Kommentar von Andreas Wartenberg, Hager Unternehmensberatung

Digitalisierung – wo bleibt der Mensch?

| Autor / Redakteur: Andreas Wartenberg / Nico Litzel

Der Autor: Andreas Wartenberg ist Geschäftsführer und Leiter der Business Unit IT-Services & Operations, Hager Unternehmensberatung
Der Autor: Andreas Wartenberg ist Geschäftsführer und Leiter der Business Unit IT-Services & Operations, Hager Unternehmensberatung (Bild: Hager Unternehmensberatung)

Wird der Mensch von immer intelligenteren und besser vernetzten Robotern verdrängt? Zahlreiche Jobs werden entfallen, zugleich aber auch viele neue entstehen. Arbeitgeber in Deutschland sehen mehr Chancen als Risiken.

Radikale Umbrüche werfen ganze Geschäftsmodelle über den Haufen, die Kommunikation findet vielfach überwiegend in sozialen Netzwerken statt. Nur werden die Mitarbeiter und deren Bedürfnisse häufig viel zu spät berücksichtigt. Dabei sollten gerade stark betroffene Mitarbeiter von Anfang an ins Boot geholt werden und an Änderungsprozessen mitwirken dürfen.

Um eventuell aufkommende Widerstände der Mitarbeiter verstehen zu können, sollten Führungskräfte sich auch auf die Ebene der einzelnen Betroffenen begeben, um deren Bedarfe oder Bedenken im Vorfeld einbeziehen zu können. Veränderungen im Zuge der digitalen Transformation rufen bei vielen Beschäftigten Ängste und damit einhergehende Widerstände hervor. Daher sollte ein strategisch wohl durchdachtes und professionell durchgeführtes Change Management die Mitarbeiter einbinden, um sie nicht mit der digitalen Welle zu überrollen. Die veränderten Prozesse und die Transformationen sollten als Chance verstanden werden und nicht als bedrohliche Veränderung.

Organisationsveränderungen haben nur dann Erfolg, wenn eine nennenswerte Anzahl der Mitarbeiter sie unterstützt und mitträgt. Entsprechend sollten die Anstrengungen des Change-Managements auf die einzelnen Geschäftsbereiche abzielen. Die erforderlichen Initiativen, um gegebenenfalls nicht nur disruptiv, sondern auch effektiv zu sein, sollten so gestaltet werden, dass sie neben den wirtschaftlichen Belangen auch denen der Mitarbeitern gerecht werden.

Ganzheitlicher Ansatz ist erforderlich

Die Digitalisierungsverantwortlichen, sei es der CDO, CIO oder gar der CEO, müssen sich mit den Anforderungen, die den einzelnen Mitarbeitern hierbei abverlangt werden, auseinander setzen. Die durch die digitale Transformation verursachten Unternehmensveränderungen erfordern weit mehr als nur den Umgang mit neuen Technologien. Es bedarf einer Kultur, die gegenüber Experimenten aufgeschlossen ist und selbst beim Scheitern nicht wieder alte Pfade einschlägt.

Auch gehört der Fokus auf die Kundenbedürfnisse und die Verhaltensweisen der Kunden in die unternehmerischen Entscheidungen hinein. Darüber hinaus spielt die Geschwindigkeit eine maßgebliche Rolle für die Unternehmenskultur. Digitalisierung ist durch Schnelligkeit getrieben; und diese spiegelt sich auch im unternehmerischen Alltag wider.

Mitarbeiter reagieren unterschiedlich auf Modifikationen innerhalb einer bestehenden Organisation. Es gibt diejenigen, die aufgeschlossen sind und unterstützen, es gibt aber auch diejenigen, die unentschlossen sind und sämtlichen neuen Vorhaben ablehnend gegenüber stehen. Widerstände sind häufig darin begründet, dass die Mitarbeiter keine Vorstellung der Neuerungen oder Veränderungen haben und nicht wissen, was auf sie zukommen wird.

Eine maßgebliche Voraussetzung für die Umstellung auf Digitalisierung ist eine klare, übergeordnete Strategie, gut vernetzte Maßnahmen und feste Verantwortlichkeiten im Unternehmen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch die unternehmerische Neuausrichtung zieht, sollte die Grundlage in jedem digitalisierenden Unternehmen sein.

Digitalisierung hat vielfache Auswirkungen im Unternehmen

Die Digitalisierung wirkt sich auf vielfache Weise auf den Unternehmensalltag aus. Zum Beispiel entstehen neue Jobprofile, die interne Kommunikation und Entscheidungsprozesse verändern sich, Arbeitszeiten und -orte werden teilweise flexibler, die IT-Struktur und eventuell auch -Strategie wird neu ausgerichtet und viele weitere Bereiche verspüren deutlich die Auswirkungen, die die Digitalisierung mit sich bringt.

Fazit: Es ist wichtig, die Digitalisierung in die Unternehmensstrategie und in die Unternehmenskultur zu integrieren und die Mitarbeiter in den Transformationsprozess frühzeitig einzubeziehen, gegebenenfalls weiterzubilden und zu qualifizieren, und sie nicht von der digitalen Welle zu überrollen!

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