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Samsung erkämpft sich einen Wettbewerbsvorsprung 15,36 TByte

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Jetzt ist es also passiert: die derzeit größte PMR-Festplatte ist bei der Kapazität um 50 Prozent durch eine Samsung SSD überrundet worden. Doch die Schnittstellenproblematik zeigt schon jetzt, dass sich der Markt für Halbleiterspeicher bald in Flash-Speicher und SSD-Drives aufspalten wird.

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Samsungs SSD PM1633a unterstützt wahlfreie Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 200.000 bzw. 32.000 IOPS und erreicht sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 1.200 MByte/s.
Samsungs SSD PM1633a unterstützt wahlfreie Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 200.000 bzw. 32.000 IOPS und erreicht sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 1.200 MByte/s.
(Samsung)

Die erstmals auf dem Flash Memory Summit im August 2015 vorgestellte SSD mit der Bezeichnung PM1633a ist mit einer 12 GBit/s schnellen SAS-Schnittstelle (Serial Attached SCSI) ausgestattet und eignet sich für den Einsatz in Enterprise-Storage-Systemen.

In Speicherracks, die mit diesen Laufwerken ausgestattet werden, lassen sich durch das 2,5-Zoll-Format doppelt so viele Laufwerke unterbringen verglichen mit einem 2U-Speichereinschub, der mit 3,5-Zoll-Einschüben ausgestattet ist.

Stapelzauber

Das noch nie da gewesene Speichervolumen einer einzigen SSD von 15,36 TByte erreicht Samsung mit 512 seiner 256 GBit V-NAND Memory-Chips. Die Chips selbst beinhalten 48 vertikal "gewachsene" Lagen und werden anschließend noch in 16 Chiplagen übereinander gestapelt.

Das schlussendlich entstandene 512 GByte-Package wird dann mit insgesamt 32 NAND-Flash-Packages zu einem 15,36 TByte-Laufwerk "aufgebohrt".

Mit diesem technischen Erfolg kann Samsung nun eine zweigleisige Strategie verfolgen, da Festplattenhersteller herausgefordert sind im 3,5-Zoll-Formfaktor mehr als 30 TByte Speicherplatz unterzubringen. Die spektakuläre Meldung zeigt zudem, dass die Miniaturisierung von Low-end-Speicher radikale Fortschritte machen wird.

SAS Interface voll ausgereizt

Die SSD PM1633a unterstützt wahlfreie Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 200.000 bzw. 32.000 IOPS und erreicht sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 1.200 MByte/s.

Die Random Lese-IOPS-Leistungsfähigkeit ist etwa 1.000 Mal höher als bei herkömmlichen Festplatten mit SAS-Schnittstelle. Die sequenziellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sind mehr als doppelt so hoch als bei typischen SATA SSDs.

In der neuen SSD befinden sich neben insgesamt 16GByte DRAM Samsungs fortschrittliche Controller-Einheiten, die die 12GBit/s schnelle SAS-Schnittstelle unterstützen. Samsung nutzt darüber hinaus speziell entwickelte Firmware, die auf große Mengen High-Density NAND-Flash gleichzeitig zugreifen kann.

Zuverlässigkeit und Marktoptionen

Die 15,36TByte SSD PM1633a unterstützt 1 DWPD (Drive Writes Per Day). Dies bedeutet, dass sie täglich mit einer Datenmenge von 15,36 TByte fehlerfrei beschrieben werden kann. Dieses Maß an Zuverlässigkeit verbessert die Cost-of-Ownership für Enterprise-Storage-Systeme. Die SSD kann zwei bis zehn Mal mehr Daten schreiben als typische SATA SSDs, die in planaren MLC- und TLC NAND-Flash-Technologien gefertigt werden.

Ferner verfügt die SSD über einen höchst verlässlichen Metadaten-Schutzmechanismus. Ein weiteres Merkmals ist ein Datenschutz- und Restaurierungs-Softwaretool, das im Falle eines momentanen Blackouts greift. Dies macht Enterprise-Systeme stabiler und besser handhabbar.

Beginnend mit 15,36 TByte wird Samsung im Rahmen seines PM1633a SSD-Angebots einen großen Bereich an Kapazitätsoptionen anbieten – 7,68 TByte, 3,84 TByte, 1,92 TByte, 960 GByte und 480 GByte zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr.

Preisinformationen hat Samsung noch nicht geliefert. Der GByte-Preis liegt derzeit jedoch schon unter 50 Euro-Cent, die mit hoher Wahrscheinlichkeit unterboten werden.

(ID:43920494)