Digitale Transformation

Investitionen in IoT, Big Data und Analytics geplant

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Nico Litzel

Wirtschaft und Industrie planen erhebliche Investitionen in die digitale Transformation.
Wirtschaft und Industrie planen erhebliche Investitionen in die digitale Transformation. (Bild: Pixabay)

Big Data, ERP und IoT sind für die Mehrheit der vom Softwarehaus IFS befragten Unternehmen die wichtigsten Investitionsschwerpunkte im Rahmen der digitalen Transformation. 34 Prozent der Unternehmen beklagten aber das Fehlen der dafür erforderlichen Fachkräfte.

„Wir wollten der Wimiko 2017 ein Gesicht geben. Das ist mit dem hochaktuellen Schwerpunktthema Digitalisierung gelungen“, erklärte die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger als Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, die am 29. und 30. Juni im saarländischen Perl über die Bühne ging. Klar: Die Politik müsse insbesondere dabei helfen, den kleinen und mittleren Unternehmen den Weg in die Wirtschaft 4.0 zu ebnen und innovative Produktionstechnologie verfügbar zu machen, so Rehlinger weiter.

Deshalb gebe es auch klare Erwartungen der Länder an den Bund, betonte die Ministerin: „Niemand zweifelt mehr daran, dass neue Geschäftsmodelle auf der Basis digitaler Prozesse und Plattformen in Zukunft für die Wertschöpfung eine zentrale Rolle spielen. Daher ist es zwingend notwendig, dass diese auch in der Innovationsstrategie des Bundes stärker berücksichtigt werden.“

Für Deutschlands Industrie dürfte das wie Balsam für Seele sein, hatte doch Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, anlässlich des Digital-Gipfels 2017 in Ludwigshafen gefordert, die industrielle Gemeinschaftsforschung zu stärken und auch für Industrie 4.0 nutzbar zu machen. Industrie 4.0 sei ein Lernprozess, der auch noch viel Forschung mit sich brächte, die nicht in staatliche Förderprogramme passe. „Das ist die Stärke der steuerlichen Forschungsförderung, die endlich kommen muss.“

Fachkräftemangel bremst Digitalisierung

Grundsätzlich sind die Unternehmen bereit, ordentlich Geld für die digitale Transformation in die Hand zu nehmen und kräftig zu investieren, wie eine Umfrage des Erlanger Softwareunternehmens IFS in 16 Ländern belegt. Big Data, ERP und IoT werden als wichtigste Investitionsgebiete für die digitale Transformation betrachtet. Insgesamt fast 90 Prozent und in Deutschland sogar 92 Prozent gaben an, über „angemessene“ oder „förderliche“ finanzielle Mittel für die digitale Transformation zu verfügen. Als Top-Drei-Investitionsgebiete nannten die Studienteilnehmer weltweit das Internet of Things, ERP sowie Big Data und Analytics.

Gebremst wird „Digitalisierung-Euphorie“ allerdings durch einen erheblichen Mangel an qualifiziertem Personal. Weltweit fühlen sich 34 Prozent der Unternehmen wegen dieses Defizits entweder „etwas“ oder „völlig“ unvorbereitet, die digitale Transformation erfolgreich umzusetzen. In Deutschland sind es mit 35 Prozent sogar noch etwas mehr. Den größten Mangel an qualifiziertem Personal haben die Unternehmen insgesamt gesehen auf den Gebieten Business Intelligence (40 Prozent), Cyber Security (39 Prozent), Künstliche Intelligenz und Robotik (30 Prozent), Big Data & Analytics (24 Prozent) sowie Cloud Computing (21 Prozent).

Zwei Drittel der Unternehmen sind digital noch nicht richtig „reif“

Um den Status quo der digitalen Transformation zu ermitteln, wurden die Studienteilnehmer gebeten, die digitale Reife ihres Unternehmens auf einer Skala von eins bis fünf einzustufen. Das Ergebnis: Weltweit sieht sich ein knappes Drittel (31 Prozent), in Deutschland ein komplettes Drittel (33 Prozent) der Unternehmen auf den beiden höchsten Stufen dieser Skala.

Auf die Frage nach den Haupttreibern der Digitalisierung nannte sowohl weltweit (43 Prozent) als auch in Deutschland (42 Prozent) die Mehrheit der befragten Unternehmen Effizienzverbesserungen bei den internen Prozessen. Auf den Plätzen zwei und drei unterscheiden sich die Ergebnisse allerdings deutlich. Versprechen sich sich weltweit 29 Prozent der Unternehmen von der Digitalisierung eine Beschleunigung von Innovationen und Wachstumschancen in neuen Märkten (28 Prozent), sind habt man hierzulande eher Kostenersparnisse (33 Prozent) und Produktivitätssteigerungen (31 Prozent) im Auge.

Die richtige Kombination macht's

Als größte Hindernisse stufen die Unternehmen weltweit die Aversion von Mitarbeitern gegen Veränderungen (42 Prozent), Sicherheitsbedenken (39 Prozent) sowie fehlende Organisations- und Führungsmodelle (38 Prozent) ein. Die „disruptivsten“ Technologien sehen die gesamten Studienteilnehmer vor allem in Big Data, Automation und IoT. Auf einer Skala von eins bis zehn wurde ihr disruptives Potenzial mit Durchschnittswerten von 7,2, 7,0 beziehungsweise 6,6 eingestuft.

„Unsere Studie zeigt, dass Unternehmen weltweit die Dringlichkeit der Digitalisierung bewusst ist“, meint Antony Bourne, Vice President Global Industry Solutions bei IFS. „Technologien wie Big Data, Enterprise Resource Planning und das Internet of Things spielen dabei eine wichtige Rolle. Unternehmen müssen diese Technologien aber mit ihrer Branchenexpertise kombinieren, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Erst durch diese Kombination kann die digitale Transformation ihre volle Stärke entfalten.“

Ein Video über die Studie steht bei IFS zum Abruf bereit.

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