Bitkom-Umfrage veröffentlicht

Bundesbürger sehen Chancen im KI-Einsatz

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Eine Bitkom-Umfrage zeigt, dass die Bundesbürger Chancen für den KI-Einsatz sehen.
Eine Bitkom-Umfrage zeigt, dass die Bundesbürger Chancen für den KI-Einsatz sehen. (Bild: ©zapp2photo - stock.adobe.com)

Eine Mehrheit der Bundesbürger sieht beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vor allem Chancen und hält die Technik für entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

62 Prozent der Befragten sehen KI eher als Chance. 66 Prozent sind sich sogar sicher, dass KI-Technik in spätestens zehn Jahren einen spürbaren Einfluss auf die Gesellschaft haben wird. Jeder Fünfte (19 Prozent) meint, dass dies bereits heute der Fall ist. Nur noch jeder Dritte (35 Prozent) sieht KI eher als Gefahr – im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 47 Prozent. Zudem gaben nur noch 12 Prozent der Umfrageteilnehmer an, noch nie etwas vom Begriff „Künstliche Intelligenz“ gehört zu haben. Vor einem Jahr waren es noch 22 Prozent.

Steigende KI-Nutzung

Als Grund für diese positive Entwicklung nennt der Bitkom den zunehmenden Einsatz von KI-Anwendungen im Alltag. So nutzt mehr als jeder zweite Befragte (54 Prozent) bereits Sprachassistenten auf seinem Smartphone. Jeder Dritte (37 Prozent) hat schon einmal auf automatische Übersetzungen im Web oder einer App zurückgegriffen. Weitere 20 Prozent setzen zu Hause digitale Assistenten wie Alexa oder Google Home ein – doppelt so viele (39 Prozent) würden das gerne tun. Immerhin 7 Prozent haben schon einmal ihre digital gespeicherten Fotos von einem Algorithmus nach Motiven oder Personen sortieren lassen.

Chancen in verschiedenen Bereichen

Die meisten Chancen durch KI verorten die Bundesbürger in verschiedenen Lebensbereichen. Dazu zählt auch die Unterstützung älterer Menschen oder der Einsatz im Gesundheitswesen (je 68 Prozent), etwa durch die Erkennung von Bewegungsmustern, die Überwachung von Gesundheitsdaten oder Unterstützung bei Diagnose und Therapie. Als weitere Beispiele für sinnvolle KI-Szenarien nannten die Befragten die Nutzung in Behörden (67 Prozent), bei der Polizei (61 Prozent) etwa zur Auswertung von Videokameras sowie im Sport (57 Prozent), um objektivere Schiedsrichterentscheidungen zu erzielen. Auch im Berufsleben sehen die Umfrageteilnehmer Chancen durch KI, etwa bei der persönlichen Weiterbildung (54 Prozent), in Personalabteilungen (52 Prozent) oder im Service (51 Prozent). Abgelehnt wird der KI-Einsatz bei der Betreuung von Kleinkindern (90 Prozent), im Beziehungsleben (63 Prozent), im Lehrbetrieb (61 Prozent), im Militär (57 Prozent) sowie in der Justiz (55 Prozent) und bei politischen Entscheidungen (49 Prozent).

Wichtiger Wohlstandsfaktor

Für 7 von 10 Bundesbürgern (71 Prozent) ist KI entscheidend dafür, ob deutsche Unternehmen auch in Zukunft weltweit erfolgreich sind. Dafür zu sorgen ist auch Aufgabe der Politik: 72 Prozent der Befragten wünschen sich internationale Abkommen zum Einsatz von KI. Mit Blick auf die Mitte November vorgelegte KI-Strategie der Bundesregierung fordert Bitkom-Präsident Achim Berg: „Wir müssen von der Strategie zu konkreten Maßnahmen kommen. Und wir brauchen dafür auch einen Zeitplan – und zwar einen sehr ehrgeizigen.“ Die bislang vorgesehenen 500 Millionen Euro seien nicht ausreichend, um Deutschland bei KI an die Weltspitze zu bringen. „In den USA oder China investieren einzelne Tech-Unternehmen in KI-Entwicklung jährlich Milliardenbeträge. Auch wenn man bedenkt, dass 2009 ad hoc 5 Milliarden Euro für eine Pkw-Abwrackprämie zur Verfügung gestellt wurden, relativiert sich die für KI vorgesehene Summe stark“, erklärt Berg.

Zudem mahnte der Fachmann eine konsistente Datenpolitik an. So sei möglicherweise die zurzeit in Brüssel diskutierte Urheberrechtsrichtlinie eine Gefahr für das Text- und Data-Mining (TDM), das eine wichtige Rolle im Machine Learning einnimmt. In der Folge könnte TDM untersagt oder mit komplizierten Erlaubnis- und Vergütungsregeln versehen werden. „Das wäre zum Beispiel ein deutlicher Nachteil für innovative Start-ups, die auf Basis dieser Technologien neue Geschäftsmodelle entwickeln“, so Berg.

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