Kommentar von Wolfgang Fresser, Couchbase

Big Data für Reise- und Transportdienstleistungen in der Digital Economy

| Autor / Redakteur: Wolfgang Fresser / Nico Litzel

Der Autor: Wolfgang Fresser ist Regional Director DACH bei Couchbase
Der Autor: Wolfgang Fresser ist Regional Director DACH bei Couchbase (Bild: Couchbase)

Durch die digitale Integration verändert sich die Tourismus- und Transportindustrie deutlich. Es erscheint vollkommen normal, das Uber als eines der größten Taxiunternehmen keine Fahrzeuge besitzt. AirBnB und andere große Hotelbetreiber nennen keine Hotels mehr ihr Eigen und führende Reiseportale besitzen keine Flugzeuge oder Kreuzfahrtschiffe – dennoch sind sie alle erfolgreich. Sie alle setzen auf eine verbesserte Customer Experience und gewinnen Marktanteile durch den Einsatz von digitaler Innovation.

Ein Kernelement ist die Analyse von großen Datenmengen. Mit Big Data gewinnen Organisationen Business Intelligence und Informationen, um umgehend die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Softwareunternehmen Amadeus beispielsweise schließt jeden Tag eine Milliarde Transaktionen ab – Flugreservierungen, Hotelbuchungen, Zugticketverkäufe – und jede davon hinterlässt eine Datenspur.

Demografische Statistiken, Absprungraten und Konvertierungsraten sind für Reiseunternehmen nichts Neues. Jetzt aber haben sie Zugang zu ganz anderen, auch externen Datentypen – etwa Informationen von sozialen Netzwerken oder sogar Wetterstatistiken. Das schafft die Voraussetzungen für ein neues Niveau an personalisierten Services, bei dem Reiseanbieter unser Budget kennen und unsere Urlaubspräferenzen verstehen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Kommunikationssystemen war im vergangenen Jahr schon weit verbreitet. Alltägliche Spracherkennungssysteme und exotischere Hotelempfangsroboter gehören beispielsweise schon häufig zum Alltag. Dank eines ganz bestimmten Technologiemix – preiswertem Breitbandinternet, sicherem Cloudspeicher, Mobilitätslösungen, kostengünstiger Rechenleistung – werden die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz langsam zur Realität.

„Smarte Dinge“ auf dem Vormarsch

Neben Social Media und Mobilservices steigt die Datenmenge durch Informationen aus smarten Dingen. Die Anzahl der Informationen im IoT ist riesig: Laut dem Statistikexperten Statista stecken in einem vernetzen Auto über 100 Sensoren, die Aufschluss über das Nutzerverhalten geben. Bis zu 25 Gigabyte pro Stunde an Traffic entstehen dabei. Einschätzung der Analysten des Statista Digital Market Outlooks birgt die enorme Menge der erzeugten Fahrzeugdaten ein erhebliches Monetarisierungspotenzial.

Mobile Apps werden mit einer noch nie dagewesenen Rate heruntergeladen, wobei der Durchschnittsnutzer mehr als 40 Apps auf seinem Smartphone installiert hat. Diese Entwicklung hat zu einem mobilen Ökosystem von Dienstleistungen geführt, die das Leben der Verbraucher verbessern sollen – mit beinahe grenzenlosem Geschäftspotenzial.

Nutzer erwarten zunehmend, jederzeit und von jedem Ort auf ihre App zugreifen zu können, unabhängig von der Internetverbindung. Das bedeutet, dass Daten sowohl online als auch offline verfügbar sein müssen. Ryanairs mobile App war eine der ersten, die auf diesen Trend aufsprang. Im ersten Jahr nach der Einführung wurde die App mehr als eine Million Mal heruntergeladen, während ein Upgrade der mobilen Plattform die Buchungsdauer von fünf auf weniger als zwei Minuten verkürzte.

Solche Zeitabstände erscheinen marginal, doch sind sie für die Konsumenten das entscheidende Kriterium. Genau hier entstehen Einbrüche in der Servicequalität, die Dienste verlangsamen und zu Wartezeiten führen.

Unternehmen müssen Elemente der Modernisierung verstehen

Der Kunde ist auf Reisen grundsätzlich in Bewegung. Für ein erfolgreiches Geschäft müssen der Impuls und das passende Angebot in einem sehr kurzen Zeitfenster zusammentreffen. Gleichzeitig kann man den Nutzer aber mit entsprechenden Service beeindrucken. So gelangt man beim Reisen oft an unbekannte Orte. Die Folge: ein enormer Informationsbedarf – gerade auch von unterwegs. Da Dienste wie Augmented Reality nun (zumindest in gewissem Umfang) auch über Mobilgeräte verfügbar sind, wird der Informationszugriff mobiler und einfacher. Ganz bequem kann man Informationen und Bewertungen zu in der Nähe befindlichen Orten aufrufen, WLAN-Hotspots orten oder sogar einen Wetterbericht in Echtzeit einsehen.

Den richtigen Weg in einer fremden Stadt oder in einem fremden Land zu finden, kann frustrierend und für manche Menschen sogar ängstigend sein. Augmented Reality optimiert typische Navigationskarten durch das Hinzufügen von digitalen Elementen, wie Pfeilen und anderen nützlichen Hinweisen, auf der Karte selbst.

Heutige Mobilgeräte liefern ausreichend Rechenleistung und viele Institutionen haben ihre IT-Infrastruktur entsprechend aufgerüstet. Allerdings vergessen gerade im Reise- und Tourismussektor viele Anbieter die Anpassung ihrer eigenen Technologie. Entsprechende Dienste hängen stark von der genutzten Datenbank ab. Hier greifen Unternehmen noch häufig auf veraltete Ansätze zurück und riskieren damit den Anschluss an die Entwicklung.

Nicht-relationale oder NoSQL-Datenbanken entsprechen dem aktuellen Stand der Technik, der Grund dafür ist einfach: Bei herkömmlichen Datenbanken müssen Daten vor dem Zugriff in einer geordneten und relationalen Weise strukturiert werden. Laut Allied Market Research wird der globale NoSQL-Markt bis zum Ende des Jahres 2020 etwa 4,2 Milliarden US-Dollar erreichen, eine Wachstumsrate von mehr als 35 Prozent über die nächsten fünf Jahre. NoSQL-Datenbanken ermöglichen die sofortige Verarbeitung von Informationen, die bei manuellen Prozessen unberücksichtigt geblieben wären. Dadurch gewährleisten sie den Erfolg von neuen Dienstleistungen und liefern dem Konsumenten ein einzigartiges Angebot in entscheidungsrelevanten Bereichen.

Fazit

Digitale Integration macht Reisen so einfach wie nie zuvor. Die Kunden verlangen mittlerweile nach dieser Einfachheit, sie ist heute selbstverständlich. Buchungen von Hotel und Flug, der Ruf eines Taxis und anderen Diensten ist heute ein erwarteter Standard. Der Markt hat sich nochmals weiterentwickelt und die User sind offen für verbesserte Angebote.

Durch Big Data und verbesserte Technologie haben Unternehmen die Chance auf neue Absatz- und Vertriebsmöglichkeiten. Allerdings ist diese Modernisierung schon fortgeschritten, sodass Anbieter umgehend reagieren sollten. Eine wichtige Grundlage hierbei ist der Einsatz der richtigen Datenbank-Plattform. Viele Organisationen nehmen Modernisierung durch Investitionen und Neuheiten extern wahr, müssen aber verstehen, dass sie genauso gefordert sind.

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