Microsoft Power BI 2.0

Business Intelligence aus der Cloud

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Nico Litzel

Power BI bietet die Möglichkeit, Daten aus der Cloud heraus zu analysieren und die Informationen auch mobil zu nutzen.
Power BI bietet die Möglichkeit, Daten aus der Cloud heraus zu analysieren und die Informationen auch mobil zu nutzen. (Bild: T. Joos/Microsoft)

Mit Power BI bietet Microsoft eine BI-Lösung an, die an interne Server angebunden werden kann, aber auch Ressourcen in Microsoft Azure unterstützt. Zusammen mit der Cortana Analytics Suite und anderen Analysetools in Microsoft Azure bietet Power BI ein mächtiges Werkzeug zum Erstellen von effizienten Datenauswertungen. Für einige Einsatzbereiche steht die Lösung kostenlos zur Verfügung.

Power BI ist eine Software-as-a-Service-Lösung (SaaS), die Anwender unabhängig von anderen Werkzeugen für die Analyse verwenden können. Im Fokus der Umgebung stehen Geschäftsanwender, die Daten analysieren wollen, die aber ansonsten keine IT-Spezialisten sind.

Power BI besteht aus einem Onlinedienst, der sich auch an Office 365 ankoppeln lässt, sowie Offline-Anwendungen für Windows, Android und iOS, mit denen Anwender Daten importieren, modellieren und verarbeiten können. Auch eine Webschnittstelle ist verfügbar.

Daten aus verschiedenen Quellen anbinden

Microsoft Power BI bietet die Möglichkeit, Datenquellen, die an die Umgebung angebunden sind, in Echtzeit auszuwerten. Über Agenten und Connectoren können Unternehmen problemlos dabei auch auf Datenbanken, ERP-Systeme und andere Serverlösungen im internen Netzwerk zugreifen.

Im Gegensatz zur ersten Version ist kein Office-365-Abonnement mehr notwendig, der Dienst lässt sich auch unabhängig nutzen. Wer die Umgebung testen will, kann auf die kostenlose Version setzen. Diese ist gegenüber der kostenpflichtigen Version etwas eingeschränkt. Die genauen Unterschiede zeigt Microsoft auf einer eigenen Webseite.

Der Sinn der Umgebung besteht darin, dass Anwender selbst Analysen erstellen können, ohne auf Entwickler, Analysten oder Berater warten zu müssen. Im Fokus steht vor allem die Echtzeitverarbeitung von Daten. Neben den bereits erwähnten Datenquellen und der Möglichkeit, Microsoft Azure, SQL und Co. anzubinden, können Anwender auch mit Anwendungen wie Salesforce oder Google Analytics in Power BI arbeiten.

Anwender können Operationen und Transformationen durchführen. Auch Datenmodellierungen lassen sich mit Power BI und Power BI Desktop erstellen. Anwender können also Daten auch in Beziehung zueinander setzen. So können Geschäftsanwender relativ einfach ein multidimensionales, spaltenorientiertes Modell erzeugen. Außerdem lassen sich verschiedene Regeln erstellen und direkt auf die Daten anwenden.

Die ausgewerteten Daten lassen sich in Tabellen, Grafiken und auch Karten darstellen. Diese Informationen können Anwender dann zu Dashboards anordnen. Nutzen lassen sich diese Daten, neben PCs, auch auf Smartphones und Tablets. Außerdem können Anwender die Daten mit anderen Benutzern teilen.

Daten über die Cloud auswerten

Visualisierungsmöglichkeiten und weitere Ergänzungen zu Power BI bietet Microsoft über Github an. Die Analyse und Auswertung von Daten ist aber nicht nur über PCs und Windows möglich, sondern Microsoft bietet auch Apps für Android und iPad/iPhone in den entsprechenden Stores an. Dadurch lassen sich wichtige Kennzahlen auch unterwegs nutzen. Die Verarbeitung der Daten sowie die Anzeige der Informationen lässt sich auch über den Browser durchführen. Sobald Daten verarbeitet sind, können Anwender die Informationen auch auf ihren anderen Geräten nutzen und mit anderen Anwendern teilen.

Die Daten lassen sich auf unterschiedlichen Wegen in Power BI integrieren. Auch ein Dateiimport (Excel, CSV, TXT, HTML) ist möglich. Über Assistenten lassen sich auch Daten von OneDrive und OneDrive for Business in Power BI importieren. Unternehmen, die Daten in Microsoft Azure speichern, können über Assistenten auch direkt Daten aus Azure SQl Databases oder Azure SQL Data Warehouse importieren. Auch SQL Server Analysis Services lassen sich an Power BI anbinden. Natürlich stehen auch herkömmliche Datenbanken auf Basis von SQL Server oder Access als Importoption zur Verfügung.

Power BI kann aber auch Oracle-Datenbanken anbinden, genauso wie IBM-DB2-Datenbanken. Im Open-Source-Bereich werden MySQL und PostgreSQL unterstützt. Auch Sybase-Datenbanken lassen sich nutzen. Neben Datenbanken können Anwender auch Webquellen, OData, ODBC und andere Bereiche anbinden. Auch SharePoint-Listen lassen sich auswerten, genauso wie Microsoft Dynamics CRM Online. Wer sich mit Big Data befasst, kann auch mit Facebook arbeiten und hier Daten auswerten lassen. Alle angebundenen Daten lassen sich durch die Modellierung auch in Beziehung zueinander setzen und regelmäßig aktualisieren.

Big Data mit Power BI und Hadoop

Power BI kann Daten auch aus dem Big Data Framework Hadoop auslesen. Auch die Hadoop-Lösung in Microsoft Azure, hier „Azure HDInsight“ genannt, lässt sich anbinden. Dazu nutzt Power BI die Open-Source-Lösung Apache Spark. Das Apache-Projekt Spark bietet eine Echtzeitanalyse von Daten in Hadoop-Clustern und kann direkt mit Power BI zusammenarbeiten. Dazu bietet das Framework In-Memory-Technologien, kann also Abfragen und Daten direkt im Arbeitsspeicher der Clusterknoten speichern. Da die Abfragen sich auch parallel auf mehrere Knoten verteilen lassen, steigt die Leistung enorm. Neben Hadoop bietet Spark auch SQL-Zugriff auf YARN, Hive und Mesos.

Power BI und Office 365

Auch wenn Power BI nicht mehr so eng mit Office 365 verbunden ist, wie die erste Version der BI-Lösung, können Anwender über das Webfenster parallel mit Power BI arbeiten und auch auf die anderen Lösungen in Office 365 zugreifen, wenn ein Abonnement mit Power BI verbunden ist. Dadurch erhalten Anwender die Möglichkeit, Daten aus SharePoint Online auszulesen oder von OneDrive for Business. Umgekehrt ist es möglich, Berichte direkt in SharePoint Online zu speichern, über eine Webseite zur Verfügung zu stellen oder per Mail mit Exchange Online zu versenden. Auch der Zugriff auf die Online-Apps von Microsoft Office ist über diesen Weg möglich.

Mit Power BI vom eigenen Rechner aus arbeiten

Microsoft bietet ein kostenloses Tool an, mit dem Anwender von Windows aus mit der Business-Intelligence-Lösung arbeiten können. Power BI Desktop benötigt keine Excel-Installation, um mit Power BI arbeiten zu können. Mit dem Tool können Anwender Daten in Power BI importieren, bearbeiten und auch Berichte abrufen und visualisieren.

Erstellte Berichte lassen sich mit anderen Anwendern teilen. Generell unterstützt Power BI zwar die Microsoft Office-Programme und auch Office 365, kann aber auch komplett losgelöst von diesen Systemen arbeiten. Unternehmen müssen nicht auf Microsoft Office setzen, um mit Power BI zu arbeiten. Außerdem ist es nicht notwendig, dass auf jedem Rechner Office installiert ist, auf dem ein Anwender mit Power BI arbeitet. Allerdings lassen sich mit Excel auch Auswertungen aus Power BI nutzen und weiter verwenden. Microsoft bietet in dieser Hinsicht also einiges an Flexibilität.

Zielgruppe von Power BI

Power BI richtet sich zunächst nicht an Entwickler und IT-Profis, sondern an kleine Unternehmen, die BI nutzen wollen, aber die Kosten für eine teure Serverlösung scheuen. In großen Unternehmen profitieren vor allem Geschäftsanwender, die Daten analysieren wollen, ohne die IT-Abteilung zu benötigen.

Vor allem zum Erstellen von Auswertungen bietet Power BI echten Mehrwert. Interessant wird die Verwendung vor allem bei der Echtzeitauswertung neuer Quellen oder Datenquellen aus der Cloud. Power BI und Power BI Desktop sind durchaus in der Lage, veraltete BI-Lösungen zu ersetzen. Vor allem der Austausch von Berichten und Informationen über den Onlinedienst ist wesentlich benutzerfreundlicher und auch moderner.

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