Anomalien frühzeitig erkennen Bosch setzt in der Fertigung auf KI

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Künstliche Intelligenz (KI) kann große Datenmengen in Sekundenschnelle verarbeiten und analysieren. Diesen Vorteil macht sich nun auch Bosch zunutze und setzt im Fertigungsprozess ein KI-basiertes System ein, das Störungen frühzeitig erkennt.

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Für Bosch ist KI eine Schlüsseltechnologie.
Für Bosch ist KI eine Schlüsseltechnologie.
(Bild: Bosch)

Entwickelt wurde das System vom Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI). Die KI-Lösung soll künftig Anomalien und Störungen im Fertigungsprozess zeitnah erkennen und damit für weniger Ausschuss und höhere Produktqualität sorgen.

Dadurch sind auch finanzielle Vorteile zu erwarten: „Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden Fabriken effizienter, produktiver, umweltfreundlicher – und Produkte noch besser. Unsere neue KI-Lösung sorgt in Werken für Kosteneinsparungen in Millionenhöhe“, so Bosch-CDO/CTO Dr. Michael Bolle.

Bereits im Praxiseinsatz

Die KI-Lösung kommt bereits in Pilotwerken der Sparte Mobility Solutions zum Einsatz und konnte nach Angaben von Bosch dort zwischen rund einer und zwei Millionen Euro pro Jahr einsparen. So wurden zum Beispiel im Hildesheimer Bosch-Werk dank der KI Störungen in den Prozessabläufen identifiziert und beseitigt. Die Taktzeiten sanken dadurch um 15 Prozent.

Bosch will das KI-System noch im Laufe des Jahres in rund 50 Werken der Antriebssparte weltweit ausrollen und an über 800 Fertigungslinien anbinden. Anschließend ist der unternehmensweite Einsatz in insgesamt rund 240 Werken geplant. Die gewonnenen Praxiserfahrungen fließen zudem in die Entwicklung neuer KI-Techniken ein.

KI als Schlüsseltechnologie

Für Bosch ist KI eine Schlüsseltechnologie. Ab 2025 sollen alle Bosch-Produkte entweder über KI verfügen oder zumindest mit ihrer Hilfe entwickelt oder hergestellt werden. Dazu investiert der Konzern in kluge Köpfe, eine adäquate Infrastruktur und entsprechende Rahmenbedingungen. So werden rund 20.000 Mitarbeiter bis Ende 2022 „fit in KI“ gemacht.

Auch das hauseigene BCAI ist ein Vorteil: Es konnte bereits nach nur drei Jahren einen „return on invest“ realisieren und liefert mittlerweile einen Ergebnisbeitrag von etwa 300 Millionen Euro. Im Fokus steht dabei vor allem das Thema industrielle KI – dafür finden sich bei Bosch ideale Voraussetzungen: „Wir fertigen in unseren Werken unterschiedlichste Produkte – von Kühlschränken, Elektrowerkzeugen über Antriebsstränge und Assistenzsysteme für die Automobilindustrie bis hin zur Automatisierungstechnik für den Einsatz in Fabriken. Dieses Wissen kombinieren wir jetzt mit KI-Algorithmen“, so Dr. Bolle.

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