IoT und Recyling

Der Altglas-Container geht ins Netz

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Nico Litzel

Einmal stündlich misst Sensormodul per Ultraschallsignal, wie voll der Behälter ist. Bei Erreichen der Kapazitätsgrenze wird in einer Backend-Plattform ein Sammelauftrag ausgelöst. Die Abholroute wird dann mit einem Algorithmus, der Verkehrs- und Wetterdaten berücksichtigt, geplant und per App an das Smartphone oder Tablet des Fahrers gesendet.
Einmal stündlich misst Sensormodul per Ultraschallsignal, wie voll der Behälter ist. Bei Erreichen der Kapazitätsgrenze wird in einer Backend-Plattform ein Sammelauftrag ausgelöst. Die Abholroute wird dann mit einem Algorithmus, der Verkehrs- und Wetterdaten berücksichtigt, geplant und per App an das Smartphone oder Tablet des Fahrers gesendet. (Bild: Binando)

Kann Abfall Teil des IoT sein? Bei einem deutschen Start-up war und ist man davon überzeugt. Binando entwickelte ein Sensormodul für Recycling-Behälter, das den Füllstand über eine Mobilfunkverbindung via Global SIM von Telenor Connexion an den Entsorger übermittelt. Dieser kann so die Routen der Entsorgungsfahrzeuge besser planen.

Die Recylingbranche sorgt zwar für mehr Nachhaltigkeit; hatte in Sachen Digitalisierung jedoch erhebliche Defizite, wie Nikolaos Baltsios und Moritz Pfeiffer feststellen mussten. Die beiden Ingenieure aus Stuttgart bündelten ihr Know-how in den Bereichen Software, Datenanalyse und Hardware und gründeten die Firma Binando. Ziel: Die Entwicklung einer End-to-End-Lösung, die Entsorgungsunternehmen dabei unterstützt, ihre Arbeit effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten.

Vernetzte Sensoren in den Recyclingbehältern

Binando entwickelte ein maßgeschneidertes Sensormodul für den Einbau in Recyclingbehälter. Einmal in der Stunde misst das Sensormodul mit einem Ultraschallsignal, wie voll der Behälter ist. Bei Erreichen der Kapazitätsgrenze wird in einer Backend-Plattform ein Sammelauftrag ausgelöst. Die Abholroute wird dann mithilfe eines Algorithmus, der Verkehrs- und Wetterdaten berücksichtigt, geplant und per App an das Smartphone oder Tablet des Fahrers gesendet. Die App kann auch für die Kommunikation zwischen Disponenten und Fahrern sowie zur Ortung des Fahrzeugs genutzt werden.

Um seine Informationen an die IoT-Plattform weitergeben zu können, muss das Sensormodul eine Verbindung zum Internet herstellen. Die Verwendung der leicht zugänglichen Mobilfunk-Netze erschien den Binando-Gründern als einfachste Lösung, was jedoch die Installation von SIM-Karten in den Sensorgeräten erforderlich macht.

Global SIM ermöglicht schnellen Rollout der IoT-Lösung

Das Binando-Team testete dazu zunächst SIMs lokaler Netzbetreiber, doch waren die Anbieter nicht in der Lage, hinreichend schnell die Anforderungen – insbesondere im Hinblick auf die Skalierbarkeit – zu erfüllen. Zum Zuge kam schließlich die Global SIM von Telenor Connexion. „Wie bei jedem Start-up wollen wir skalieren. Die globale Lösung von Telenor Connexion wird es uns ermöglichen, Kunden auf der ganzen Welt schnell zu erreichen“, sagt Nikolaos Baltsios, Head of Business & Operations bei Binando. Die Sensormodule funktionieren damit in jedem Markt, während Binando einen einzigen Ansprechpartner für Abrechnung und Support besitzt.

Der IoT-Spezialist war nun in der Lage, mit seiner Sensorlösung an Kommunen und Entsorgungsunternehmen heranzutreten, denn „mit Telenor Connexion Global Connectivity können sich unsere Module direkt nach dem Auspacken verbinden“, erläutert Moritz Pfeiffer, Head of IT & Product bei Binando.. Und es dauerte nicht lange, bis man die ersten Kunden am „Angelhaken“ hatte – so zum Beispiel Remondis, Deutschlands Marktführer für Recycling.

Messbare Ergebnisse in Stuttgart

In Stuttgart werden jährlich schätzungsweise 12.500 Tonnen Altglas in Wertstofftonnen eingeworfen. Remondis ist für die Sammlung des Glases verantwortlich. Um den Sammelprozess zu optimieren, entschied man sich für den Einsatz der Binando-Module in zunächst 1.000 Altglas-Containern an rund 330 Standorten in der Stadt.

Die Remondis-Sammelcrews fahren nun nicht mehr auf einer Standardroute, um die vollen Container abzuholen. Zu Beginn jeder Schicht findet die Crew den Tagesablauf in der Binando App. Dispatcher und Fahrer können über die App jederzeit einfach und bequem Informationen austauschen.

Bereits nach wenigen Monaten hat die Binando-Lösung laut Remondis zu messbaren Ergebnissen geführt. So konnte das Recycling-Unternehmen die Kilometerleistung für die Glasabholung in Stuttgart um 33 Prozent reduzieren und sammelt obendrein jeden Monat zehn Prozent mehr Altglas ein. Mit schätzungsweise 15 Prozent weniger Abholfahrten trägt die Binando-Lösung außerdem dazu bei, die Verkehrs- und Umweltbelastung in Stuttgart zu reduzieren. Eine langfristige Analyse der Daten soll außerdem deutlich machen, wo neue Wertstoff-Container aufgestellt werden müssen.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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