Umfrage von Capgemini unter 600 Top-Managern und IT-Entscheidern Big Data gewinnt für unternehmerische Entscheidungen an Bedeutung

Redakteur: Nico Litzel

Neun von zehn Geschäftsführer gehen davon aus, dass Geschäftsinformationen zum vierten Produktionsfaktor neben Boden, Arbeit und Kapital geworden sind. Dementsprechend wollen die meisten Unternehmen in den kommenden Jahren verstärkt in Big Data und Business Analytics investieren. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „The Deciding Factor: Big Data & Decision making“ von Capgemini.

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Rüdiger Eberlein, Experte für Business Information Management bei Capgemini
Rüdiger Eberlein, Experte für Business Information Management bei Capgemini

Welche Rolle spielt Big Data als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen? Dieser Frage geht die Studie „The Deciding Factor: Big Data & Decision making“ des Management- und IT-Bratungsunternehmens Capgemini nach. Befragt wurden über 600 Top-Manager und IT-Entscheider aus Europa (38 Prozent), Nordamerika (28 Prozent) sowie aus dem asiatisch-pazifischen Raum (25 Prozent). Die übrigen Teilnehmer (neun Prozent) stammten aus Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afrika.

90 Prozent der befragten Geschäftsführer sind der Ansicht, dass sich Geschäftsinformationen zum vierten Produktionsfaktor neben Boden, Arbeit und Kapital entwickelt haben. Wird Business Analytics bei großen Datenmengen eingesetzt, so erhöhe sich die Geschäftsperformance im Schnitt um 26 Prozent, so die Studie. Die Teilnehmer gehen davon aus, dass dieser Wert in den kommenden drei Jahren auf 41 Prozent steigen wird. Dementsprechend wollen 58 Prozent der befragten Unternehmen in diesem Zeitraum verstärkt in Big Data und Business Analytics investieren.

Das Bauchgefühl hat ausgedient

Zwei Drittel der befragten Führungskräfte bestätigten, dass Daten in ihrem Unternehmen einen hohen Stellenwert haben. Die Datenerhebung und die Analyse von Daten bildeten die Grundlage bei der täglichen Entscheidungsfindung und der Ausrichtung der Unternehmensstrategie. Immer seltener, so die Studie, werden dagegen Führungskräfte, die sich einzig auf ihre Erfahrungen und ihre Intuition verlassen: Gut die Hälfte der Befragten gab an, dass Managemententscheidungen, die einzig auf dem Bauchgefühl oder auf Erfahrungswerten beruhten, zunehmen als unseriös empfunden werden.

Immer mehr Geschäftsentscheidung basierten daher auf harten Fakten. Spitzenwerte hierfür finden sich im Finanzdienstleistungssektor (73 Prozent), im Gesundheitswesen, der pharmazeutischen Industrie und der Biotechnik (75 Prozent) sowie in der Energiebranche (76 Prozent).

Weiteres Detail der Studie: Unstrukturierte Daten empfinden 42 Prozent der Teilnehmer als schwer interpretierbar, dennoch stützt sich über die Hälfte der befragten Führungskräfte (58 Prozent) bei der Datenauswertung auf unstrukturierte Daten wie Texte, Sprachnachrichten, Bilder oder Videos.

Social Media gewinnt an Bedeutung

Immer wichtiger für die Entscheidungsfindung werden Daten aus dem Bereich Social Media, so die Einschätzung von rund 40 Prozent der Teilnehmer. Das gilt insbesondere für den Handel, die Konsumgüter- und die produzierende Industrie sowie für das Gesundheitswesen und pharmazeutische Unternehmen. „Die Ansätze rund um Big Data kommen einem Quantensprung in der Unterstützung geschäftlicher Entscheidungen gleich”, so Rüdiger Eberlein, Experte für Business Information Management bei Capgemini. „Der Wettbewerbsvorteil entsteht einerseits durch die Einbeziehung vieler neuer Datenquellen – Stichwort Social Media – andererseits durch die schnelle und effiziente Analyse von Daten. So können Entscheider rasch auf Veränderungen im Markt und im Kundenverhalten reagieren.“

Problemfelder sind Datenaktualität und -qualität sowie Silostrukturen

42 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass das herkömmliche Reporting die Entscheidungsfindung im Unternehmen verlangsamt hat. Dennoch glauben 85 Prozent der Studienteilnehmer nicht, dass die wachsende Datenmenge die größte Herausforderung ist, sondern die Fähigkeit, sie zu analysieren und ich Echtzeit oder ausreichend zeitnah darauf zu reagieren. Da zunehmend die Ergebnisse von Business Analytics zur Automatisierung von Entscheidungsprozessen genutzt werden, sei die Datenqualität der springende Punkt: 67 Prozent der Befragten berichteten, dass sie täglich mit nicht korrekten Daten kämpften.

Organisatorische Silos sind für 56 Prozent der Studienteilnehmer eine große Herausforderung für die Nutzung von Big Data. Eine immer größere Rolle spielten dabei nicht die Abteilungsgrenzen, sondern geschäftsprozessorientierte Silos in den Unternehmen. Diese verhinderten den Austausch und die Integration von Daten und erschwerten insbesondere den ganzheitlichen Blick auf das Datenmanagement.

Capgemini bietet im Web die vollständige Studie „The Deciding Factor: Big Data & Decision making“ als PDF-Datei (3,22 Megabyte) im englischen Original zum Download an.

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