Vernetzte Industrie und Industry of Things

Das sind die künftigen IoT-Trends

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Nico Litzel

Mit Open-Data-Plattformen und -Tools lassen sich IoT-Geräte verschiedener Hersteller verbinden.
Mit Open-Data-Plattformen und -Tools lassen sich IoT-Geräte verschiedener Hersteller verbinden. (Bild: T. Joos)

Neue Entwicklungen bei Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge spielen für Unternehmen aller Größenordnungen eine immer wichtigere Rolle. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen immer flexibler und vernetzter agieren

Industrie 4.0, die Smart Factory, Internet of Things und Smart Homes finden eine immer größere Verbreitung. In Privathaushalten wird immer mehr IT in Bereichen eingesetzt, in denen das bisher nicht der Fall war. Unternehmen liefern die Produkte dazu, müssen aber ebenfalls gleichzeitig solche Produkte einsetzen und die eigene Infrastruktur modernisieren.

Unternehmen sind also nicht nur Dienstleister und Produzent für neue IT, sondern auch gleichzeitig Kunde dieser Produkte. Die Automatisierung der Produktion, aber auch automatische Beleuchtungssysteme, vernetzte Produktionslinien und mehr Anbindung an die Cloud, sind keine ganz neuen Trends, die nun immer schneller zum Standard gehören. Gleichzeitig gibt es neue Trends, auf die Unternehmen setzen sollten.

Mehr Sicherheit im Internet der Dinge

Zu Beginn von Industrie 4.0 und dem Internet-der-Dinge ging es vor allem um die Funktion der Geräte und deren Vernetzung sowie der Internetanbindung. Mittlerweile spielt auch die Sicherheit eine immer größere Rolle, das gilt auch für den Datenschutz. Unternehmen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen sollten daher das Thema Sicherheit als Schwerpunkt auf die Agenda setzen, unabhängig davon, ob sie das Produkt produzieren/vertreiben oder selbst einsetzen. Angreifer fokussieren sich immer mehr auf Produkte aus dem IoT-Bereich und die Sicherheit wird häufig vernachlässigt.

Durch die Vernetzung der verschiedenen Geräte untereinander, aber auch mit dem Internet, entstehen natürlich auch Anforderungen an die Sicherheit der IT im Unternehmen. Das BMBF fördert auch hier ein Referenzprojekt. Das Projekt IUNO soll zeigen, wie Unternehmen vor allem Angriffspunkte minimieren können, um Hacker daran zu hindern geheime Daten zu stehlen. Die Bundesregierung hat dazu auch einen Schwerpunkt für das IT-Sicherheitsprogramm aufgelegt, der sich mit der IT-Sicherheit in Industrie 4.0-Netzwerken beschäftigt. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen hier einiges berücksichtigen, da in kleinen Netzwerken die Sicherheit manchmal vernachlässigt wird. Das ist beim Einsatz von Industrie 4.0 in jedem Fall ein großes Problem, auch bezüglich der Haftung.

Sprachsteuerung und mobile Anwendungen

In nächster Zeit ist zu erwarten, dass immer mehr Produkte nicht nur mit dem Internet verbunden werden, um eigene Aktionen durchzuführen oder sich selbst zu aktualisieren. Auch die mobile Steuerung der Produkte findet immer mehr Verbreitung. Dazu gehören Türschlüssel, die an das WLAN und Internet angebunden sind und gleichzeitig per App steuerbar sind. Viele Produkte bieten mittlerweile eine eigene Sprachsteuerung oder binden sich an vorhandene Systeme an, wie Apple Siri, Microsoft Cortana, Amazon Alexa oder Google. Die Sprachsteuerung erlaubt eine wesentlich flexiblere Steuerung von IoT-Geräten.

Container und Künstliche Intelligenz

Entwickler und Unternehmen, die auf IoT-Produkte setzen, nutzen immer mehr die Container-Technologie, um Micro Services zur Verfügung zu stellen, mit denen sich die IoT-Produkte verbinden können. Die Steuerung erfolgt immer effizienter und auch die Künstliche Intelligenz findet immer mehr Verbreitung. Durch Big Data können Systeme immer mehr Daten sammeln und diese effizient verarbeiten. Die Informationen fließen in Systeme mit Künstlicher Intelligenz ein, sodass ein Smart-Home zum Beispiel erkennt, wann ein Bewohner heimkommt und IoT-Geräte entsprechend steuert. Dazu spielen Clouddienste eine wichtige Rolle, genauso wie Container mit Micro Services.

Interaktion zwischen IoT-Geräten und Dienstleistern

IoT-Geräte in Smart-Homes arbeiten auch ohne zentrale Steuerung zusammen.
IoT-Geräte in Smart-Homes arbeiten auch ohne zentrale Steuerung zusammen. (Bild: T. Joos)

IoT-Geräte wie Amazons Alexa bieten, neben Sprachsteuerung und der Möglichkeit, Produkte bei Amazon per Sprachsteuerung zu bestellen, immer mehr Funktionen. So lassen sich bereits jetzt in unterschiedlichen Ländern Uber-Taxis bestellen oder Musik bei Drittherstellern kaufen und in verschiedene Räume streamen. Die Geräte sind keine losgelösten Inseln mehr, sondern arbeiten immer mehr zusammen und ergänzen sich gegenseitig.

In diesem Bereich gibt es immer mehr Plattformen, die Daten mehrerer IoT-Geräte sammeln, verarbeiten, die Geräte steuern und Dienstleistungen bieten. Amazon Alexa ist hier nur ein Beispiel. Unternehmen nutzen nicht mehr nur eigene Daten, sondern auch Daten von Kunden, Lieferanten, Partnern und anderer Quellen. Nur umfassende Datensammlungen und -Anbindungen ermöglichen eine immer weitere Verbreitung der IoT-Geräte und deren Funktion.

Austausch zwischen verschiedenen Systemen durch Open Data

In diesem Bereich spielen auch Open-Data-Plattformen eine Rolle, welche Daten aus verschiedenen Systemen über offene Schnittstellen sammeln können. Dadurch können sich nicht nur die Systeme einzelner Hersteller oder Partner austauschen, sondern alle Geräte, die den Open Data-Standard beherrschen. Sinnvoll ist das vor allem in Smart-Homes, da nicht alle Anwender auf den gleichen Hersteller setzen wollen und nicht jeder Hersteller alle notwendigen Produkte vertreibt.

Blockchain zwischen IoT-Geräten

In vielen Fällen sammeln IoT-Geräte Daten und senden diese an ein zentrales Rechenzentrum. Allerdings benötigt das viel Bandbreite, Speicherplatz und Zeit. Immer mehr IoT-Geräte werden daher intelligenter und senden keine Daten mehr an zentrale Rechenzentren, sondern arbeiten mit anderen IoT-Geräten zusammen, um Daten auszutauschen. Dabei spielt auch die Sicherheit eine immer wichtigere Rolle. Die Geräte sind intelligenter, können Daten nicht nur senden und Aktionen ausführen, sondern auch Daten anderer Geräte verarbeiten, ohne dass eine zentrale Rechenstelle vorhanden ist. In einem Smart Home erkennt zum Beispiel der Thermostat die Bewegung mithilfe eines Bewegungsmelders im Raum und kann die Heizung höher oder niedriger einstellen, wenn die Person den Raum verlässt. Dazu ist keine Zentrale notwendig, sondern die Geräte tauschen die Daten untereinander aus.

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