Industrie 4.0 Deutschland und China gemeinsam für Normung und Standardisierung

Autor / Redakteur: Udo Schnell / Nico Litzel

Deutsche und chinesische Normungskommissionen wollen zukünftig noch enger zusammenarbeiten, wenn es um die Entwicklung und Definition von Normen für die Industrie 4.0 geht. In einem Memorandum of Unterstanding verständigten sich Vertreter von VDE|DKE und dem chinesischen SAC Anfang Juli 2015 in Frankfurt auf ein aktives und langfristiges Engagement und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

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Vertragsunterzeichnung Ende Mai in Chengdu, China. Im Bild: Reinhold Pichler (li.), Leiter des DKE ExcellenceCluster Industrie 4.0 im VDE, und Wang Li (re.), Vice Director bei SAC.
Vertragsunterzeichnung Ende Mai in Chengdu, China. Im Bild: Reinhold Pichler (li.), Leiter des DKE ExcellenceCluster Industrie 4.0 im VDE, und Wang Li (re.), Vice Director bei SAC.
(Bild: VDE/SAC)

Das Stichwort Industrie 4.0 ist in aller Munde: Branchenübergreifend und weltweit werden Techniken entwickelt, die bereits jetzt eine neue Ära der Industrialisierung eingeläutet haben. Wie der VDE mitteilt, ist die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung von Produktionsabläufen, Industrieanlagen und Recyclingprozessen eine große Herausforderung für moderne Kommunikationstechnik, aber auch für die Vereinheitlichung international gültiger Normen.

Bei einem Besuch der chinesischen Delegation des Standardization Administration of the People's Republic of China (SAC) beim VDE und seiner Normungsorganisation DKE am 2. Juli 2015 seien sich die Vertreterinnen und Vertreter beider Länder einig gewesen: Um langfristig gewinnbringend arbeiten zu können, müssen die Chancen der Digitalisierung frühzeitig erkannt werden. In der gemeinsamen Erklärung bekräftigten beide Seiten die hohe Relevanz internationaler Normungsarbeit. Die Fertigungsindustrie ist sowohl für Deutschland als auch für China ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Neue Arbeitsgruppe „Intelligent Manufacturing“

Den Grundstein für die Zusammenarbeit legte, so der VDE weiter, das China-Deutschland-Joint-Komitee für Normung und Standardisierung im Mai 2015 bei ihrer Sitzung in Chengdu in der Provinz Sichuan. Mit der Vertragsunterzeichnung wurde auch die neue Arbeitsgruppe „Intelligent Manufacturing“ gegründet. Neben den bereits bestehenden Bereichen E-Mobilitiy und Smart Cities ist mit Industrie 4.0 nun ein weiteres zukunftsweisendes Thema hinzugekommen.

„Die gemeinsame Arbeitsgruppe für Industrie 4.0 ist auch eine Weiterentwicklung der Anforderungen der Bundesregierung zum Wirtschaftszweig 4.0. Sie stand im Zusammenhang mit den Regierungskonsultationen durch den chinesischen Premier Li Keqiang und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Oktober 2014“, so Reinhold Pichler, Leiter des DKE ExcellenceCluster Industrie 4.0 im VDE.

Beispielhaftes Projekt aus dem Bereich Steckvorrichtungen

Ein Beispiel für die bereits erfolgreiche deutsch-chinesische Zusammenarbeit sei das Projekt „Plugs and sockets for industrial purposes – Low-voltage docking connectors with pins and contact-tubes for mobile energy storage units“. Dieses wichtige Normungsprojekt aus dem Bereich Steckvorrichtungen für Batteriewechselsysteme wurde den Angaben zufolge vom deutschen nationalen Komitee bei der International Electrotechnical Commission (IEC) eingereicht und angenommen. Leiter dieses Projektes ist der Deutsche Bernd Horrmeyer und stellvertretender Leiter der Chinese Ni Feng.

„Nach Ansicht vieler Experten werden Batteriespeicher ein zentrales Element der Energiewende und für die Elektromobilität brauchen wir sie sowieso. Die deutsch-chinesische Projektspitze ist ein wichtiger Schritt für die Zusammenarbeit und Entwicklung in diesem Bereich“, kommentiert Dr. Bernhard Thies, Sprecher der DKE-Geschäftsführung.

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