Datensicherheit

Das Internet der Dinge – eine lockende Spielwiese für Hacker

| Autor / Redakteur: Frank Melber * / Nico Litzel

Potenzielle Einfallstore für Datendiebe: Smarte Fernsehgeräte und intelligente Kühlschränke, die mit dem Internet verbunden sind, verfügen in der Regel nicht über Schutzmechanismen gegen Angreifer. Zudem werden sie in aller Regel nicht mit aktuellen Sicherheits-Updates versorgt.
Potenzielle Einfallstore für Datendiebe: Smarte Fernsehgeräte und intelligente Kühlschränke, die mit dem Internet verbunden sind, verfügen in der Regel nicht über Schutzmechanismen gegen Angreifer. Zudem werden sie in aller Regel nicht mit aktuellen Sicherheits-Updates versorgt. ( © chesky - Fotolia)

Mangelnde Fokussierung der Hersteller auf Cyber-Security

Denn die Bedrohungslage durch Cyber-Attacken ist heute dynamisch wie nie. Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl mit 43 Millionen registrierter Angriffe weltweit einen neuen Höchststand, der Quelle PwC zufolge waren das über 117.000 Attacken täglich. Angriffswerkzeuge, die bisher nur von Staaten eingesetzt wurden, sind heute für jedermann leicht zugänglich im Internet.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum nachvollziehbar, dass Sicherheitsfragen bei Herstellern in der Entwicklung von Consumer-Devices nach wie vor keine zentrale Rolle einnehmen. Die Gründe sind schlicht: Anders als in den USA, die von Herstellern bei Medizingeräten die Einhaltung und den Nachweis umfassender Sicherheitsrichtlinien verlangen, gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Normen für die Internet-Sicherheit smarter Geräte. Warum werden nicht auch hier in Deutschland anerkannte Maßnahmen der Informationssicherheit wie zum Beispiel Sicherheitsanalysen und Penetrationstests Geräte-Herstellern zur Auflage gemacht?

Darüber hinaus fehlt es den Herstellern an Kompetenz in der Informationssicherheit, wie der Branchenverband Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) konstatiert. Da wundert es nicht, wenn die Fachwelt nicht nur vor Hacker-Angriffen, sondern auch vor Konfigurationsfehlern warnt – etwa, dass Geräte mit Werkseinstellungen online gehen, die es jedermann ermöglichen es zu kapern. Warum holen sich die Hersteller das erforderliche Know-how und die Entwicklungs-Erfahrung nicht ins Haus? Wie steht es hier um die Fragen der Produkthaftung?

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Problembewusstsein der Anwender ist rudimentär

Steigerungsfähig ist allerdings nicht nur die Sensibilität der Hersteller für die systematische Cyber-Sicherheit ihrer Produkte. Ausbaufähig ist auch das Problembewusstsein beim Endkunden, der – wenn er seine Marktmacht ausnutzen würde – die Cyber-Sicherheit als relevantes Kaufkriterium positionieren könnte. Solange aber keine gravierenden Sicherheitsvorfälle die Schlagzeilen beherrschen, scheint Internet-Sicherheit für Verbraucher offenbar kein Thema zu sein – im Vordergrund stehen der Mehrwert des Geräts und seine Konnektivität.

Hand aufs Herz: Haben Sie sich vor dem Abruf eines Videos auf Ihrem intelligenten TV-Gerät schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob die Verbindung, die der Fernseher gerade aufbaut, tatsächlich sicher ist und welche Daten über diese Kanäle übertragen werden?

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