E-Commerce-Gigant setzt auf das Internet of Things

Alibaba schluckt chinesische IoT-Prozessor-Firma C-Sky

| Autor / Redakteur: Michael Eckstein / Nico Litzel

Groß frisst klein: Durch die Übernahme von C-Sky will Alibaba sein Embedded-Prozessor-Know-how stärken.
Groß frisst klein: Durch die Übernahme von C-Sky will Alibaba sein Embedded-Prozessor-Know-how stärken. (Bild: Clipdealer)

Das auf Embedded-Prozessoren spezialisierte IP-Entwicklungsunternehmen C-Sky Microsystems hat einen neuen Eigner: den E-Commerce-Riesen Alibaba. Beide Firmen haben ihren Hauptsitz im chinesischen Hangzhou – und arbeiten bereits an neuen IoT-Lösungen.

Vom Handelsriesen zum Chip-Fertiger: Alibaba Group Holding will mit der Übernahme des auf 32-Bit-Embedded-Prozessordesigns spezialisierten Unternehmens C-Sky Microsystems eigene Lösungen für das Internet of Things entwickeln. Zudem erhofft sich der E-Commerce-Konzern, das Know-how auch für seine Rechenzentren nutzen zu können, um das eigene boomende Cloud-basierte IoT-Geschäft zu stärken. Bereits vor dem Kauf war Alibaba an C-Sky als Investor beteiligt.

C-Sky gibt es seit 2001. Der IP-(Intellectual Property)-Spezialist ist also längst kein Startup-Unternehmen mehr. Seit seiner Gründing hat C-Sky unter der Marke C-SKY eine Reihe proprietärer 32-Bit-CPU-Kerne, SoC-Architekturen und Software für Embedded-Anwendungen entwickelt. Die Produkte adressieren den Ultra-Low-Power-(ULP)-Markt und zeichnen sich nach eigenen Angaben durch hohe Performance, hohe Code-Dichte und leichte Integrierbarkeit aus.

Demnächst RISC-V-basierte Prozessoren aus China?

Interessant: C-Sky ist Platinum-Mitglied der RISC-V-Vereinigung. Das könnte darauf hindeuten, dass das Unternehmen zukünftig nicht ausschließlich seine eigene, proprietäre Architektur einsetzen wird, sondern die Modularität von RISC-V nutzt, um 64-Bit-Prozessorkerne zu entwickeln oder Fähigkeiten für maschinelles Lernen auf dieser Grundlage entwickelt.

Der Prozessorspezialist entwickelt in Kooperation mit Alibaba bereits die Yun-on-Chip-Architektur für unterschiedliche IoT-Applikationen. C-Sky unterstreicht, in China der einzige Volumenanbieter von Embedded-CPUs mit eigener Befehlssatz-Architektur zu sein und mit Unternehmen wie Semiconductor Manufacturing International (SMIC), Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) und United Microelectronics (UMC) zusammenzuarbeiten. Bislang stecke die C-SKY-IP in rund 600 Millionen Chips, die hauptsächlich in China ausgeliefert wurden.

Alibaba investiert massiv in Chip-Know-how

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins EENews Europe hat Alibaba in fünf Chip-Hersteller Risikokapital investiert, darunter die AI-Chip-Designer Cambricon und Kneron sowie Barefoot Networks, seines Zeichens Entwickler von Netzwerk-Chips. Darüber hinaus arbeitet der E-Commerce-Riese an einem eigenen Beschleuniger-Prozessor für künstliche neuronale Netze, der Ali-CPU. Diese könnte in KI-Applikationen wie Videobild-Analyse und maschinelles Lernen zum Einsatz kommen.

China hat längst die Bedeutung der Chip-Industrie erkannt und investiert massiv in landeseigene Lösungen. Gleichzeitig versucht man Know-how durch Zukäufe im Ausland zu gewinnen. Der ehrgeizige Masterplan „China 2025“ der Zentralregierung macht klar, dass China in wenigen Jahren zum global Player in Punkto Chip-Design und -Fertigung aufsteigen will.

Alibaba folgt mit seinem Schritt einem globalen Trend: Große Dienstleistungsunternehmen wie Google, Amazon und nun wohl auch Facebook, die bislang wenig mit Computing-Hardware zu tun haben, investieren in eigene, spezialisierte Prozessor-Designs. Die teure Produktion überlassen sie hochspezialisierten Chip-Fertigern wie TSMC.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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