Abstraktionsschicht für MariaDB-Cluster

MariaDB bringt Datenbank-Proxy MaxScale

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Nico Litzel

MariaDB MaxScale
MariaDB MaxScale (mariadb.com)

Die Entwickler von MariaDB haben einen quelloffenen, datenbankorientierten Proxy mit dem Namen MaxScale entwickelt, der mit allen relationalen Datenbanken aus dem MariaDB-/MySQL-Ökosystem funktioniert und Datenbank-Architekten und -Nutzern eine einfache Möglichkeit an die Hand gibt, ihre Datenbank-Umgebungen flexibler aufbauen und besser anpassen zu können.

Die als Open Source zur Verfügung gestellte Proxy-Software arbeitet als eine Art zusätzliche Abstraktionsebene zwischen einem Datenbank-Cluster und der Client-Anwendung. MaxScale sorgt dafür, dass Anwender die Datenbankinfrastruktur bei Bedarf relativ einfach ändern können, ohne dass dazu die Entwickler die Code-Ebene der Anwendung anpassen müssen. MaxScale arbeitet mit dem MariaDB Enterprise, MariaDB Enterprise Cluster, MariaDB 5.5, MariaDB 10 und Oracle MySQL zusammen.

Was MaxScale leistet

Die neue Proxy-Software basiert auf einer ressourcenschonenden, schnellen Netzwerkkomponente, die für eine abfrage- oder verbindungsorientierte Lastverteilung sorgt. Nutzer können mit MaxScale nicht nur relativ einfach ihr Datenbanklayout ändern, sondern beispielsweise auch die gesamte Datenbank-Infrastruktur skalieren und dabei trotzdem den Anforderungen der Entwickler, Datenbankadministratoren oder Datenmodell-Architekten gerecht werden.

MaxScale erlaubt über eine einfache Skalierung hinaus auch das Bereitstellen von Hochverfügbarkeit. Fällt ein MariaDB- oder MySQL-Replikations-Slave aus, kann MaxScale automatisch und selbstständig das Failover in die Wege leiten, sodass die Verbindung zur Datenbank erneut aufgebaut wird, ohne dass sich die Datenbankanwendung selbst darum kümmern muss.

MariaDB-Proxy MaxScale
MariaDB-Proxy MaxScale (www.mariadb.com)

Plug-in-freundliche Architektur

MaxSale besitzt eine Plug-in-Architektur. Aktuell bringt MaxScale Plug-ins für verschiedene Szenarien mit. Eines ermöglicht etwa das Aufrechterhalten einer Anwendung, während einer Migration der Datenbank oder Anwendung. Darüber hinaus soll MaxScale nach Angabe der Entwickler auch die Sicherheit einer Anwendung erhöhen.

Darüber hinaus unterstützt MaxScale das Überwachen der Abfrage-Performance. So soll es beispielsweise mit MaxScale möglich sein, langsame Abfragen aufzuspüren und zu protokollieren. MaxScale soll es auch erlauben, Abfragen zu duplizieren und parallel an eine andere Datenbank, Anwendung oder Storage-Engine weiterleiten, beispielsweise an eine InnoDB-Tabelle und an eine NoSQL-Datenbank. Weitere Plug-ins sind geplant, etwa ein Deadlock-freies Routen in Multi-Master-Topologien oder eine Geo-Replikation zwischen mehreren HA-Clustern an unterschiedlichen Orten.

MariaDB MaxScale ist unter der GPLv2 lizenziert und steht wahlweise im Quellcode oder nach einmaliger Registrierung in Form von Binärdateien in einem Github-Repository zum Herunterladen zur Verfügung.

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