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Industrie 4.0 Deutschland hinkt hinterher

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Die industrielle Vernetzung steckt hierzulande immer noch in den Kinderschuhen, stellt Freudenberg IT auf Basis einer Studie fest. Es fehle insbesondere an etablierten Standards für das mittelständische produzierende Gewerbe.

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Hohe Investitionskosten sind das größte Hindernis für Industrie 4.0.
Hohe Investitionskosten sind das größte Hindernis für Industrie 4.0.
(Bild: PAC / Freudenberg IT)

Positiv sei zumindest der steigende Bekanntheitsgrad des Themas Industrie 4.0. In den vergangenen Jahren fehlte es vielen Firmen noch an grundlegender Aufklärung zu diesem Thema. Mittlerweile sehen sich die meisten Unternehmen gerüstet: Nur 19 Prozent der von Pierre Audoin Consultants (PAC) Befragten halten diesen Faktor noch für problematisch. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 27 Prozent. „Die generelle Auseinandersetzung mit dem Thema führt bereits zu einem erhöhten Grundverständnis und auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit effizienter Prozesse hat deutlich zugenommen“, erklärt PAC-Analystin Stefanie Naujoks.

Teuer und unklar

Zwar arbeiten Großkonzerne wie BMW oder VW bereits an „Produktionsstätten 4.0“, das Hauptproblem liegt aber an anderer Stelle. Laut der Studie fehle es vor allem dem mittelständischen produzierenden Gewerbe an etablierten Standards, an denen sie die Digitalisierungsprozesse ausrichten können. Themen wie Sicherheit, einheitliche Dateiformate oder –übertragungswege finden sich meist nur als Tagesordnungspunkte auf Agenden. Deswegen scheuen traditionelle Fertigungsbetriebe die hohen Investitionskosten – der Weg in die Zukunft ist teuer und unklar.

Zögerlicher Umgang

Mehr als jeder dritte Befragte glaubt, dass die Politik zu wenig unternimmt, um den Weg für kleine und mittlere Unternehmen zu ebnen. Während in den USA das „Industrial Internet Consortium“ mit Unterstützung großer Branchenteilnehmer an weltweiten Standards arbeitet, wird in Deutschland scheinbar auf Kongressen und in Workshops vorsichtig die Richtung ausgelotet. Der 2013 gegründete Arbeitskreis „Plattform Industrie 4.0“ hat laut Freudenberg IT bisher wenig mehr als ein paar gut gemeinte Handlungsempfehlungen hervorgebracht.

„Die wesentliche Überzeugungsarbeit muss an der Basis der deutschen Wirtschaft geleistet werden. In den Fertigungsbetrieben, die ohne eine klare Vision nicht in der Lage sein werden, die Digitalisierung effizient umzusetzen. Deutschland exportiert bereits seit Jahren IT 4.0, vor allem nach China. Wir haben ausgezeichnete Voraussetzungen, nach dem Hype ist nun die Zeit zu handeln“, erklärt Horst Reichardt, CEO von Freudenberg IT.

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