind 51 Prozent davon überzeugt, dass Industrie 4.0 ein wichtiger Pfad zur anhaltenden Re-Industrialisierung Europas ist. Vor zwei Jahren glaubten das nur 39 Prozent.

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