Pilotprojekt erfolgreich beendet

Wie Big Data dem Umweltschutz hilft

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Keine moderne Kunst, sondern anonymisierte Bewegungsmuster.
Keine moderne Kunst, sondern anonymisierte Bewegungsmuster. (Bild: Teralytics)

Im Rahmen eines Pilotprojekts in Nürnberg entstand eine Studie, die Mobilfunkdaten zur Schätzung von CO2-Emissionen und der Luftverschmutzung in Städten nutzt. Dies könnte die Kosten für die Einhaltung des internationalen Klimavertrags reduzieren.

Die Datenanalyse-Experten von Teralytics haben gemeinsam mit Telefónica Next und den Nachhaltigkeitsspezialisten der South Pole Group in Nürnberg ein Big-Data-Pilotprojekt abgeschlossen. Es zeigt, dass sich mobile Netzwerkdaten zur Analyse von CO2- und Stickoxid-Emissionen in Stadtregionen nutzen lassen. Dabei entstehen nur vergleichsweise niedrige Kosten. Teralytics analysierte dazu vollständig anonymisierte und aggregierte Daten von Telefónica. Diese wurde etwa erzeugt, wenn Nutzer telefonieren, Nachrichten verschicken oder im Internet surfen.

Bewegungsverhalten als Basis

Teralytics konnte auf Grundlage des Bewegungsverhaltens der Nutzer das jeweilige Transportmedium ableiten. Auf diese Weise wurde auch die Anzahl der Insassen in etwa Bahn oder Autos ermittelt. Die Bewegungsdaten wurden dann mit den Emissionsdaten der einzelnen Fortbewegungsmittel abgeglichen und daraus Luftverschmutzung und Treibhausgasemission abgeleitet. Die Experten waren dadurch in der Lage, die Konzentration der Luftverschmutzung im städtischen Umfeld mit 77-prozentiger Genauigkeit zu schätzen.

Daten für den Umweltschutz

Die Forscher wollen diesen Ansatz nach dem erfolgreichen Projekt weiter verfolgen. Ziel ist vor allem, die Datenanalyse zum Kampf gegen die weltweite Umweltverschmutzung einzusetzen. Die geringen Kosten machen diese Methode besonders interessant. Im Vergleich zu den hohen Herstellungs- und Wartungskosten herkömmlicher Messstationen lässt sich die Datenanalyse einfacher realisieren. In Zukunft wäre somit eine kontinuierliche und flächendeckende Auswertung denkbar.

Blick in die Zukunft

„Die Resultate aus Nürnberg haben gezeigt, dass wir mit der Analyse von digital erzeugten Daten Stadtplanern ein besseres Verständnis von Mobilitätsmustern und deren Einfluss auf Luftverschmutzung geben können. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Luftverschmutzung effizient zu vermeiden“, erklärt Teralytics-Geschäftsführer Georg Polzer. „Wir sehen großes Potential in den Ergebnissen und werden die nächste Phase der Entwicklung beginnen. Das Ziel ist es, ein Produkt für deutsche Städte, Bundesländer und die Regierung zu entwickeln, so dass sie den Herausforderungen der Luftverschmutzung besser begegnen können“, ergänzt Florian Marquart, Geschäftsführer für den Bereich Advanced Data Analytics von Telefónica Next.

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