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VDE-Studie Deutschlands Position im Innovationswettlauf IoT

Autor / Redakteur: Johann Wiesböck / Nico Litzel

Der Technologieverband VDE befragte Insider zu Deutschlands Position im IoT-Innovationswettlauf. Die Insider mahnen schnelles Tempo und „kalifornischen Geist“ an. Da kann man nur zustimmen.

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Johann Wiesböck, Chefredakteur ELEKTRONIKPRAXIS, stellt das Ergebnis der VDE-Studie "Digitalisierung 2020" kurzgefasst vor.
Johann Wiesböck, Chefredakteur ELEKTRONIKPRAXIS, stellt das Ergebnis der VDE-Studie "Digitalisierung 2020" kurzgefasst vor.
(Bild: VBM)

Was treibt das „Internet of Things“ (IoT) eigentlich an? Und was muss der Standort Deutschland und Europa tun, um davon zu profitieren? Dazu hat der VDE hochkarätige Referenten seines Digitalisierungsgipfels befragt. Das Ergebnis in Kürze: Konnektivitäts- und Kommunikationstechnologien sowie Embedded-Systeme und Cyber-Physical-Systems sind die wichtigsten Basistechnologien und Innovationstreiber für das IoT.

Das mit Abstand wichtigste Anwendungsfeld heißt Industrie 4.0. Und die größten Innovationshemmnisse liegen bei Problemen der IT-Sicherheit sowie beim Festhalten an etablierten Technologien und Geschäftsmodellen. Zur Stärkung der deutschen IoT-Position fordern die Experten die schnelle und flächendeckende Einführung der 5G-Infrastruktur, „IT-Security first“ und eine Charme-Offensive für die Elektro- und IT-Ausbildung.

Darüber hinaus gilt es, Start-ups und Kooperationen zu fördern und dabei verstärkt auf unkonventionelle und innovative Lösungen zu setzen. Auch für Europa brechen die Experten eine Lanze: Ein homogener europäischer Markt ist im Wettbewerb mit den ökonomischen Schwergewichten aus Amerika und Asien unverzichtbar für internationale Markterfolge.

5G – technische Basis für das IoT

Die stärkste Triebfeder für das IoT sehen die Experten in Industrie 4.0. Aber auch Smart Mobility und Health & Livestyle sowie Smart Energy und Smart Living haben großen Anteil am Siegeszug der digitalen Vernetzung. Die technische Basis für das Internet der Dinge schaffen in erster Linie Konnektivitäts- und Kommunikationstechnologien – mit anderen Worten 5G.

Es folgen Security and Safety, Big Data sowie Sensor, Aktuator- und Regelungstechnologien. Als wichtigste technische Innovationstreiber gelten Embedded Systems und Cyber-Physical-Systems. Ihnen wird eine noch größere Triebkraft zugetraut als Sensorik und Aktorik, Informations- und Kommunikationstechnik, Mikroelektronik / Mikrosystemtechnik, Cloud-Dienste und Semantische Technologien. Die höchsten Barrieren für die digitale Vernetzung bilden die IT-Sicherheit und das Festhalten an etablierten Technologien und Geschäftsmodellen.

Finanzierungsprobleme und der mangelnde Reifegrad bzw. technische Hürden stellen ebenfalls ernstzunehmende Hemmnisse dar. Fragen der Regulierung und Frequenzen und fehlende Anreize gelten dagegen als weniger problematisch.

Eine unverzichtbare Voraussetzung für den digitalen Wandel ist der forcierte Ausbau der IKT-Infrastruktur für ein „taktiles Internet“.

Lösungen schnell und effizient bereitstellen

Ziel muss es sein, mit hochflexiblen software-getriebenen Plattformen schnell und effizient Lösungen bereitzustellen, die auf personalisierte und auf industriespezifische Anforderungen zugeschnitten sind, um so das gesamte unternehmerische Potenzial von Industrie 4.0 und anderen Anwendungen auszuschöpfen.

Zugleich gilt es, höchste Priorität auf Maßnahmen zur Sicherstellung funktionaler Informationssicherheit (z.B. Sicherstellung personenbezogener Daten für E-Health) zu legen. Bei der Erstellung von IT-Sicherheitskonzepten sollten nach Meinung der VDE-Experten technische, organisatorische und qualifikatorische Aspekte beachtet werden.

Nach Meinung der befragten IoT-Insider ist neben erheblichen technologischen Anstrengungen aber auch ein Mentalitätswandel und ein verbessertes Umfeld für unternehmerischen Wagemut erforderlich, um Deutschland mit einem gelungenen Sprung ins digitale Zeitalter und in die Champions League der digitalen Vernetzung zu katapultieren. Gefordert wird mehr „kalifornischer“ Geist und Mut zu unkonventionellen Lösungen, um aus der digitalen Goldgräberstimmung Nutzen zu ziehen.

Die VDE-Studie „Digitalisierung 2020“ ist kostenfrei im Shop auf www.vde.com erhältlich.

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