Analytics

So bereichert Big Data die medizinische Forschung

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Nico Litzel

Big Data Analytics kann unbekannte Muster in Daten aufdecken. Vor allem im medizinischen Bereich steckt hier ein enormes Potenzial, da durch diese Möglichkeiten Patienten besser therapiert werden können.
Big Data Analytics kann unbekannte Muster in Daten aufdecken. Vor allem im medizinischen Bereich steckt hier ein enormes Potenzial, da durch diese Möglichkeiten Patienten besser therapiert werden können. (Bild: © Syda Productions – Fotolia.com)

In der Wissenschaft und in der medizinischen Forschung fallen in vielen Bereichen sehr große Datenmengen an. Damit diese Daten effizient gespeichert und analysiert werden können, braucht es geeignete Lösungen.

Big Data in der Medizin bietet zahlreiche Lösungsansätze. Bei Untersuchungen sammeln medizinische Einrichtungen zahlreiche Daten, die analysiert werden können, um Diagnosen zu stellen oder die die Wissenschaft unterstützen können. Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Daten von CRT und MRT sowie viele andere Informationen müssen ausgewertet und in Bezug zueinander gesetzt werden.

Big Data kann in allen Bereichen der Medizin eingesetzt werden. Dazu gehören medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Verwaltungen in Krankenkassen, aber auch wissenschaftliche Einrichtungen, die Studien durchführen. Big Data hat allgemein die Aufgabe, Muster in Daten zu entdecken, die bisher noch nicht aufgefallen sind. Vor allem im medizinischen Bereich steckt hier ein enormes Potenzial, da durch diese Möglichkeiten Patienten besser therapiert werden können.

Kosteneinsparungen durch bessere und schnellere Diagnosen

Big Data kann bei der Diagnose helfen und Ärzten sowie Wissenschaftlern Informationen an die Hand geben, die ansonsten nur schwer auslesbar sind. Das bedeutet in Krankenhäusern aber auch, dass Patienten unter Umständen schneller behandelt werden können, unnötige Behandlungen und Untersuchungen entfallen, und die Aufenthaltsdauer gesenkt werden kann. Dadurch lassen sich natürlich einige Kosten einsparen.

In der Medizin sind die Daten, genauso wie in Unternehmen, in den meisten Fällen heterogen und kommen aus verschiedenen Datenquellen, die normalerweise nicht miteinander kompatibel sind. Big-Data-Lösungen können auch hier eine Vereinheitlichung schaffen und Zusammenhänge erkennen, die ansonsten in vielen Fällen nicht auffallen würden.

Big Data kann unstrukturierte Daten ordnen und analysierbar machen. Vor allem in der Medizin sind die Messdaten heterogen. Abhängig vom eingesetzten Messgerät liegen die Daten in unterschiedlicher Form vor. Außerdem sind verschiedene Krankenhäuser häufig schlecht oder überhaupt nicht miteinander vernetzt. Hier liegen auch die besonderen Herausforderungen an Big-Data-Lösungen im medizinischen Bereichen. Die besonders homogenen Daten müssen zuverlässig miteinander vernetzt werden. Durch die schnelle Bearbeitung von großen Datenmengen heterogener Daten lassen sich Zusammenhänge erkennen. Big Data-Lösungen können zum Beispiel Muster erkennen, die auf Daten anderer Patienten aufbauen. Hier muss allerdings auch auf den Datenschutz geachtet werden.

Bezüglich des Einkaufs notwendiger Hilfsmittel können Big-Data-Lösungen die besten Lieferanten, mit den besten Preisen finden. Dazu kommt die Möglichkeit, das beste Medikament für den besten Preis zu erhalten, auch basierend auf den Wirkstoffen. Das alles lässt sich in Zusammenhang bringen und gemeinsam analysieren.

Auch in der Verwaltung spielt Big Data eine wichtige Rolle

Neben der Unterstützung des medizinischen Personals kann Big Data auch in der Verwaltung helfen sowie Krankenkassen unterstützen. Durch das Vermeiden falscher Diagnose und schnellere Behandlungen können in Krankenhäusern in der gleichen Zeit mehr Personen behandelt werden. Die Wartezeiten verkürzen sind für Patienten, Menschen werden schneller gesund, ohne unnötige Behandlungen oder Untersuchungen erdulden zu müssen, Kosten werden gespart. Krankenkassen können dadurch also deutlich entlastet werden.

Ärzte werden deutlich entlastet, da viele bürokratische Aufgaben automatisiert und schneller abgeschlossen werden können. Hier können Big-Data-Lösungen mit anderen Technologien zusammenarbeiten, zum Beispiel Spracherkennung.

Patienten einbinden

Wenn Big-Data-Lösungen im Einsatz sind, so ist es natürlich sinnvoll, so viele Daten wie möglich zu sammeln und zu analysieren. Daher kann es zielführend sein, die Patienten mit Pulsuhren oder anderen Geräten mit Sensoren auszustatten, die Daten sammeln. Da solche Geräte nicht nur Momentaufnahmen darstellen, sondern den Patienten rund um die Uhr überwachen, lassen sich wesentlich bessere Diagnosen erstellen. Dazu kommt, dass das Krankenhauspersonal weiter entlastet wird, da Sensoren und medizinische Geräten Daten erfassen können.

Zusätzlich können solche Geräte den Patienten oder das medizinische Personal warnen, wenn Auffälligkeiten bei der automatischen Untersuchung auffallen. Solche Geräte müssen Patienten nicht einschränken, sondern können ihre Daten natürlich auch per Funk übertragen. Dazu kommt, dass die Geräte auch die Einnahme der Medikamente überwachen können und Patienten oder Pfleger darüber informieren können, wenn ein Medikament vergessen wurde.

Hinzu kommt, dass Patienten besser informiert werden können und bessere Therapien in kürzerer Zeit erhalten. Zudem können Big-Data-Analysen auch dabei helfen, potenzielle Komplikationen schneller zu erkennen, da alle Daten des Patienten analysiert werden können und auch Vergleichsdaten anderer Patienten herangezogen werden können.

Das richtige Verhältnis finden

Die verantwortlichen Personen in der Medizin haben die Aufgabe, das richtige Verhältnis zwischen Personal und Technik zu finden. Auch Big-Data-Lösungen können keine Ärzte oder Pfleger ersetzen, sondern dabei helfen, dass diese entlastet werden und schneller und einfacher Diagnosen erstellen und Patienten helfen können.

Wichtig ist bei der Erfassung der großen Datenmengen natürlich auch die Sicherheit der Daten sowie der Datenschutz. Es muss gewährleistet werden, dass diese Daten ausschließlich zur Behandlung dienen und nicht missbraucht werden können. Die gewonnenen Daten dürfen weder gewerblich genutzt noch unerlaubt an Dritte weitergegeben werden. Einige Krankenkasse bieten bereits Zuschüsse für den Kauf von Apple Watches, auch für gesunde Menschen. Hier müssen Patienten natürlich abwägen, ob sie private Daten mit ihrer Krankenkasse teilen wollen.

Krankheiten im Vorfeld verhindern

Big Data kann aber nicht nur dabei helfen Krankheiten schneller und besser zu therapieren, sondern hilft auch bei präventiven Maßnahmen. Wenn viele Daten vorliegen, können Krankheiten teilweise bereits erkannt werden, bevor sie auftreten. Präventive Medizin ist in alternden Gesellschaften besonders wichtig, da sich dadurch das Leben verlängern lässt, die Lebensqualität der Patienten erhöhen, und gleichzeitig die Kosten senken. Je mehr Daten vorliegen, umso zuverlässiger lassen sich Analysen erstellen.

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