Kommentar von Bernd Groß, Cumulocity

Was macht eine leistungsfähige IoT Application Platform aus?

| Autor / Redakteur: Bernd Groß / Nico Litzel

Der Autor: Bernd Groß ist CEO von Cumulocity
Der Autor: Bernd Groß ist CEO von Cumulocity (Bild: Cumulocity)

Das Internet der Dinge ist das Technologiethema der Stunde. Laut einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2016 wird IoT bis zum Jahr 2025 einen wirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 11,1 Billionen US-Dollar erreichen – eine Entwicklung, der sich viele Unternehmen schon heute anschließen. Bei der Integration des Internet of Things in ihre Wertschöpfungskette liegt für sie jedoch eine zentrale Herausforderung darin, die für sie passende IoT-Plattform zu identifizieren.

IoT-Plattformen sind das Bindeglied zwischen den Devices und den Business-Anwendungen wie ERP-Systemen, in die die gewonnenen Daten einfließen können. Auf welche Kriterien gilt es bei der Auswahl zu achten? Was eine leistungsstarke IoT Application Platform definiert, lässt sich anhand einiger zentraler Punkte festmachen.

Schnell zum Proof of Concept durch leichte Implementierbarkeit

Die zeit- und ressourcenintensive Implementierung einer neuen Technologie steht aus unternehmerischer Sicht ihrem Zweck schlicht entgegen. Entscheidend für den Erfolg von IoT-Projekten sind daher die reibungslose Integration einer IoT Application Platform und die schnelle Durchführbarkeit eines Proof of Concepts. Dabei muss der Anspruch des Pilotprojekts nicht sein, eine perfekt abgestimmte IoT-Lösung einzubinden, die Kernfunktionalität sowie der potenzielle Wert der Lösung sollten aber durch die Verwendung eines Minimum Viable Product (MVP) erkennbar werden.

Kompatibel mit Datenübertragungsprotokollen im IoT

Ein zentrales Problem bei der Planung und Durchführung von IoT-Projekten ist die Vielzahl an potenziellen Protokollen, die für die IoT-Kommunikation in Frage kommen: Das Internet unterstützt Hunderte von verschiedenen Protokollen, das Internet der Dinge wird noch einige mehr unterstützen. Protokolle wie MQTT, CoAP oder XMPP finden zwar in der Praxis viel Anklang, aufgrund der höchst unterschiedlichen Anwendungsfälle lässt sich allerdings auch hier bei keinem von „dem Besten” sprechen – jedes hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Anspruch einer IoT Application Platform sollte es also sein, mit allen gängigen Kommunikationsprotokollen kompatibel zu sein. Ein Aspekt, auf den Cumulocity in der Entwicklung zur „Protocol-agnostic Platform” großen Wert legte.

Prozesse weitgehend automatisieren

Um eine möglichst effiziente Performance zu gewährleisten, sollten „State-of-the-Art”-Plattformen darüber hinaus eine umfassende Automatisierung über alle Anwendungsebenen bieten. Die Anzahl der Schnittstellen, an denen manuell eingegriffen werden muss, sollte möglichst klein sein. Wenn auch Daten durch verschiedenste Data Analytics Tools ausgewertet werden können, sollte sichergestellt werden, dass eine automatisierte Reaktion daraus folgen kann.

Nicht nur in Stoßzeiten der Produktion wichtig: Skalierbarkeit

Durch das exponentielle Wachstum des Internet der Dinge steigt simultan auch die Menge der zu verarbeitenden Daten. Ein wichtiges Merkmal einer wettbewerbsfähigen IoT Application Platform ist daher die Fähigkeit, auf dieses Wachstum flexibel reagieren zu können. Besonders intensive Perioden zum Beispiel in der Produktion, in denen das Datenvolumen durch die Einbindung vieler neuer Devices steigt, sollten von Servern, Speichern und verwandten Komponenten aufgefangen werden können. Durch die Verwendung von Multi-Mandanten-Architekturen lassen sich Speicher- und Verarbeitungskapazitäten optimal nutzen. Außerdem sollte es möglich sein, Devices, Applications, Datentypen und Protokolle – sprich multidimensionale Elemente – ganzheitlich zu erfassen sowie zu integrieren. Ein Aspekt, den IoT-Plattformen häufig vernachlässigen, da sie den Fokus auf einen spezifischen Bereich legen.

Erweiterbar bleiben mit offenen Schnittstellen

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der sich schon früh in der Entwicklung der Cumulocity IoT Plattform zeigte, ist die Möglichkeit für Unternehmen, ihre Partner – das heißt Geräte unterschiedlicher Hersteller – einbinden zu können und so beliebig erweiterbar zu bleiben. Gewährleisten lässt sich das mithilfe offener Programmierschnittstellen (APIs) und einem modularen Systemaufbau. Trotz ausgeprägtem Know-how in den Bereichen Data Management und Cloud Infrastructure stellte die Entwicklung einer offenen Plattform-Architektur Cumulocity vor einige Herausforderungen – ein Aufwand, der nicht zu unterschätzen ist.

Schnelle Einsetzbarkeit, Protokollkompatibilität, hohe Effizienz durch automatisierte Prozesse, Skalierbarkeit sowie eine offene Plattform-Architektur sind wichtige Leistungsindikatoren bei der Wahl einer IoT Application Platform. Unternehmen sollten vor ihrer Entscheidung prüfen, in welchen Bereichen sowie bei welchen Businesses die jeweiligen Plattformen, die zur Auswahl stehen, Anwendungen finden und wie lange die Anbieter schon am Markt sind – oft lässt sich so bereits vorab selektieren.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44583211 / Data Sourcing)