Studie von Exasol CDOs – es fehlt noch an „Data Leadership“

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Laut einer aktuellen Studie von Exasol und dem Meinungsforschungsinstitut Vitreous World zeigen sich Chief Data Officers (CDOs) als sehr homogene Gruppe – und als wenig strategisch ausgebildet.

Firmen zum Thema

Exasol hat sich im Rahmen einer Studie mit der Position des Chief Data Officers befasst.
Exasol hat sich im Rahmen einer Studie mit der Position des Chief Data Officers befasst.
(Bild: Exasol)

Die Studie „Chief Data Officers: Die kreativen Herrscher über die Daten“ wurde unter 250 CDOs in Deutschland, Großbritannien und den USA durchgeführt. Sie zeigt, dass deutsche Unternehmen noch nicht über ausreichend kompetentes Personal verfügen, um die Datenrevolution zu meistern. So gab etwa mehr als die Hälfte der Teilnehmer Mängel im Bildungssystem als einen Grund dafür an, dass Datenkarrieren für die jüngeren Generationen noch nicht attraktiv genug sind.

In Deutschland ist die Rolle des CDOs im Vergleich zu anderen Führungspositionen noch relativ jung. Ein fester Karrierepfad ist noch nicht etabliert, der Nutzen strategisch ausgerichteter „Data Leadership“ hat sich noch nicht wirklich herumgesprochen. Der Werdegang der CDOs ist recht klar: 78 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihre Ernennung zum CDU ein natürlicher beruflicher Aufstieg von früheren Aufgaben war. Allerdings wusste über ein Drittel (36 Prozent) nicht, was die Rolle des CDOs an Aufgaben mit sich bringt. Das Interesse an der Stelle entstand meist durch fortlaufende Weiterbildungen im Bereich Data Analytics.

Der typische CDO

Die Ergebnisse der Studie zeigen CDOs als eine sehr homogene Gruppe. So ist der typische CDO in Deutschland jung, männlich und im Technologiebereich beheimatet. 46 Prozent sind zwischen 35 und 44 Jahre alt, nur 18 Prozent sind weiblich. Diese Uniformität schlägt auch auf die Mitarbeiterwahl durch. Knapp drei von vier CDOs rekrutieren ihre Angestellten im technischen Umfeld, während lediglich 20 Prozent auch Mitarbeiter aus dem traditionellen Business-Management-Bereich einstellen. 78 Prozent der CDOs haben selbst einen technologischen Hintergrund und waren auch zuvor bereits im Datenumfeld tätig.

Daraus ergibt sich ein Problem: Für optimale Datennutzung sind nicht nur technische Mitarbeiter, sondern auch Kollegen mit Management-Kenntnissen und Soft-Skills erforderlich. „Ein optimales Datenteam ist wie ein Mosaik: Es besteht aus Mitarbeitern mit den verschiedensten Fähigkeiten und Talenten. Einige Mitarbeiter können die erstaunlichsten Erkenntnisse aus komplexen Daten-Reihen ziehen, während andere Mitarbeiter daraus kreative Geschichten entwickeln und kommunizieren können. Als Einheit, können diese Teams Großes leisten, denn sie ergänzen sich trotz der Unterschiede nahtlos. CDOs sollten dieses Bild selbst verkörpern“, erklärt Peter Jackson, Chief Data and Analytics Officer von Exasol.

Fähigkeitenmix entscheidend

Die CDOs sehen eine Affinität zu Daten und Zahlen als essenziell wichtig für ihren Job an. Als wichtige Skills wurden vor allem Mathe und Problemlösungen, Muster- und Anomalienerkennung sowie Teamleitung genannt. Auch Kommunikationsfähigkeiten gelten als Kernkompetenz. 94 Prozent halten vor allem Storytelling für entscheidend – laut Exasol eine Fähigkeit, deren Bedeutung noch nicht bei allen Unternehmen angekommen ist.

Die Mehrheit (82 Prozent) der CDOs empfindet ihre Rolle als herausfordernd und lernt ständig dazu. 76 Prozent kennen die Aufgaben ihrer Rolle und deren Zusammenhang mit den allgemeinen Unternehmenszielen. Die Integration von mehr Datenbewusstsein in die verschiedenen Abteilungen ist noch mühsam. Dennoch gaben 76 Prozent an, bereits datengesteuerten Mehrwert geschaffen zu haben. Künftig gelte es laut der Studie, bewusst Hindernisse abzubauen, Daten transparent und attraktiv zu machen sowie optimale Rahmenbedingungen für CDOs zu schaffen.

(ID:47713502)