Qlik

Qlik mausert sich zum Plattformanbieter

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Nico Litzel

Viel Andrang herrschte während der Cebit auf dem Stand von Qlik und seinen Partnern.
Viel Andrang herrschte während der Cebit auf dem Stand von Qlik und seinen Partnern. (Bild: Rüdiger)

Über seine Anfänge als Anbieter eines analytischen Softwaretools für heterogene Daten möchte Qlik nun hinauswachsen. Angepeilt wird, durch Weiterentwicklung des Cloud-Angebots, eine komplette analytische Plattform für Unternehmen im Web.

Mit einer Reihe wichtiger Partner präsentierte sich Qlik auf der Cebit. Das Unternehmen ist spezialisiert darauf, aus höchst unterschiedlichen Datenquellen ansprechende Analysen und Grafiken zu generieren, und zwar mit einfach bedienbaren Tools mit grafischer Benutzerschnittstelle für jeden Arbeitsplatz. Das Unternehmen generiert auf diese Weise auch sinnvolle Geschäftsmöglichkeiten für seine Partner.

Ein Beispiel ist die Mehrwerk AG, ein Softwarehaus mit 25 Mitarbeitern aus Karlsruhe, das sich besonders mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen im SAP-Umfeld beschäftigt. Mit Qlik entstehen beispielsweise Dashboards für Controller. Man konzentriere sich auf Qlik, weil der Hersteller im Vergleich zu ähnlichen Anbietern mehr Datenquellen anbinden könne, erklärte auf Nachfrage ein Firmenvertreter.

Ein weiteres Beispiel ist Evaco Business Solutions. Hier kommen die Kunden aus vielen Branchen, Themen wie Prozessintegration etwa im Maschinenbau oder auch die Verarbeitung von Geodaten, stehen im Vordergrund der Lösungen, die Evaco für seine Kunden realisiert. Das Unternehmen schätzt an Qlik unter anderem die gute Benutzerführung und das Rechtemanagement.

Mehr Datenquellen

In Zukunft möchte Qlik sein Cloud-Angebot Qlik Sense weiter ausbauen und noch mehr Datenquellen anschließen, um den Plattform-Anspruch zu untermauern. Deshalb hat das Unternehmen im vergangenen Jahr Industrial Codebox gekauft, dessen Produkt „QVSource“ Qliks Konnektoren-Portfolio um vorwiegend webbasierte Varianten erweitert, etwa für Twitter oder Dropbox.

Die Prisma Informatik aus Nürnberg, ein weiterer in Hannover präsenter Partner, beschäftigt sich vor allem mit Analyse- und Reporting von Daten für Microsoft Dynamics. Für diese Zwecke hat das Unternehmen die NAVdiscovery Toolbox entwickelt.

Nun baut Qlik seine Cloud-Services aus: Schon seit Ende Dezember gibt es Qlik Sense for Business, einen Workspace für 50 User, der 25 US-Dollar pro User und Monat kostet. Dabei kann die Userzahl von Monat zu Monat angepasst werden. Alternativ ist auch ein Jahresabo möglich, bei dem zwei Monatsbeiträge entfallen, dafür aber die Zahl der Nutzer übers Jahr nicht modifiziert werden kann. Im Preis enthalten ist der Aufbau von Ordner- und Berechtigungsstrukturen. So lassen sich Power-User bestimmen, deren Zugriffsrechte weiter reichen als die normaler Anwender. Das Nutzungsrecht ist nicht personalisiert, die Anwender können also im Lauf des Jahres wechseln, so lange die Höchstzahl nicht überschritten wird.

Schon bald Enterprise-Version aus der Cloud

Schon bald soll eine Enterprise-Version aus der Cloud folgen, die mit allen technischen Finessen der Inhouse-Variante ausgerüstet ist und die Zahl der Anwender nicht mehr begrenzt. Sie wird bei AWS implementiert. Auf Azure und Amazon läuft Qlik zudem schon länger im Rahmen von Bring-Your-own-License-Programmen.

„Wir wollen Plattformanbieter werden und gehen gleichzeitig von einem Hybrid-Cloud-Modell hinsichtlich der IT unserer Kunden aus“, erklärt Stefan Jensen, Direktor Presales DACH bei Qlik.
„Wir wollen Plattformanbieter werden und gehen gleichzeitig von einem Hybrid-Cloud-Modell hinsichtlich der IT unserer Kunden aus“, erklärt Stefan Jensen, Direktor Presales DACH bei Qlik. (Bild: Rüdiger)

„Wir werden uns aber nicht vollständig auf Public-Cloud-Infrastrukturen verlassen, sondern sehen die Zukunft in der Hybrid Cloud“, erklärt Stefan Jensen, Direktor Presales DACH bei Qlik. Schließlich werde es immer Daten geben, die ein Kunde nicht aus der Hand geben wolle oder dürfe, und diese Tatsache beziehe man in das Design der eigenen Angebote mit ein. Idealerweise solle allein der Kunde entscheiden, wo er Daten aufbewahrt, analysiert und Reports erzeugt. Apps müssten wahlfrei zwischen Inhouse- und externen Cloud-Ressourcen verschiebbar sein. Dazu gehöre auch, dass man beispielsweise Analytik-Tools aus der Cloud anbinden könne, beispielsweise um IoT-Daten zu analysieren. Allerdings ließe sich auch Qlik selbst im Grunde als IoT-Plattform verwenden.

Wie sich das zukünftig stärker serviceorientierte Vertriebsmodell mit den derzeitigen Partnerstrukturen verträgt, ist noch unklar. „Es könnte sein, dass wir in einigen Teilbereichen mit unseren Cloud-Angeboten in Konkurrenz zu Partnern treten, allerdings ist noch unklar, ob sie in Zukunft Lizenzen oder aber Zugriffsverträge auf die Business Cloud verkaufen werden“, erklärt Jensen. Letzteres eröffne wie auch weitergehende Integrationsleistungen in jedem Fall Umsatzpotenziale. Die Enterprise-Cloud-Angebote von Qlik sollen entweder noch Ende 2017 oder aber erst 2018 verfügbar sein.

Neue Analytik-Funktionen geplant

Die analytischen Kapazitäten sollen ohnehin wachsen. „Es ist durchaus denkbar, dass wir demnächst Erweiterungen für die Anbindung der Statistiksprache R anbieten, damit sich auch Vorhersagemodelle realisieren lassen“, sagt Jensen. Man könne sogar auf R basierende fertige Funktionsmodule, zum Beispiel für Regressionsanalysen, direkt in Qlik integrieren. Das werde aber wohl noch etwas dauern.

Schon jetzt lassen sich mithilfe von sogenannten Idevio-Maps anspruchsvollere Geoanalysen durchführen, die mehrschichtige Darstellungen liefern. „Damit können wir beispielsweise Warenströme räumlich analysieren oder die Einzugsbereiche von Filialen geografisch erfassen, sodass neue Niederlassungen optimal platziert werden“, erklärt Jensen.

Nicht immer diene die Datenauswertung übrigens dem gesteigerten Kommerz. So habe eine Feuerwehr eine Lösung realisiert, die mit mehreren Detaillierungsebenen kartografisch darstellt, wo in ihrem Einzugsgebiet sich die Brände häufen und wo es eher weniger brandgefährlich zugeht.

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