HPI-Tagung zum Thema Big Data in der Medizin

Big Data Analytics findet optimale Chemotherapie

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Nico Litzel

Auf einem HPI-Symposium zum Thema Analyse von medizinischen Daten wurde eine Big-Data-Lösung vorgestellt, die Krebs-Therapien optimiert.
Auf einem HPI-Symposium zum Thema Analyse von medizinischen Daten wurde eine Big-Data-Lösung vorgestellt, die Krebs-Therapien optimiert. (Bild: HPI)

Auf einer Tagung von Wissenschaftlern zum Thema „Big Data in der Medizin“ hat das gastgebende Hasso-Plattner-Institut (HPI) eine Lösung präsentiert, mit der in Minutenschnelle die für Krebspatienten optimale Chemotherapie ermittelt werden kann.

Bislang brauchen Onkologen oft Wochen, um den weltweit wachsenden Bestand an Daten über Untersuchungs- und Test-Ergebnisse auszuwerten. Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut setzt dazu jetzt eine gemeinsam mit seinem Berliner Forschungspartner Charité entwickelte Höchstgeschwindigkeits-Datenbank ein, die es Ärzten ermöglicht, beispielsweise das Ansprechen von Tumoren auf bestimmte Medikamente besser vorhersagen und die Wirkstoffmengen reduzieren zu können.

Außerdem, so HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel auf dem gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina veranstalteten Symposium zur Analyse medizinischer Daten, können Krebsforscher nun Zusammenhänge zwischen Varianten in den Erbanlagen von Patienten und der Wirkung von Medikamenten ermitteln. Laut Meinel lassen sich Annahmen erstmals innerhalb von Minuten überprüfen und Indikatoren für das Auswählen bestimmter Kombinations-Therapien ableiten.

„Wir kombinieren Daten historischer Fälle, um bei der Auswahl der passenden Behandlung für akute Patienten zu unterstützen“, so HPI-Wissenschaftler Dr. Matthieu-P. Schapranow. „Die Informationen über Patienten, Tumore und Medikamentenwirkungen werden mit neusten medizinischem Wissen aus aller Welt verknüpft. Ein mathematisches Modell bewertet die Daten verschiedener Patienten und ermöglicht so eine Prognose der individuellen Ansprache eines einzelnen Patienten auf ein spezifisches Medikament in Echtzeit.“

Potsdamer Symposium zur Nutzung riesiger Datenmengen

Prof. Meinel stellte auf dem Potsdamer Symposium zur Nutzung riesiger Datenmengen in der Medizin am Anfang Juli mit mehr als 80 geladenen Forschern und Industrievertretern Anwendungen der Echtzeit-Analyse von riesigen Datenmengen in der personalisierten Medizin vor.

Ziel des Symposiums war, internationale Ansätze in der biomedizinischen Grundlagenforschung, der individualisierten Medizin und der klinischen Praxis zu erörtern. Auch Lösungsansätze für Probleme der Handhabung, Interpretation und Verwendung riesiger Datenmengen wurden diskutiert. Die Ergebnisse des Symposiums sind dokumentiert und werden vom HPI zeitnah auf dem HPI-Portal www.tele-task.de bereit gestellt.

Weitere Informationen sind in der Mitteilung des HPI: Mitteilung des HPI

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