Analyse von Audiosignalen

Diagnose mit der Intelligenz des Bauchgefühls

| Autor / Redakteur: Nadine Schweitzer / Nico Litzel

Die Unternehmensgründer Pavel Klinger – links – und Pavel Konečný – rechts – suchen Partner für die Sound-Erkennung. Konečný: „Die Hannover Messe ist für uns eine einzigartige Chance.“
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Die Unternehmensgründer Pavel Klinger – links – und Pavel Konečný – rechts – suchen Partner für die Sound-Erkennung. Konečný: „Die Hannover Messe ist für uns eine einzigartige Chance.“ (Bild: Neuron Soundware)

Ein Sound-Erkennungssystem analysiert technische Probleme bei Maschinen auf der Grundlage von Betriebsgeräuschen und löst Alarm aus.

An der Aufklärung und Bewirtschaftung der thematischen Großwetterlage über der Hannover Messe mit ihren Auffrischungen und Hochdruckgebieten wie etwa Industrie 4.0, Internet of Things (IoT) oder Artificial Intelligence (AI) beteiligen sich nicht nur international agierende Konzerne und Hidden Champions, sondern auch weitgehend unbekannte Akteure wie etwa Neuron Soundware aus Tschechien. Zu bieten hat das Start-up-Unternehmen ein Sound-Erkennungssystem, das schon einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Das System, das dem Unternehmen zufolge Ansätze aus den Themenfeldern IoT und AI kombiniert, erkennt und analysiert technische Probleme bei Maschinen und Anlagen auf der Grundlage von Betriebsgeräuschen. Es basiert auf einer von Neuron Soundware entwickelten und trainierten AI-Software, die Audiosignale versteht. Darauf baut das Unternehmen im Hinblick auf spezielle Anforderungen smarte Erkennungssysteme auf, die Anomalien und bekannte Probleme bei Maschinen und Anlagen frühzeitig entdecken und – wenn nötig – Alarm schlagen.

Bestandteile der jeweiligen Systeme sind hochwertige Akustiksensoren, die auch kleinste Geräuschdaten erfassen und nahezu in Echtzeit auswerten. Die dafür notwendigen Algorithmen können direkt in die jeweiligen Maschinen und Anlagen integriert werden oder extern in einer Cloud arbeiten.

Die Sounderkennung kann in Fernwartungskonzepte integriert werden und sie auf eine breitere Datenbasis als bislang üblich stellen und dadurch verlässlicher machen. Die bekannten Effekte wie etwa die Senkung der Wartungs- und Reparaturkosten können sich dabei deutlich verstärken. Auch der Totalausfall von Anlagen oder Motoren lasse sich prognostizieren und oftmals verhindern, heißt es. Außerdem würden Qualitätsprobleme oft schon im Betriebsmodus von Maschinen und Anlagen erkennbar.

Die Idee zu dem System kam den Gründern Pavel Konečný und Pavel Klinger ihrer Darstellung zufolge durch eine alltägliche Pannengeschichte von Freunden, die während einer Autofahrt von ungewöhnlichen Motorgeräuschen beunruhigt, in einer Werkstatt wieder beruhigt wurden und deren Fahrzeug nach wenigen Kilometern doch liegen geblieben war.

Die Geschichte von dem anscheinend „untrüglichen Bauchgefühl“ sei schließlich die zündende Idee zu der „Soundware“ und 2016 auch zum Anlass der Unternehmensgründung geworden, sagt Pavel Konečný. Die in der Sounderkennung materialisierte Kombination von praktischem industriellen Nutzen und künstlicher Intelligenz wurde von Vodafone noch im Gründungsjahr als „Idea of the Year 2016” ausgezeichnet und vor Kurzem in das Bizlab Accelerator Programm von Airbus aufgenommen.

Bei Siemens Mobility, E.ON und der Deutschen Bahn ist das System im Test. Dabei wird es unter anderem an Windanlagen, Weichenantrieben, Antrieben von Rolltreppen an Bahnhöfen und Antriebssystemen von Eisenbahnzügen erprobt.

Mit dem Auftritt des Unternehmens in der Messehalle Halle 17 am Stand B68 (C59) geht die Geschichte vom „untrüglichen Bauchgefühl“ nun in eine neue Runde: „Wir werden potenziellen Kunden unsere Technologie demonstrieren, aber auch aktiv mögliche Partner und Distributoren suchen", sagte Pavel Konečný kurz vor dem Messebeginn: „Die Hannover Messe ist für uns eine einzigartige Chance.“

Neuron Soundware auf der Hannover Messe: Halle 17, Stand B68 (C59)

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