Big Data und APIs

Sicherheit bei Big Data geht nur mit sicheren Schnittstellen

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Nico Litzel

Big Data ist ohne Schnittstellen und APIs undenkbar. Sicherheit bei Big Data muss deshalb auch Sicherheit der entsprechenden APIs umfassen.
Big Data ist ohne Schnittstellen und APIs undenkbar. Sicherheit bei Big Data muss deshalb auch Sicherheit der entsprechenden APIs umfassen. (Bild: © James Thew – Fotolia.com)

Big-Data-Anwendungen brauchen nicht nur Schutz bei der Übertragung und Speicherung der Daten, sondern auch bei der Übergabe. Fehlerhafte oder manipulierte Schnittstellen können die Daten auf falsche Wege bringen. Sichere APIs (Application Programming Interfaces) sind deshalb Pflicht.

Es ist eine Binsenweisheit und doch werden die Konsequenzen oftmals übersehen: Big Data bedeutet nicht nur die Sammlung, Speicherung und Auswertung großer Datenmengen, sondern die Daten kommen in aller Regel auch aus vielen, verschiedenen Datenquellen. Damit eine schnelle und automatisierte Verarbeitung möglich ist, müssen die Datenquellen richtig angezapft, die Datenformate passend übersetzt werden. Big Data ist also ohne Schnittstellen und APIs (Application Programming Interfaces) nicht denkbar. Sicherheit bei Big Data muss deshalb auch Sicherheit der entsprechenden APIs umfassen. Hier sieht es allerdings häufig nicht gut aus.

API-Sicherheit noch nicht genug im Fokus

Gerade in Deutschland wird Big Data eng mit Datenschutz und Datensicherheit verknüpft, wie zum Beispiel der aktuelle Big-Data-Leitfaden des Bitkom zeigt. Viele Überlegungen ranken sich jedoch um mehr Sicherheit bei der Datenspeicherung und Datenübertragung sowie um die datenschutzgerechte Big-Data-Analyse, zu Recht versteht sich. Weniger im Fokus sind allerdings die Risiken, dass die Datenströme bei Big-Data-Anwendungen nicht korrekt übergeben werden, gewollt oder ungewollt, durch manipulierte oder einfach falsch programmierte Schnittstellen.

Wie die Umfrage „The Global State of API Security Survey 2015“ von Akana ergab, gaben mehr als 65 Prozent der Befragten an, dass keine Verfahren vorhanden sind, die sicherstellen, dass die Daten, auf die Anwendungen über ihre APIs zugreifen, sicher verwaltet werden. Mehr als 45 Prozent der befragten Unternehmen hat auch keine Zugriffsbeschränkung auf ihre APIs. APIs könnten also angegriffen, manipuliert, blockiert und ausgenutzt werden. Die Folgen für Big-Data-Anwendungen liegen auf der Hand: Die Daten können gefälscht sein, abgezweigt und belauscht werden oder einfach ausbleiben, also nicht verfügbar sein.

API-Risiken sind auch Big-Data-Risiken

Zu den größten API-Risiken zählen laut der oben genannten Umfrage DDoS-Attacken, unzureichende Message-Level-Sicherheit und fehlende Datenverschlüsselung, durchaus bekannte Risiken, die aber in Verbindung mit APIs als Programmierschnittstellen zur Verknüpfung von Anwendungen und Diensten oftmals nicht gesehen werden. Schutz vor DDoS-Attacken, eine sichere Datenübertragung und die Verschlüsselung von Daten muss aber auch auf der Ebene der APIs erfolgen, um Big Data wirklich sicherer zu machen. Verschiedene Security-Anbieter haben dies bereits erkannt, es gibt somit bereits Lösungen für das Problem.

API-Sicherheit kann und muss angegangen werden

Wenn die Bedeutung möglicher API-Schwachstellen bei Anbietern und Anwendern von Big-Data-Lösungen entsprechend hoch eingestuft wird, finden sich auch passende Lösungen auf dem Markt für Security-Lösungen. API-Sicherheit ist also zu allererst ein Awareness-Problem, im zweiten Schritt folgt dann die Suche nach passenden Anbietern.

So bietet zum Beispiel Axway eine Lösung für API Firewalling an. In der Lösung stecken Funktionen zur Erhöhung der API-Sicherheit, wie grafisch konfigurierbare Sicherheitsvorschriften zur API-Nutzung, Geschäftsrichtlinien und Audit Trails für das Compliance Management und die Analyse verdächtigen Nutzerverhaltens sowie erweiterte API-Analysefunktionen zur Überwachung von zugelassenem oder blockiertem Datenverkehr (Black- und Whitelisting).

Die CA API Management Suite enthält unter anderem das CA API Gateway, mit einem API Proxy und Firewall-Funktionen zur Kontrolle der Verbindungen z. B. zu Cloud-Services und mit einer Integration in IAM-Lösungen (Identity and Access Management), sodass zur Zugangs- und Zugriffskontrolle die digitalen Identitäten einheitlich genutzt und geprüft werden können. Das Akana API Gateway übernimmt die Prüfung von Zugängen und Zugriffen, sorgt für die Verschlüsselung, wehrt bösartigen Datenverkehr und damit DDoS-Angriffe ab.

Programmierschnittstellen erstellen, verwalten, überwachen und sichern

Mit dem Amazon API Gateway können AWS-Kunden Programmierschnittstellen selbst erstellen, veröffentlichen, verwalten, überwachen und sichern. Das API Gateway übernimmt Aufgaben wie Datenverkehrsmanagement, Autorisierung und Zugriffssteuerung sowie Monitoring. IBM API Management und Microsoft Azure API Management zum Beispiel überwachen die Integrität der APIs und bieten Schutz vor API-Attacken z. B. durch Authentifizierung und Ratenbegrenzungen.

APIs können demnach Sicherheitsfunktionen integrieren und zudem vor Missbrauch geschützt werden. Der Aufwand, der in zusätzliche API-Sicherheit gesteckt wird, lohnt sich für Big-Data-Anwendungen und viele andere Bereiche der IT-Nutzung. Aus gutem Grund hat das Analystenhaus Saugatuck Technology die API-Ökonomie als Grundlage des digitalen Business bezeichnet, als Verbindung zwischen Cloud, Mobile Computing, Big Data und Internet of Things.

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