IoT

Intel zieht sich aus dem Mikrocontroller-Umfeld zurück

| Autor / Redakteur: Franz Graser / Nico Litzel

Intels Entwicklerboard Arduino 101 (in Europa unter dem Namen Genuino 101 vertrieben) enthielt das Curie-Modul, das wiederum auf dem Quark-Prozessor basierte.
Intels Entwicklerboard Arduino 101 (in Europa unter dem Namen Genuino 101 vertrieben) enthielt das Curie-Modul, das wiederum auf dem Quark-Prozessor basierte. (Bild: Intel)

Der kalifornische Halbleiterhersteller stellt die Produktion seiner Arduino-kompatiblen Mikrocontroller-Boards ein. Das auf dem Quark-Prozessor basierende Board „Arduino 101“ ist nur noch bis zum 17. September bestellbar. Unklar ist jedoch, wie es mit dem Quark-Prozessor weitergeht, der primär auf Anwendungen im IoT zielt.

Nach einem Bericht der „EETimes“ ist damit Intels Versuch vorerst gescheitert, seine x86-Architektur auch im Umfeld der Mikrocontroller sowie der IoT-Geräte zu etablieren. Ein Grund dafür sei auch gewesen, dass sich der Markt für Wearables, also tragbare vernetzte Elektronik, nicht so schnell wie erwartet entwickelt habe.

Intel hatte unter anderem mit Modedesignern Vereinbarungen über den Entwurf von Datenbrillen geschlossen und den Smartwatch-Hersteller Basis im Jahre 2014 übernommen. Beides hatte keine nennenswerten Erfolge nach sich gezogen.

Intel hatte seit 2013 mehrere IoT-Boards auf Basis seiner Quark-Prozessoren auf den Markt gebracht. Der in 32-Nanometer-Technik gefertigte Baustein verfügt über ein Fünftel der Größe sowie ein Zehntel der Stromaufnahme der Atom-Prozessoren von Intel. Der aktuellste Chip mit der Typenbezeichnung D2000 verbrauchte im aktiven Modus lediglich 35 Milliwatt.

Wie es mit den Quark-Prozessoren jetzt weitergeht, ist im Moment unklar, schrieb „EETimes“. Es ist möglich, dass der Quark-Chip als Funktionsbaustein in künftigen Systsms-on-a-Chip weiterleben wird. Dass Quark eine eigenständige Baureihe bleiben wird, halten Analysten dagegen für wenig wahrscheinlich.

„Intel versuchte, den x86 überall unterzubringen, aber das Mikrocontroller-Geschäft wollte sich einfach dem Geschäftsmodell der Firma nicht beugen, das hohe Margen und hohe Stückzahlen vorsieht“, erklärte Kevin Krewell, Senior Analyst bei Tirias Research, gegenüber der „EETimes“. Dagegen unterhielten ARM und andere Firmen robuste Ökosysteme und Geschäftsmodelle für Mikrocontroller.

Nach Auskunft eines Firmensprechers will Intel die Szene der DIY-Entwickler und Bastler, bei denen Arduino-Boards nach wie vor sehr beliebt sind, weiter unterstützen. „Das IoT bleibt ein wichtiges Wachstumssegment für uns, und wir engagieren uns weiterhin in den Bereichen, in denen es um den Zugang, die Analyse und das Weiterreichen von Daten geht – darunter Handel, Industrie, Automotive und Video.“ Laut „EETimes“ deutete der Sprecher an, dass die Atom-Prozessoren nun Intels neues Low-End sein werden.

„Für Intel ist es besser, diese Produkte mit ihren geringen Margen anderen Firmen zu überlassen“, ergänzt Linley Gwennap, Präsident des Marktforschungsunternehmens Linley Group. „Ich glaube, dass Intel trotzdem von Servern und Gateways im IoT-Umfeld profitieren wird.“

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