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Positionspapier Big Data Bitkom sieht politischen Handlungsbedarf

| Autor / Redakteur: Dipl. -Ing. Thomas Drilling / Nico Litzel

Die Arbeitskreise Big Data und Datenschutz des Branchenverbands Bitkom haben ein rund 100 Seiten starkes Positionspapier zum Thema Big Data erarbeitet, das nun kostenlos zum Download bereitsteht.

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Das Bitkom-Positionspapier „Leitlinien für den Big-Data-Einsatz – Chancen und Verantwortung“ richtet sich nicht nur an die Industrie und Wirtschaft, sondern auch an Verbraucher, die Politik sowie die öffentliche Hand.
Das Bitkom-Positionspapier „Leitlinien für den Big-Data-Einsatz – Chancen und Verantwortung“ richtet sich nicht nur an die Industrie und Wirtschaft, sondern auch an Verbraucher, die Politik sowie die öffentliche Hand.
(Bild: Bitkom)

„Die zentrale Herausforderung auf dem Weg in eine ,data driven economy' ist, Deutschland zu einem international führenden Standort der Datenwirtschaft weiterzuentwickeln“, sagt Thorsten Dirks, Präsident Bitkom e. V., in seinem Geleitwort zum neuen Positionspapier. Das unter dem Titel „Leitlinien für den Big-Data-Einsatz – Chancen und Verantwortung“ veröffentlichte Papier ist vorwiegend rechtspolitischer Natur und richtet sich nicht nur an Industrie und Wirtschaft, sondern auch an Verbraucher, die Politik sowie die öffentliche Hand.

Schwerpunkte Beispielanwendungen und Leitlinien für Big Data

Das Positionspapier konzentriert sich auf zwei Schwerpunkte: Zum einen wollen die Autoren anhand von Beispielanwendungen aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens den vielfältigen Nutzen aufzeigen, den Big-Data-Anwendungen für die Verbraucher und die Gesellschaft insgesamt mit sich bringen.

Das Papier entwickelt in einem zweiten Schwerpunkt aber auch Positionen zu Fragestellungen, die im Zusammenhang mit Big-Data-Anwendungen im Fokus des öffentlichen Interesses stehen, wie zum Beispiel Datenschutz, Vertrauensentwicklung, Transparenz, automatisierte Datensammlung sowie die ethische Fundierung. Die Relevanz des Positionspapiers ergibt sich laut Bitkom aus den derzeit geführten Diskussionen auf europäischer Ebene um die Datenschutz-Grundverordnung.

Zielgruppe

Unter dem Motto „Das Big-Data-Zeitalter – Herausforderungen erkennen und gestaltend annehmen“ führt Prof. Dr. Christoph Meinel, Institutsdirektor und CEO der Hasso-Plattner-Institut GmbH, in das umfangreiche Papier ein. Die Publikation adressiert Entscheidungsträger in der Politik, in den Datenschutzbehörden sowie private Verbraucher, die breite Öffentlichkeit und die Medien. Die Publikation will rechtspolitische Positionen für den ethisch fundierten, verantwortungsbewussten Einsatz von Big Data formulieren und daraus Leitlinien für den Big-Data-Einsatz ableiten sowie auf Handlungsbedarf für Politik und Datenschutz hinweisen.

Breites Themenspektrum

Thematisch spannt das Papier einen Bogen vom Nutzen von Big-Data-Anwendungen für Gesellschaft und Privatpersonen, etwa in den Bereichen Energiewende, Verkehrssysteme, Einsatz von Big-Data-Lösungen im Luft-, Schienen- und Straßenverkehr, medizinische Forschung und Diagnostik, Öffentlicher Bereich, Vorhersage von Krisensituationen, Bildung und Qualifizierung, Finanzdienstleistungen, Landwirtschaft, Connected Car, Digitale Einkaufswelten, Online-Marketing, Nutzen von Big Data für Verbraucher, Industrie 4.0 oder Telekommunikation, über bisher ungenutzte Chancen bis zur Bedeutung der Datenwirtschaft für die zukünftige Wirtschaft.

Politischer Handlungsbedarf

Nach Ansicht des Branchenverbandes wurde Big Data bisher lediglich unter Schutzaspekten gesetzlich erfasst. Es gelte jedoch, positive Nutzungsregeln ins Auge zu fassen, die der zentralen Bedeutung von Daten in einer Data Driven Economy gerecht würden. Der Entwurf der EU-Datenschutz-Grundverordnung bleibe hier noch hinter den Möglichkeiten und Erfordernissen der Digitalisierung zurück. Um für Industrie 4.0, Big Data, Cognitive Computing und andere Innovationen günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, müsste ein politischer Prozess für die Weiterentwicklung und praktische Umsetzung der Verordnung aufgesetzt werden.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

IT-Consultant, Trainer, Freier Journalist