Studie: IT-Komplexität bindet Ressourcen

Performance-Probleme bremsen digitale Transformation

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Viele Studienteilnehmer sehen in unzuverlässiger Performance ein Hemmnis für die Digitalisierung.
Viele Studienteilnehmer sehen in unzuverlässiger Performance ein Hemmnis für die Digitalisierung. (Bild: Dynatrace)

Mindestens einmal pro Woche haben Unternehmen mit Performance-Problemen ihrer IT zu kämpfen. Manche IT-Teams müssen bis zu einem Viertel ihrer Arbeitszeit dafür aufbringen, stockende Systeme wieder in Gang zu bringen. Dies habe eine weltweite Befragung im Auftrag von Dynatrace bestätigt.

Für 48 Prozent der Befragten sei unzuverlässige Performance ein Hemmschuh bei der Umsetzung der digitalen Transformation. Die resultierenden Verzögerungen im Arbeitsablauf sorgten nicht nur für Ärger bei Mitarbeitern und Kunden, sondern beeinträchtigten auch Umsatzchancen und IT-Ressourcen.

Fast unisono bestätigten die IT-Verantwortlichen, dass diese Schwierigkeiten von der steigenden Komplexität der IT-Landschaft herrühren. 75 Prozent fühlten sich mit diesen Problemen überfordert und hätten Mühe, ihrer Herr zu werden.

„Die Abhängigkeit von der IT ist in den letzten drei Jahren schneller gestiegen als in den 30 Jahren zuvor“, sagt Dynatrace-CEO John Van Siclen. „Unternehmen müssen sich auf ihre Technologien verlassen können, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Mit der Leistungsfähigkeit der IT-Systeme steigt auch deren Komplexität, die wiederum die digitale Transformation erschwert. Wem es nicht gelingt, die Performance-Herausforderungen in den Griff zu bekommen, wird schnell den Unmut seiner Kunden und Mitarbeiter zu spüren bekommen.“

Die Studie habe folgende Zeit- und Ressourcenauswirkungen durch Performance-Probleme ergeben:

  • IT-Betrieb verliert 522 Stunden pro Jahr oder mehr als zwei Stunden pro Arbeitstag.
  • Softwareentwicklung verliert 548 Stunden pro Jahr oder mehr als zwei Stunden pro Arbeitstag.
  • E-Commerce-Verantwortliche verlieren 652 Stunden pro Jahr oder mehr als 2,5 Stunden pro Arbeitstag.
  • Marketingteams verlieren 470 Stunden pro Jahr oder fast zwei Stunden pro Arbeitstag.
  • Servicemitarbeiter verlieren 496 Stunden pro Jahr oder rund zwei Stunden pro Arbeitstag.

Die Befragung der Betroffenen in Bezug auf Aufgaben, welchen sie sich hauptsächlich widmen könnten, wenn das IT-Monitoring automatisiert und die Systeme zuverlässiger wären, habe erstaunliche Ergebnisse ergeben und die folgenden negativen Auswirkungen ans Licht gebracht: In den Bereichen E-Commerce und Marketing gehe wertvolle Zeit für Umsatzoptimierung sowie Strategie und Planung verloren (36 bzw. 31 Prozent der Befragten würden sich damit beschäftigen). In der Software- und Webentwicklung sowie im IT-Betrieb gehe das Gegensteuern zu Lasten der Innovation (36 bzw. 32 Prozent der IT-Professionals würden in dieser Zeit neue Technologien entwickeln und ausrollen). Auch der Kundenservice würde leiden – 30 Prozent der dortigen Mitarbeiter seien angehalten, ihre Kundenbindungsprogramme und -aktivitäten zu minimieren.

John Van Siclen kommentiert: „Um den steigenden Kundenerwartungen weiter gerecht zu werden, müssen Unternehmen auch in der Lage sein, schnell herauszufinden, wo genau sich Performance-Probleme abzeichnen. Besonders bei Ausfällen, welche direkte Auswirkungen auf die Endnutzer haben, gilt es, sehr rasch und eindeutig die eigentliche Problemursache zu identifizieren. Und zwar bevor diese spürbar werden. Aufgrund der enormen Komplexität der heutigen Anwendungs- und IT-Umgebungen ist eine ganzheitliche IT-Monitoring-Lösung auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) unverzichtbar. Kaum ein Mensch ist mehr in der Lage, die Unmengen an Dashboards, verschiedenen Alarmmeldungen und Tausende Datenlogs manuell auszuwerten, um die Problemursache innerhalb der wenigen Minuten zu entdecken, in denen sich ein kleines Problem zu einer großen Störung auswächst.“

Über die Studie

Für die Studie „Global Digital Performance & Transformation Audit“ habe das Marktforschungsunternehmen Research Now im Auftrag von Dynatrace in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA und Australien 1.239 Mitarbeiter aus den Bereichen IT, E-Commerce, Marketing und Kundenservice befragt (Deutschland: 275 Mitarbeiter).

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