Studie Automation und KI

Deutsche fürchten um die Jobs ihrer Mitmenschen

| Autor / Redakteur: Georgina Bott / Nico Litzel

Zwei Drittel der Deutschen sorgen sich um die Jobs ihrer Mitmenschen, den eigenen Arbeitsplatz allerdings halten sie für sicher.
Zwei Drittel der Deutschen sorgen sich um die Jobs ihrer Mitmenschen, den eigenen Arbeitsplatz allerdings halten sie für sicher. (Bild: Rawpixel Ltd.)

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland denkt, dass durch die Digitalisierung Jobs vernichtet werden – nur nicht der eigene. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die sich mit Einstellung der Deutschen zu den Themen Automation und Künstliche Intelligenz beschäftigt.

Zwei Drittel der Deutschen glauben an das Überleben ihrer Branche, während ein Großteil gleichzeitig davon überzeugt ist, dass die Digitalisierung für andere Branchenzweige Folgen haben wird. In einer aktuellen Studie geht es um die Einstellung der Deutschen zu den Themen Automation und Künstliche Intelligenz. Um die Auswirkungen der neuen Technologien einzuschätzen, wurden 1.017 Menschen in Deutschland interviewt. Die Befragten sollten unter anderem beantworten, ob sie befürchten ihren Arbeitsplatz durch die fortschreitende Automation zu verlieren und welche Branchen am meisten betroffen sein werden.

Bots können meine Arbeit nicht übernehmen

Künstliche Intelligenz, Bots und Automation sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Algorithmen bestimmen, was wir sehen und was nicht. Chatbots beantworten unsere Fragen. Im ländlich geprägten Mittelfranken stellt eine hochautomatisierte Fabrik Sportschuhe her. An dem technischen Fortschritt scheiden sich allerdings die Geister: Viele Studien prognostizieren die Zerstörung von Millionen Arbeitsplätzen. Dennoch sagen 68 Prozent der Befragten, dass der eigene Arbeitsplatz in den kommenden zehn Jahren nicht durch Automation bedroht ist.

Dabei sind sich 45 Prozent der Befragten sicher: Ein Roboter oder eine Künstliche Intelligenz könnte ihre Arbeit nicht übernehmen. Und 34 Prozent gehen davon aus, dass sie sich auch nicht mit einem künstlichen Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz messen lassen müssen. Gefahren für die eigene Berufssparte sehen die Befragten vor allem aufgrund zu geringer Löhne (22 Prozent), dicht gefolgt von der Automation (21 Prozent), schlechter wirtschaftlicher Entwicklung (20 Prozent) und der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland (17 Prozent).

Ganz anders fällt hingegen der Blick auf andere Berufe aus: 62 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Automation in anderen Branchen Arbeitsplätze ersetzen wird, während der eigene Job sicher ist. Besonders erwarten dies die Befragten aus der Gesundheitsbranche (74 Prozent) sowie der Informationstechnologie (70 Prozent). Berufe, die nicht nur direkten Kundenkontakt erfordern, sondern auch auf tiefgründigen Einschätzungen beruhen, werden von allen Befragten als weitestgehend sicher vor der voranschreitenden Automation angesehen. Lediglich 0,7 Prozent denken, dass Juristen durch die Digitalisierung ihre Arbeit verlieren und das obwohl bereits heute erste Anwälte mit Roboterkollegen aktiv zusammenarbeiten. Für Medienmacher (1 Prozent) und Personaler (1 Prozent) sieht es nicht viel anders aus. Berufe im Gesundheitswesen (2 Prozent) gelten ebenfalls als wenig bedroht.

Einfache Industriejobs sind gefährdet

Die Befragten sehen in den nächsten 20 Jahren vor allem Arbeitsplätze in der Automobilindustrie (34 Prozent), dem Ingenieurwesen (18 Prozent) sowie dem Transportwesen (14 Prozent) gefährdet. Bei der Frage, welche speziellen Berufe in den nächsten 20 Jahren durch die fortschreitende Automation wegfallen, stehen Fabrikarbeiter mit 31 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Kassierern (29 Prozent). Dies sind auch ebenjene Berufe, welche die meisten Befragten ohne Bedenken in die Hände von Robotern legen würden – knapp 30 Prozent würden ihre Waren auch an einer automatisierten Kasse bezahlen. 24 Prozent können sich vorstellen, dass Roboter in den Fabriken die Produkte fertigen. Allerdings gaben 15 Prozent an, dass sie Robotern oder einer Künstlichen Intelligenz überhaupt keinen Beruf anvertrauen würden und Menschen für unersetzbar halten.

Sind wir vorbereitet?

Obwohl die Mehrheit davon ausgeht, trotz Digitalisierung ihren Beruf weiter auszuüben, haben fast alle Befragten Maßnahmen ergriffen, um ihre Leistungsfähigkeit in Anbetracht der drohenden Konkurrenz durch Roboter sicherzustellen. 66 Prozent belegen Kurse zur Weiterbildung, um dadurch neue Fähigkeiten zu lernen. 32 Prozent haben an Fachkonferenzen teilgenommen, um mit den neuesten Trends und Themen Schritt zu halten. Insgesamt befürchten 40 Prozent der Deutschen, sich zukünftig auf die eine oder andere Weise mit Künstlicher Intelligenz messen lassen zu müssen. Immerhin 31 Prozent sind sich sicher, innerhalb der nächsten 15 Jahre einen Roboter als Kollegen zu bekommen.

* Die von LivePerson beauftragte Studie wurde online von dem unabhängigen Marktforschungsunternehmen Survata durchgeführt. Survata befragte zwischen dem 16. und 21. Februar 2018 insgesamt 1.017 repräsentativ ausgewählte Deutsche.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45275653 / Industrie 4.0)