Kommentar von Alexander Schlager, Verizon

IoT-Boom im Gesundheitssektor

| Autor / Redakteur: Alexander Schlager / Nico Litzel

Der Autor: Alexander Schlager ist Area Vice President DACH/Managing Director for the Netherlands bei Verizon
Der Autor: Alexander Schlager ist Area Vice President DACH/Managing Director for the Netherlands bei Verizon (Bild: Verizon)

Das Internet of Things (IoT) ist dabei, die Welt zu revolutionieren, vom Automobil über die Landwirtschaft bis hin zur Elektronik in privaten Haushalten. Allerdings ist die Nutzung von vernetzter Technologie nirgendwo von so entscheidender Bedeutung wie im Gesundheitssektor – der Bereich Medizin erlebt aktuell einen IoT-Boom.

International werden derzeit enorme Anstrengungen unternommen, den Weg von Pharmazeutika nachzuverfolgen, um so Fälschung, Diebstahl oder Produktschäden zu verhindern. Thomas Villa zufolge, Global Director of Healthcare Products and Services bei Verizon, sind Arzneimittelhersteller in den USA und anderen Ländern schon bald verpflichtet, die Nachverfolgbarkeit von Lieferungen bis hinunter auf Packungsebene zu ermöglichen. So muss gemäß US-amerikanischem Gesetz jede Packung mit einer unverwechselbaren Produktidentifizierung ausgestattet sein. Dadurch wird Apotheken und anderen an der Lieferkette Beteiligten das Erkennen von Produktfälschungen erleichtert. Und für die Hersteller werden Rückrufe effizienter und einfacher.

„Wir haben vor, noch einen Schritt weiter zu gehen“, sagt Villa. „Verizon wird den Pharmakonzernen nicht nur einen Service anbieten, der dieser Form von Tracking auf Packungsbasis entspricht, wir haben auch einen 4G-Sensor in der Vorbereitung, den sie in Verbindung mit ihren Lieferungen einsetzen können. Der Sensor ist in der Lage, darüber zu informieren, was gerade mit einer Lieferung passiert – sowohl in Hinblick auf die Umgebungstemperatur als auch den Aufenthaltsort der Packung“, sagte Villa. „Man stelle sich ein Arzneimittel vor, das in einem bestimmen Temperaturfenster gehalten werden muss. Die 4G-fähigen Sensoren sammeln Temperaturinformationen und alarmieren den Hersteller in Echtzeit, falls die Werte nicht in dem vom Hersteller festgelegten Rahmen liegen.“

Ferntests von praktisch überall

Das Potenzial von Ferntests verdeutlicht Kris Kingsbury, Product Manager of Healthcare IoT bei Verizon, anschaulich am Beispiel von Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, für die das Managen ihrer Erkrankung eine Herausforderung darstellen kann. Oft sind sie bei mehreren Ärzten in Behandlung, sie nehmen verschiedene Medikamente und müssen einen strikten Diät- und Versorgungsplan einhalten. Eine unzureichende Diabeteskontrolle führt häufig zu frühzeitiger Herzerkrankung, Nierenversagen oder Erblindung. „Wir haben uns für AMC Health als Partner entschieden, weil deren Lösung Menschen mit Diabetes in die Lage versetzt, ihren Blutdruck zu überwachen, ihre Nahrungsaufnahme festzuhalten, ihren Blutzuckerspiegel zu messen und die Ergebnisse dann über das Verizon 4G-Netzwerk automatisch an eine sichere SaaS-Klinikplattform zu übertragen. Das zuständige Versorgungsteam kann dann unabhängig vom Aufenthaltsort des Patienten schnell sehen, ob es ein Problem gibt. Der Patient ist nicht länger an einen bestimmten Aufenthaltsort gebunden“, sagt Kingsbury.

Die Klinik-Plattform ermöglicht dem klinischen Pflegepersonal, Patienten mit dem Risiko einer gesundheitlichen Verschlechterung eine höhere Priorität zuzuordnen. Sie können Patienten bei der Selbsthilfe unterstützen, zur Einhaltung von Verordnungen bewegen, Ressourcen zur Verfügung stellen oder bei der Verbindungsaufnahme mit einem Arzt helfen, per Telefon oder Mobile-Video. Dies trägt dazu bei, den Gesundheitsstatus aufrecht zu erhalten, damit der Patient nicht ins Krankenhaus muss und die Kosten niedrig bleiben.

Wearables für Tracking und Gesundheitsdaten

In den letzten Jahren gab es Bestrebungen innerhalb des Gesundheitssektors, die Gesundheitsdaten von Patienten zu digitalisieren und ortsunabhängig zu machen. Ziel war es, den medizinischen Fachkräften, die der Patient aufsucht, sämtliche Gesundheitsdaten zugänglich zu machen. „Wenn man aktuell zum Arzt geht, hat dieser unter Umständen ein anderes System für Gesundheitsdaten als die anderen Ärzte, mit denen man in Kontakt ist, und diese Systeme kommunizieren nicht notwendigerweise miteinander“, sagt Kingsbury. „In Zukunft werden Patienten wollen, dass diese Daten den verschiedenen Ärzten gemeinsam zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sind Wearables auf dem Vormarsch. Ärzte könnten so potenziell viel über den gesundheitlichen Zustand ihrer Patienten erfahren, wenn diese ihnen Zugang zu diesen Daten gewähren. Irgendwann werden die Informationen, die Ärzte mit ihren Gesundheitsdatensystemen generieren, und die Daten, die Verbraucher mit ihren Wearables erzeugen, zusammenfließen. Mit der Zeit könnte dies zu besserer Kommunikation und einem verbesserten Patientenerlebnis führen“, so Kingsbury.

„Es geht darum, Dinge einfacher in der Bedienung zu machen, um den Nutzern die Zahl der Disruptionen in ihren ohnehin geschäftigen Alltag zu verkleinern“, sagt Villa. „Mit der richtigen Technologie kann dies möglich werden.“

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