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Gartner-Umfrage Big Data ist kein Hype-Thema

| Autor / Redakteur: Dipl. -Ing. Thomas Drilling / Nico Litzel

Laut einer aktuellen Gartner-Umfrage verliert Big Data zunehmend den Hyper-Charakter und ist in vielen Unternehmen bereits Bestandteil des Tagesgeschäfts. Demzufolge wollen über 75 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden Jahren in Big-Data-Projekte investieren.

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75 Prozent der Unternehmen, so das Ergebnis einer Umfrage von Gartner, beabsichtigen in den kommenden Jahren in Big-Data-Projekte zu investieren.
75 Prozent der Unternehmen, so das Ergebnis einer Umfrage von Gartner, beabsichtigen in den kommenden Jahren in Big-Data-Projekte zu investieren.
(Bild: Gartner)

Zwar steigen der aktuellen Gartner-Umfrage zum Thema Big Data zufolge auch 2015 die Investitionen in Big Data noch, aber nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Offenbar hat Big Data seinen Hype-Status langsam aufgebraucht und ist in vielen Unternehmen in der Realität angekommen, allerdings mit deutlich verschobenem Fokus auf Themen wie Finanzierung, Kompetenzaufbau und Return on Investment.

„Big Data entwickelt sich in diesem Jahr vom Hype zum Standard“, so Nick Heudecker, Research Director bei Gartner. „Die Inhalte, die das Themenumfeld Big Data bisher hauptsächlich definierten, also der Umgang mit riesigen Datenaufkommen, verteilten Datenquellen und neuen Technologien, entwickeln sich zunehmend zum Tagesgeschäft, weil Big-Data-Lösungen immer populärer werden.“

Tatsächliche Wertschöpfung im Fokus

Die aktuelle Umfrage kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass 75 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden Jahren in Big-Data-Projekte investieren wollen – das ist ein Zuwachs von drei Prozent im Vergleich zu 2014. Ferner planten 70 Prozent der befragten Unternehmen, die zum Zeitpunkt der Umfrage bereits in Big Data investiert hatten, auch die Analyse von Geodaten angehen zu wollen und 64 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, auch unstrukturierte Daten zu analysieren.

Was die Zielsetzung von Analytics-Lösungen angeht, so sind diese im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben. Die Prioritäten verteilen sich in etwa wie folgt:

  • 64 Prozent der befragten Unternehmen wollen das Kundenverhalten untersuchen,
  • 47 Prozent wollen mithilfe von Big Data Analytics Prozesse optimieren und ihr Marketing zielgerichteter einsetzen können und
  • 23 Prozent wünschen sich von Analytics eine verbesserte Datensicherheit. Dieser Wert lag im Jahr 2014 bei nur 15 Prozent.

Laut Aussage von Lisa Kart, Research Director bei Gartner, dränge zunehmend die tatsächliche Wertschöpfung in den Fokus und damit die praktischen Herausforderungen, denen sich Unternehmen bei Big Data stellen müssen, wie zum Beispiel Kompetenzaufbau, Governance oder die Finanzierung. Zudem stellten Unternehmen immer mehr die Frage nach dem tatsächlichen Return on Investment (RoI).

Return on Investment

Die Gartner-Umfrage fördert auch zutage, dass eine große Zahl der Unternehmen, die bereits auf Big Data Analytics einsetzen, in dem Maße, wie Big Data seinen Experimentierfeldstatus verliert, auch zunehmend einen positiven RoI erwarten. Der Anteil an Unternehmen, bei denen das noch nicht der Fall ist, ist allerdings in etwa ebenso groß, das heißt, dieser Anteil an Unternehmen erwartet entweder ein positives oder ein negatives Ergebnis Die noch bestehenden Unsicherheiten sind laut Gartner eine der wichtigste Herausforderungen beim Berechnen der Wertschöpfung von Big-Data-Lösungen.

Wer stößt eigentlich Big-Data-Projekte an?

Deutliche Veränderungen waren im Vergleich zur Vorjahres-Studie bei der Frage zu erkennen, welcher Personenkreis im Unternehmen sich für das Initiieren von Big-Data-Lösungen verantwortlich zeigt. Waren das im vergangenen Jahr bei 37 Prozent der Projekte noch CIOs und bei 25 Prozent der Projekte Manager der Fachabteilungen, so hat sich das Verhältnis 2015 auf 32 zu 31 Prozent verlagert. Hieran zeige sich laut Gartner, dass die verschiedenen Abteilungen eine zunehmend aktivere Rolle bei Analyseprojekten spielen. Offenbar steigt grundsätzlich das Bewusstsein für den Wert einer datenbasierten Entscheidungsfindungsmöglichkeit.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

IT-Consultant, Trainer, Freier Journalist