Supply Chain Management

Analytics Tool sagt Risiken für Lieferketten voraus

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Nico Litzel

Das neue Resilience360 Analytics Modul ergänzt die Resilience360-Plattform von DHL um die Betrachtung spezifischer Industrien und Auswirkungen auf nachgelagerte Branchen, die im Falle einer Störung unter Engpässen leiden könnten.
Das neue Resilience360 Analytics Modul ergänzt die Resilience360-Plattform von DHL um die Betrachtung spezifischer Industrien und Auswirkungen auf nachgelagerte Branchen, die im Falle einer Störung unter Engpässen leiden könnten. (Bild: DHL)

Ein neues Tool für die Risikomanagementlösung DHL Resilience360 ermöglicht tiefgehende Analysen auf Basis umfassender Risikoinformationen und kundespezifischer Lieferkettendaten. Es kombiniert Einblicke über sämtliche Resilience360-Module hinweg.

Der Logistikkonzern DHL stellt ein neues Modul für seine Risikomanagement-Lösung DHL Resilience360 vor. Dieses rationalisiert Daten von bereits existierenden Modulen der Plattform und stellt diese konsolidiert dar. Das Analytics Tool kombiniert dabei über Jahre hinweg systematisch gesammelte Lieferkettendaten mit Informationen der umfangreichsten Risikodatenbanken, die auf dem Markt verfügbar sind. In die Analyse fließen unter anderem der DHL Risk Exposure Index, ein gewichteter Index mit mehr als 30 Risikokategorien, sowie Informationen über die Lieferkette des Kunden und Daten über potenzielle Geschäftsauswirkungen ein.

Dadurch können Voraussagen über mögliche zukünftige Risiken und Störungen getroffen werden. Die Daten werden aussagekräftig visualisiert, sodass Unternehmen einen transparenten Überblick über die eigene Lieferkette erlangen können.

Analytics Tool visualisiert gesamte Lieferkette

Während des Hurrikans Harvey lag ein Drittel der gesamten US-Chemieproduktion still, sodass viele Lieferanten von chemischen Produkten Beeinträchtigungen hinnehmen mussten. Resilience360 Analytics zeigte, dass die zu erwartenden Engpässe von wichtigen industriellen Basiskomponenten, wie Ethylen, Chlor oder Butadien, voraussichtlich Auswirkungen auf die Automobil-, Life Science- sowie Healthcare- und Elektronikindustrie haben würden.

Ein Unternehmen das in einer dieser Branchen tätig ist und von seinem Lieferanten Waren per Schiene erhält, die im Hafen von Houston umgeschlagen werden, hätte so Engpässen zu erwarten. Mit diesem Wissen hätte der Kunde als einer der ersten zusätzliche Lieferungen vorbestellen können, um den Zeitraum zu überbrücken.

Mit den Informationen aus Resilience360 ist DHL in der Lage, die gesamte Lieferkette des Kunden zu visualisieren und spezifische Vorhersagen darüber zu treffen, ob Produktionslinien beeinträchtigt sein könnten. Bei Bedarf kann zudem auf Notfallpläne zurückgegriffen werden.

  • Mit Resilience360 Analytics erhalten Unternehmen sofortigen Zugang zu diesen Informationen, und können somit ein grundlegendes Verständnis für die Risiken innerhalb ihrer Lieferkette entwickeln:
  • Benchmarking-Dashboards ermöglichen einen Vergleich des eigenen Risikoprofils mit Branchenwerten und warnen frühzeitig vor Zwischenfällen.
  • Sektorspezifische Analysen, die auf individuellen Risikoprofilen zahlreicher Produktionsstandorte von Zulieferern basieren.
  • Risikobasierte Engpässe innerhalb der Lieferkette werden durch die Analyse verzeichneter Zwischenfälle, die bereits einen Einfluss auf Knotenpunkte hatten sowie Nutzerfeedback zu relevanten Geschehnissen, sichtbar.
  • Schwachstellen der Lieferkette werden durch Risikoinformationen unter Einbeziehung von Lieferanten-Daten (Transportvolumina, Business Impact Score, Value at Risk, Single Sourcing) erkennbar.

Das neue Modul zeigt beispielsweise, dass die Automobil- sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie 16,6 Prozent bzw. vier Prozent unter dem durchschnittlichen Risikoprofil liegen. Das bedeutet, dass diese Branchen in hohem Maße risikoavers sind, während die Chemie- und Technologiebranche ein deutlich höheres Risikoprofil aufweisen und mit acht Prozent und zehn Prozent über dem durchschnittlichen Risikoprofil liegen.

Dauer möglicher Versandstörungen wird prognostizierbar

„Mithilfe dieses neuen Analyse-Moduls und den einhergehenden Methoden können wir nun auch Regressions- und Vorhersagemodelle entwickeln, die unsere Lösungen im Bereich der Risikominimierung weiter verbessern. Gemeinsam mit dem Team von Deutsche Post DHL Data Science erarbeiten wir aktuell Vorschläge für alternative Streckenführungen sowie Voraussagen zu Lieferverzögerungen. Mit Hilfe von Millionen von DHL-Versanddatensätzen aus der Vergangenheit wollen wir dabei die Wahrscheinlichkeit und mögliche Dauer von Versandstörungen, die durch Unterbrechungen entlang der Verkehrsknotenpunkte entstehen, vorhersagen“, ergänzt Rick Tillenburg, Senior Customer Operations Analyst, Resilience360.

Ob Naturkatastrophen, Cyber-Angriffe oder sich schnell verändernde regulatorische Rahmenbedingungen, auf all diese Entwicklungen müssen Organisationen vorbereitet sein, um schnell und angemessen reagieren zu können. Das neue Resilience360 Analytics Modul ergänzt die Resilience360 Plattform von DHL um die Betrachtung spezifischer Industrien und Auswirkungen auf nachgelagerte Branchen, die im Falle einer Störung unter Engpässen leiden könnten.

DHL Resilience360 und Elemica arbeiten zusammen

Inzwischen haben sich Elemica, ein Business-Netzwerk für die Prozessindustrie, und DHL Resilience360 zusammengeschlossen. „Bei komplexen globalen Lieferketten muss man wissen, wo die potenziellen Risiken liegen, die den Geschäftserfolg beeinträchtigen können“, so Rich Katz, Chief Technology Officer bei Elemica. „Mit dem durchgängig transparenten Business-Netzwerk von Elemica in Verbindung mit den aus DHL Resilience360 gewonnenen Erkenntnissen können Unternehmen ihre Sicherheitslücken besser einschätzen und Maßnahmen zur Weiterführung ihrer Geschäftstätigkeit bei gleichzeitiger Risikominderung ergreifen.“

Die Supply-Chain-Handelspartner vernetzen sich im Business-Netzwerk von Elemica mit dem Ziel, Geschäftsprozesse zu automatisieren und um sich einen Überblick über potenzielle Störungen zu verschaffen, die Auswirkungen auf ihre Kunden, ihre Produktionsstätten, ihre Logistikdienstleister und ihre Lieferungen haben.

Die Partnerschaft von DHL Resilience360 mit Elemica führt für Elemica-Kunden zu ganz neuen Erkenntnissen. Sie können nun unterscheiden, welche Aufträge und Produkte je Standort betroffen sind, welche alternativen Transportmöglichkeiten bestehen und welche wirtschaftlichen Auswirkungen es hat, wenn Aufträge sich verzögern.

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