Kostenreduzierung und bessere Prozesse

So profitieren Unternehmen von Big Data

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Nico Litzel

Von Big Data profitieren große und kleine Unternehmen sowie alle Abteilungen im Unternehmen
Von Big Data profitieren große und kleine Unternehmen sowie alle Abteilungen im Unternehmen (Bild: T. Joos)

Mit Big Data können Unternehmen ihr Geschäft auf verschiedene Weise optimieren. Wir zeigen die Möglichkeiten auf.

Mit Big Data Analytics lassen sich nicht nur Kosten einsparen, indem zum Beispiel Retouren reduziert oder Prozesse verbessert werden, sondern auch Kunden erhalten bessere und maßgeschneiderte Angebote. Das erhöht im Idealfall den Umsatz.

In nahezu jedem Unternehmen fallen massenhaft Daten aus verschiedenen Quellen an. Bisher werden nur selten alle Daten umfassend analysiert – und noch seltener werden sie in Beziehung zueinander gesetzt.

Business Intelligence versus Big Data

Bei Business-Intelligence-Lösungen spielen genaue Daten eine wichtige Rolle. Die Daten werden sehr weit heruntergebrochen und kleinste Datenelemente werden umfassend analysiert. Einzelne Geschäftsprozesse werden untersucht und genaue Angaben aus einzelnen Schritten herausberechnet, zum Beispiel einzelne Kunden, Rechnungen oder Produkte. Jeder Datensatz in einer BI-Umgebung ist relevant und muss korrekt sein. BI-Systeme haben eine sehr genaue Zielsetzung und es wird bereits beim Planen genau darauf geachtet, welche Informationen das BI-System liefern soll.

In Big-Data-Umgebungen werden dagegen alle Daten erfasst, was ein deutlich höheres Datenvolumen verursacht. Die einzelnen Informationen spielen keine Rolle, sondern nur übergeordnete Informationen, Trends und gruppierte Informationen. Durch Filtern, Analysieren und Erstellen von Beziehungen lassen sich Informationen auslesen, die mit BI-Systemen nicht erreichbar sind. Die Daten sind in den meisten Fällen sehr heterogen und unstrukturiert. Das ist auch der Grund, warum die Daten in NoSQL-Datenbanken abgelegt werden, während BI-Systeme mit relationalen Standard-Datenbanken arbeiten. Diese Datenbanken sind aber nicht in der Lage, Informationen sehr schnell zu verarbeiten.

Wenn Unternehmen eine Big-Data-Infrastruktur aufbauen, dann geht es also darum, zunächst alle verfügbaren Datenquellen zu inventarisieren. Dabei kann es sich auch um unstrukturierte Daten wie Texte, E-Mails, Sensorendaten, RFID-Chips und viele andere Informationen handeln. Auch Quellen aus dem Internet gehören zu wertvollen Datenlieferanten. In Unternehmen mit großen Gebäuden lassen sich zum Beispiel Wetterdaten aus dem Internet mit Sensoren der Heizung in Verbindung setzen, um Kosten zu sparen. Dadurch können Unternehmen auch Defekte erkennen und diese schneller beheben.

Nutzen aus Zusammenhängen ziehen

Theoretisch können alle Unternehmen und alle Abteilungen in Unternehmen von Big Data profitieren. Auch wenn alle auf die gleiche Datenmenge zugreifen können, so kann jede Abteilung ihren ganz eigenen Nutzen aus den verschiedenen Zusammenhängen ziehen.

Meistens profitieren Unternehmen schlicht und ergreifend dadurch, dass sie ihre Kunden besser verstehen und ihre Produkte besser auf Kunden ausrichten können. Das liegt vor allem daran, dass die genutzte Bandbreite der Daten im Unternehmen besser genutzt werden können. Big-Data-Infrastrukturen können lokale ERP/CRM-Systeme genauso analysieren, wie Sensordaten, Dokumente, Informationen aus sozialen Netzwerken oder andere Datenquellen. Außerdem können die Systeme die Daten in Relation zueinander setzen und dadurch neue Informationen erschließen.

Durch Einbeziehung von sozialen Netzwerken, Internetseiten, Blogs oder Internetforen lassen sich zum Beispiel neue Trends identifizieren und mit den Daten aus dem Unternehmen verifizieren und überprüfen. Durch diese vorschauenden Analysen, auch Predictive Analytics genannt, lassen sich im Idealfall aus einer Bandbreite von Daten Vorhersagen für die Zukunft herauslesen.

Gesamtüberblick des Unternehmens mit Big Data

Big-Data-Infrastrukturen können riesige Datenmengen aus zahlreichen Datenquellen verarbeiten und in Beziehung zueinander setzen. Dadurch erkennen Unternehmen Zusammenhänge, die durch einzelne Datenquellen nicht erfasst werden können. Durch die Verwendung einer solchen Infrastruktur können Unternehmen also effizienter arbeiten und sich im Idealfall von den Mitbewerbern abheben.

Nur durch Big-Data-Umgebungen lässt sich ein Gesamtüberblick des Unternehmens erhalten. Gleichzeitig erhalten Verantwortliche Mitarbeiter im Unternehmen alle relevanten Informationen. Das erhöht die Transparenz der Fertigungs- und Vertriebsprozesse und bietet oft Raum für deutliche Optimierungen. Vor allem interne Daten, inklusive Sensordaten werden von Unternehmen ausgelesen, um Prozessoptimierungen durchzuführen.

Fundierte Entscheidungen und optimierte Geschäftsprozesse

Wenn alle Unternehmensdaten ausgewertet werden können, lassen sich auf dieser Basis fundierte Entscheidungen treffen, die wirklich alle Daten und vor allem alle Zusammenhänge erfassen. Außerdem lassen sich nur dadurch Prozesse optimieren. Die komplette Geschäftsstrategie lässt sich durch eine solche Lösung deutlich verbessern, da sie auf mehr und besser analysierte Informationen zurückgreifen kann.

Durch die vollständige Auswertung der Daten, inklusive der Zuhilfenahme von sozialen Netzwerken, können sich Unternehmen besser an ihren Kunden ausrichten. Außerdem lassen sich die eigenen Produkte ebenfalls besser an den Kunden ausrichten. Durch Big Data können Unternehmen auch Marktreaktionen von neuen Produkten in die Analyse mit einbeziehen, vor allem wenn soziale Netzwerke und andere Quellen eingebunden werden. Unternehmen können zum Beispiel messen wie Kunden auf den eigenen Internetshop kommen und dem Kunden dadurch angepasste Nachrichten und Informationen zur Verfügung stellen. Außerdem können Echtzeitdaten erkennen, wenn ein Kunde den Kauf abbricht und entsprechend gegensteuern oder zumindest diesen Sachverhalt zur späteren Analyse speichern.

Dadurch lassen sich nicht nur die vorhandenen Kunden besser betreuen, sondern gleichzeitig neue Kunden gewinnen. Beispiel dafür sind angepasste Versicherungen, Geldanlagen, Telefontarife, oder andere Produkte, die maßgeschneidert werden können. Nur wer die Bedürfnisse seine Kunden genau kennt, kann die richtigen Produkte zur Verfügung stellen.

Höhere Profitabilität durch bessere Produkte

Dadurch lassen sich oft neue Geschäftsfelder oder Optimierungen der bestehenden Geschäftsfelder erreichen. Gleichzeitig erhöht sich die Profitabilität des Unternehmens. Natürlich lassen sich auch Risiken von neuen Geschäften oder Produkten besser berechnen und in einen Vergleich mit den Chancen versetzen.

Vor allem durch mögliche Echtzeitüberwachungen, zum Beispiel bei Zahlungsvorgängen von Kreditkarten, werden unpassende Muster wie Betrugsversuche schnell und effizient erkannt. Produkte und deren Zustellung lassen sich überwachen, was zum Beispiel für Logistikunternehmen interessant sein kann.

Bessere Personalentscheidungen mit Big Data

Auch Personalabteilungen und Recruiter profitieren von Big Data, vor allem durch Einbeziehung sozialer Medien und Internetseiten. Über Big Data lassen sich gezielt Auswertungen vornehmen und die Leistung von Abteilungen oder einzelnen Mitarbeitern messen. Auch Predictive Analyse ist in diesem Zusammenhang wertvoll, da dadurch, mit statistischen Berechnungen, Ereignisse und das Verhalten von Mitarbeitern berechnet werden können. Die Daten lassen sich in Personalauswahl, aber auch in der Personalgewinnung nutzen. Unternehmen können aus einer Vielzahl Bewerber schneller und vor allem besser erkennen, wer für eine Stelle geeignet ist.

Auch im HR-Bereich soll Big Data dabei helfen, dass Entscheider keine Entscheidungen aus dem Bauch treffen müssen, sondern auf Basis von Daten. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Mitarbeiter eine der wichtigsten Ressourcen im Unternehmen sind und auch Bewerber bereits entsprechen positiv behandelt werden müssen. Auch für das Recruiting sollte es ein Controlling ergeben, indem erfasst werden kann, welche messbaren Ergebnisse eine Bewerber-Aktion für das Unternehmen gebracht hat. Dadurch lässt sich erkennen in welchen Medien Unternehmen nach Bewerbern suchen sollen und welche Kenntnisse im Unternehmen benötigt werden.

Durch sogenannte Candidate Experience können Unternehmen dafür sorgen, dass Bewerber einen guten Eindruck vom Unternehmen erhalten. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die besten Bewerber auch für das eigene Unternehmen entscheiden, nicht einen Mitbewerber. Denn so viel ist klar: Ein Topbewerber hat sich mit Sicherheit auch bei anderen Unternehmen beworben, die ebenfalls um die besten Bewerber buhlen. Hier gilt es, den potenziellen neuen Angestellten den Weg ins eigene Unternehmen zu vereinfachen. Daraus resultieren weniger Absprünge begehrter Kandidaten und vor allem eine wesentlich bessere Außendarstellung für zukünftige Bewerbungsprozesse.

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