Wearables in Medizin, Industrie und Logistik

Der wachsende Markt der tragbaren Elektronik

| Autor / Redakteur: Hendrik Härter / Nico Litzel

Wearables werden auf der CeBIT 2016 in Hannover der nächste große mobile Trend sein.
Wearables werden auf der CeBIT 2016 in Hannover der nächste große mobile Trend sein. (Bild: CeBIT)

Wearables wird von vielen Marktbeobachtern als ein großer Boom für die nächsten Jahre vorhergesagt. Dabei sind die Anwendungen vielfältig und nicht nur für das private Vergnügen gedacht.

Als Ende September in Bonn die CeBIT-Konferenz „Wearable Technologies & Digital Health“ zu Ende ging, waren sich die Teilnehmer einig: den Wearables gehört die Zukunft. Nach dem Boom der Smartphones sind die Virtual-Reality-Brillen, smarten Uhren und Aktivitätstracker der nächste große mobile Trend. Die Mini-PCs lassen sich fast grenzenlos einsetzen: Ob in der Medizin über die Logistik bis zur intelligenten Kleidung. Und auch beim Internet of Things spielen Wearables eine wichtige Rolle.

Elektronik zum Anziehen gibt es fast schon so lange wie den Personal-Computer: Vor rund 30 Jahren brachten Hersteller wie Casio Armbanduhren mit Digitalanzeige und Taschenrechner auf den Markt. Doch vom Zeitalter der Vernetzung war die klobige Elektronik fürs Handgelenk noch Lichtjahre entfernt.

Elektronik zum Anziehen

Die Wearables von heute dagegen kommunizieren ganz selbstverständlich mit dem Smartphone, der Heizung oder auch mit Maschinen, kontrollieren den Herzschlag oder ermöglichen es, virtuelle Welten zu erforschen. Besonders beliebt sind vernetzte Uhren und Armbänder für den Sporteinsatz, die mit Apps kommunizieren können.

Human-Computer-Interfaces erobern zunehmend auch die Geschäftswelt. Dort sind nicht nur effizientere Prozesse für Industrie und Handel möglich, sondern sie haben großen Einfluss auf den Gesundheitssektor: Die smarte Elektronik erfasst Daten zur medizinischen Gesundheitsvorsorge und Langzeitüberwachung, was eine schnellere und genauere Diagnostik ermöglicht und die Behandlung chronischer Krankheiten erleichtert.

Einsatz in der Medizin, Industrie und Logistik

Neben Elektronik, die in der Kleidung verbaut oder die man als smartes Gerät am Körper trägt, unterstützen Datenbrillen in Medizin oder Industrie. Bei komplizierten Eingriffen kann der Arzt von einem Spezialisten unterstützt werden. Hier spricht von man von Visual Remote Guidance. Bei Industrieanlangen kann der Techniker mithilfe einer Datenbrille Maschinen und Anlagen warten. Ein Experte mit dem nötigen Fachwissen kann überall auf der Welt virtuell dazukommen.

In der Logistik hilft eine Datenbrille bei DHL in einem niederländischen Verteilzentrum bei der Kommissionierung der Waren. Alle Arbeitsschritte werden auf das Display übertragen. Die Effizienz stieg um 25 Prozent. Und in der Automobilfertigung werden Datenbrillen die bisherigen Handscanner ablösen.

Der große Umsatz mit Wearables

Die Marktanalysten von IDC rechnen damit, dass sich die Zahl der weltweit ausgelieferten Wearables bis 2019 mehr als verdoppeln wird: Von 72,1 Millionen im Jahr 2015 auf 155,7 Millionen Geräte. Für den Löwenanteil dieses immensen Zuwachses soll das Wristwear-Segment sorgen – also die Smartuhren von Samsung, Apple, LG und Co. Damit einhergehend sollen auch die Umsätze mit Halbleitern in Sensoren um durchschnittlich 10,4 Prozent pro Jahr zulegen und 2019 rund 14 Milliarden US-Dollar erreichen, sagt eine Studie von PwC.

Doch wie steht es um die Datensicherheit der neuen Gerätegattung? Angesichts des anhaltenden Trends des„Bring your own device“, der dafür sorgt, dass sich immer mehr privat erworbene Fitnesstracker und Smartuhren in Firmennetze einklinken können, bemängeln IT-Experten die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.

„Auf den ersten Blick sorgen nicht vorhandene Authentifizierungsfunktionen für eine einfachere Bedienung – aber die Gefahr, dass persönliche oder gar unternehmenseigene Daten kompromittiert werden, ist viel zu groß, als dass man sie ignorieren kann“, betonte zum Beispiel Udo Schneider vom japanischen IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro.

Für Datenbrillen ist das Thema Sicherheit von ähnlich großer Bedeutung. Wer etwa mit Smart Glasses über ein Funknetz online geht, droht im ungünstigsten Fall zum Opfer eines Hackers zu werden, der unbemerkt Daten abgreift. Die Nutzung einer Smartwatch birgt ebenfalls gewisse Risiken. Hier können Kriminelle über Apps Spyware oder andere Schädlinge einschleusen – ähnlich wie bei einem Handy.

Wearables auf der CeBIT 2016

Die CeBIT 2016 in Hannover zeigt Wearable-Neuheiten in der Global Sourcing Area, im neuen Segment IoT-Solutions und in der Forschung. „Smartwatches werden als neue Interaktionsplattform unseren Lebensstil verändern“, betonte der Wissenschaftliche Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern, Prof. Paul Lukowicz, während der Gesundheitswissenschaftler Rainer Beckers vom Zentrum für Telematik und Telemedizin (ZTG) die neuen therapeutischen Chancen hervorhob – beispielsweise für Herzkranke oder Diabetiker. Auch mit Sensoren bestückte Textilien, den Smart Clothing, werden sich laut Lukowicz durchsetzen, wenn geeignete Stoffe für die Massenproduktion zur Verfügung stehen.

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